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Immer wieder für eine Eskapade gut: VfB-Keeper Jens Lehmann © imago

Nach seiner Roten Karte wird der Keeper bis Ende Januar aus dem Verkehr gezogen. Die VfB-Geduld mit ihm ist fast am Ende.

Von Christian Paschwitz

München/Stuttgart - Ruhig und besinnlich sieht irgendwie anders aus.

Und so war die Weihnachtsfeier beim VfB Stuttgart am Montag denn auch das Einzige, was bei den Profis und Verantwortlichen der Schwaben dieser Tage halbwegs Harmonie verströmte.

Ansonsten ist beim VfB weiter Unruhe angesagt.

Nächstes Kapitel: Das DFB-Sportgericht sperrte Jens Lehmann wegen seiner Roten Karte im Spiel beim FSV Mainz 05 für drei Spiele.

Damit ist der Keeper frühestens am 31. Januar im Heimspiel gegen Borussia Dortmund wieder einsetzbar.

Die Nachwehen von Jens Lehmanns neuerlichem Eklat sind ohnehin noch nicht abgeklungen. Sportlich steckt das Team von Neu-Trainer Christian Gross zudem in akuten Abstiegsnöten.

Rauswurf droht

Nun stört eine "Bild"-Meldung einmal mehr die Konzentration aufs Wesentliche - und entfacht noch mehr Druck:

Demnach habe der VfB den Beschluss gefasst, Lehmann unmittelbar zu feuern, sollte sich der Keeper auch nur noch einen Aussetzer leisten. 144097(DIASHOW: Lehmanns Ausraster)

Auf Nachfrage von Sport1.de ließ Heldt offen, ob es einen solchen Beschluss gibt. Der Manager erklärte allein: "Es gibt zu diesen ganzen Themen öffentlich nichts mehr zu sagen."

Zumal Heldt auch noch an anderen Fronten Abwehrkämpfe liefern muss. Denn Hamburger Medien berichteten am Dienstag übereinstimmend, dass der 40-Jährige Wunschkandidat des HSV auf den vakanten Sportchef-Posten sei.

Heldt: "HSV ist für mich kein Thema"

Heldt bestätigte eine Kontaktaufnahme der Hanseaten, erklärte aber: "Das ist für mich kein Thema, wir haben zurzeit andere Probleme."

Das größte davon heißt Lehmann. Der Ex-Nationaltorwart war zuletzt in steter Regelmäßigkeit negativ aufgefallen:

Es begann mit der Kritik an den Stuttgarter Bossen nach dem Rauswurf von Markus Babbel. Dann folgte - trotz Abmahnung - die Weigerung, die dafür verhängte Geldstrafe von angeblich 40.000 Euro zu zahlen.

Nach der "Pinkel-Pause" im Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni gipfelte Lehmanns Eskapaden-reiche Woche schließlich im Platzverweis von Mainz und der Attacke auf einen VfB-Fan, dem Lehmann die Brille klaute. (Video) .

Zweiter Bundesliga-Abstieg droht

Die Sorgen und Störfeuer sind allgegenwärtig - und der VfB hat es schwer, zum Tagesgeschäft zurückzukehren. Denn dem Meister von 2007 droht der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1975.

Am Samstag (18 Uhr LIVE) im Südwest-Knaller gegen 1899 Hoffenheim mit Ex-Trainer Ralf Rangnick ist daher ein Sieg nach neun erfolglosen Spielen fast schon Pflicht.

"Der Erfolg steht über allem", sagt Gross. Der - anders als Vorgänger Babbel - autoritäre VfB-Coach verlangt nicht weniger, als dass sich die ganze Mannschaft dem Ziel Klassenerhalt unterordnet.

Lehmann mit inbegriffen, der sich frühere Aussagen ("Der Nicht-Abstieg ist für mich kein Erfolg. Wie soll ich mich da motivieren?) fortan verkneifen muss, um das ohnehin angespannte Team-Binnenverhältnis nicht noch mehr zu ramponieren.

Intern rieben sich die Teamkollegen nicht zuletzt auch daran, dass der exzentrische Schlussmann in der Vergangenheit vielfach Sonderrechte genossen hatte, unter anderem mit dem Helikopter zum Training einschwebte und stets auf seinen freien Tag pochte.

Gross' "Herkules-Arbeit"

Immerhin einen kleinen Anfang zur Wende hat Gross schon geschafft, der sich im Ländle nach eigenem Befinden mit einer "Herkulus-Aufgabe" konfrontiert sieht.

Neues Selbstvertrauen impfte der Schweizer, der sich Siezen lässt, seinen verunsicherten Profis beim Champions-League-Weiterkommen ein.

Und auch gegen Mainz zeigte der VfB bis zur 87. Minute eine solide Leistung und griff nach einem Dreier.

Ehe Lehmanns Fauxpas neue Turbulenzen in Gang brachte.

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