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Franck Ribery spielet zuletzt am 8. Spieltag beim 0:0 gegen Köln © getty

Franck Ribery steht vor seinem Liga-Comeback. Die Aussagen von Uli Hoeneß machen ihn sogleich zu einem begehrten Spekulationsobjekt.

Von Martin van de Flierdt

München - Franck Ribery hat wieder Spaß.

Das hat in erster Linie damit zu tun, dass er endlich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann: Kicken mit den Kollegen statt rackern in der Reha.

Eine langwierige Reizung im Knie hatte den Franzosen zweieinhalb Monate auf Eis gelegt. "Jetzt ist seine Verletzung zu hundert Prozent auskuriert", sagt Bayerns Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi.

Und schon treibt Ribery auf dem Rasen wieder Schabernack mit seinen Kollegen, sogar mit Vergnügen an den für die Stammkräfte trainingsfreien Tagen zu Wochenbeginn.

Ein Comeback am Samstag im letzten Münchner Heimspiel des Jahres gegen Hertha BSC würde sein neues Wohlgefühl noch steigern. "Wenn ich 20 Minuten spielen könnte, wäre ich sehr glücklich", meint Ribery.

Es wäre sein erster Einsatz seit dem 3. Oktober. Die Chancen darauf stehen wohl gar nicht so schlecht. Auch wenn Co-Trainer Andries Jonker anmerkt, dass der Filou "noch einige Einheiten braucht, um wieder ganz der Alte zu sein".

"Besser als je zuvor"

Denn Louis van Gaal freundet sich durchaus mit dem Gedanken an, die Rückkehr Riberys als "Weihnachtsgeschenk für unsere Fans" zu inszenieren, wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge es sich wünscht.

"Es geht ihm besser als je zuvor", sagt der Trainer. "Ich denke, dass er vielleicht einige Minuten eingewechselt werden kann."

Ob Ribery seine Kunst über das kommende Frühjahr hinaus in München darbieten wird, ist in diesen Tagen allerdings wieder sehr ungewiss. Zwar läuft der Vertrag Riberys noch bis 2011. Doch die jüngste Aussage von Uli Hoeneß hat die Interessenten wieder auf den Plan gerufen.

Preisetikett für Ribery

"Wenn Ribery im Frühjahr seinen Vertrag nicht verlängert, wäre es wirtschaftlich unverantwortlich, ihn noch zu behalten, denn dann ist er 2011 ablösefrei", meinte der Präsident. "Dann würden wir 50 bis 60 Millionen Euro verlieren."

Damit hat Hoeneß Ribery für die nächste Sommerauktion des Weltfußballs sogar mit einem Preisetikett versehen. Bei der zahlungskräftigen Konkurrenz in Madrid, Manchester oder London wird das durchaus wahrgenommen worden sein.

Bayerns langjähriger Rechtsverteidiger Willy Sagnol warnte in der "Bild" bereits vor einem Verkauf seines Landsmanns: "Warum soll man das machen, wenn man nichts Besseres findet? Warum soll man die Mannschaft schwächen, wenn man genug Geld hat?"(Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Real ist kein sportlicher Fortschritt"

Sagnol hält die immer wieder öffentlich diskutierte Möglichkeit eines Wechsels zu Real Madrid gar nicht einmal für sonderlich reizvoll für Ribery: "Real ist kein sportlicher Fortschritt für Franck. Vielleicht ein glamouröser. Wenn er das will, okay."

Allerdings hat Ribery durchaus auch seine Zweifel daran, dass er mit dem FC Bayern die Champions League gewinnen kann. Das hat er unlängst geäußert. Ob sich an dieser Einschätzung nach der der Wende zum Positiven unter van Gaal in den letzten Wochen etwas geändert hat, ist das große Rätsel.

Denn wenn Ribery glaubt, seine Ziele zum Greifen nahe zu haben, hat und verbreitet er noch mehr Spaß. Wenn er das über den Sommer hinaus in München täte, würde es dem Renommee und den internationalen Erfolgsaussichten des FC Bayern sicher zugute kommen.

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