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Franck Ribery (2.v.r.) kam in dieser Saison bislang nur zu sechs Ligaeinsätzen © getty

Der Franzose hält Bayern München für nicht auf Augenhöhe mit Europas Topklubs. Soll er bleiben, muss sich das ändern.

Von Martin van de Flierdt

München - Die Antwort auf die Frage nach seinem größten Wunsch für das Jahr 2010 war so banal wie nachvollziehbar.

"Gesundheit, das ist das Wichtigste", sagte Franck Ribery. Denn nach zweieinhalbmonatiger Leidenszeit wegen einer Reizung im Knie droht sein für Samstag geplantes Bundesliga-Comeback gegen Hertha BSC aufgrund einer neuen Blessur zu platzen.

Bei einem Tritt auf die große Zehe seines linken Fußes erlitt Ribery am Mittwoch im Münchner Mannschaftstraining eine Nagelbettentzündung.

Spätestens seit den jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß ist es zudem wieder ein Thema, ob der französische Nationalspieler über den Sommer hinaus an der Isar tätig sein wird.

Der neue Bayern-Präsident hatte gesagt, dass er entweder im Frühjahr den bis 2011 laufenden Vertrag mit Ribery verlängern oder ihn im Sommer veräußern möchte, und zwar für 50 bis 60 Millionen Euro. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Bei niemandem unterschrieben"

"Es gibt noch keinen Gesprächstermin", verriet Ribery nun der "Bild". "Aber bis Ende dieser Saison möchte ich wissen, ob ich bleibe oder gehe."

Beides sei möglich, einen Vorvertrag etwa bei Real Madrid gebe es aber nicht: "Ich habe bei niemandem etwas unterschrieben und kann mir durchaus vorstellen, beim FC Bayern zu verlängern."

Grundlegende Voraussetzung dafür scheinen nicht etwa die Finanzen ("Ich verdiene gutes Geld, das ist nicht der entscheidende Faktor") zu sein, sondern offenbar eine weitere Verstärkung der Mannschaft.

Nicht auf Augenhöhe mit den Top-Klubs

"Ich würde sehr gerne die Champions League gewinnen, aber unsere Mannschaft hat wohl nicht das Gewicht dafür", findet Ribery. "So wie wir jetzt aufgestellt sind, können wir mit Barcelona, Real, Arsenal oder Inter noch nicht mithalten. Die sind aus meiner Sicht stärker."

Ob er bleibt oder geht, entschließt der 26-Jährige angeblich unabhängig von der Trainerpersonalie Louis van Gaal. "Für meine Entscheidung sind vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wichtig. Louis van Gaal und ich haben aber ein normales Verhältnis zu- und Respekt voreinander."

Das kann Luca Toni nicht behaupten. Einen Abschied seines Freundes würde Ribery "sehr schade finden". Toni selbst hat sich mit dem Gedanken, München zu verlassen, zwar längst abgefunden. Wohin die Reise geht, ist aber immer noch nicht klar.

Mourinho bekräftigt Interesse an Toni

"Ich bin auch bereit, nach England oder Spanien zu gehen", sagte Toni dem "kicker".

Unterdessen hat Inter Mailands Trainer Jose Mourinho bekräftigt, dass er gerne entweder Toni oder Goran Pandev von Lazio Rom im Winter verpflichten würde, um für die Zeit gewappnet zu sein, die Torjäger Samuel Eto?o beim Afrika-Cup verbringt.

"Einer von den beiden würde allerdings auch nur einen Teil der Eigenschaften verkörpern, die wir brauchen", meinte Mourinho. "Pandev ist im Strafraum eben kein Toni, und Toni ist kein Pandev hinsichtlich Schnelligkeit und Ideenreichtum. Beide Spieler kosten Ablöse, also überlasse ich die Entscheidung dem Verein."

Baumjohann nach Leverkusen?

Neben Toni wird auch Alexander Baumjohann die Münchner nach nur einer Hinserie verlassen. Bayer Leverkusen hat schon Ansprüche angemeldet.

"Wenn so ein Mann auf dem Markt ist, werden wir uns sicher um ihn bemühen", erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Abwehrtalent Breno hat zudem die Freigabe für eine Ausleihe innerhalb der Bundesliga. Er soll sich ähnlich wie Toni Kroos anderswo die Hörner abstoßen, um gereift beim Rekordmeister neu anzugreifen. Dass Ribery bei der Rückkehr des Brasilianers noch in München ist, darf zumindest in Frage gestellt werden.

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