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Armin Veh übernahm in Wolfsburg im Sommer das Zepter für Felix Magath © getty

Der Druck wächst: Angeblich sucht der VfL bereits einen Nachfolger für Veh als Sportchef. Und auch als Coach droht der Rauswurf.

Von Christian Paschwitz

München/Wolfsburg - Armin Veh schien es beizeiten gewusst zu haben:

"Ich kann in Wolfsburg eigentlich nichts richtig machen", sagte der Trainer, Geschäftsführer und Sportdirektor des VfL. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Das war im Sommer, kurz nach Vehs Amtantritt als Nachfolger für Felix Magath.

Und Veh meinte es spaßig in Anspielung an Magaths große Verdienste, die mit der ersten Wolfsburger Meisterschaft gekrönt wurde.

Kein halbes Jahr später nun holt Vehs Statement den 48-Jährigen heftiger ein als ihm lieb ist - weil sportlich wie konzeptionell viel falsch läuft.

Ofenbar Suche nach neuem Sportchef

Die "Wölfe" sollen bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für den Posten des Sportchefs sein, berichtet der "kicker".

Mehr noch: Bei weiteren Misserfolgen droht dem Trainer Veh gar die Entlassung.

Gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr LIVE) ist er fast schon zu einem Sieg verdammt, wie die lokalen Medien vermelden und sich dabei auf den offiziell schweigenden Aufsichtsrat berufen.

Ein erneut willenloser Auftritt der Mannschaft wie zuletzt gegen Dortmund (1:3) dürfte Veh dem Vernehmen nach den Job kosten.

Marbach hält die Stange

Jürgen Marbach, Geschäftsführer Marketing, Organisation und Arena, erklärte zwar in den "Wolfsburger Nachrichten", "eine Trainerdiskussion wird es von meiner Seite nicht geben. Zu null Prozent".

Letztlich entscheidet aber ohnehin nicht Marbach, sondern der Aufsichtsrat um dessen Vorsitzenden Francisco Javier Garcia Sanz und Sprecher Stephan Grühsem.

Der hat bisher geschwiegen - kein allzu gutes Zeichen für Veh.

Veh schon bald teilentmachtet?

Selbst mit einem ordentlichen Resultat und Auftritt gegen Frankfurt scheint Veh schon jetzt teilentmachtet.

Weil sich der Wolfsburger Führungszirkel darauf verständigt haben soll, möglichst rasch einen neuen Sportdirektor zu installieren.

Allerdings: In der aktuell schwierigen Situation ist es kaum vereinbar, Veh einen Sportchef vor die Nase zu setzen, ihn als Trainer aber wie bisher weiterarbeiten zu lassen.

Abgesehen davon, dass Veh bei einer Degradierung als Sportdirektor seiner Zeit in der Autostadt womöglich auch selbst ein Ende setzt.

Allein Martins entspricht Erwartungen

"Wenn es nicht läuft, musst du als Trainer meistens den Kopf hinhalten. So ist eben das Geschäft", weiß Veh.

Nach dem Absturz ins Tabellen-Niemandsland (Rang neun), dem vorzeitigen Aus in Champions League und DFB-Pokal ist Veh in die Schusslinie geraten.

Von den Zugängen für rund 20 Millionen Euro haben sich Karim Ziani und Thomas Kahlenberg bisher als wenig hilfreich erwiesen, allein Obafemi Martins hat ab und an sein großes Potenzial ausspielen können.

Fans unzufrieden

Vor allem die Fans sind unzufrieden und machen Veh ("Bei dem Tabellenstand hat man wenig Argumente") insgesamt verantwortlich. So wie sie Magath im Vorjahr auch in Personalunion für Glanz und Titel zujubelten.

Schon im Spiel gegen Freiburg drangen erste "Armin-raus"-Rufe aus der Nordkurve. Von der Spielfreude der Vorsaison ist nichts mehr geblieben ist, 30 Gegentore weisen einen Hühnerhaufen als Abwehr aus.

Der Mannschaft ist der Ernst der Lage bewusst. "Wir spielen am Samstag auch für Armin Veh. Er ist ein guter Trainer", erklärte Kapitän Josue.

Spekulationen um Slomka

Die "Bild" rechnet schon damit, dass der Verein die Gespräche mit Mirko Slomka wieder aufnimmt.

Der Ex-Coach von Schalke und Hannover war im Sommer ein heißer Kandidat für die Magath-Nachfolge als Trainer, verlor aber das Rennen gegen Veh, der dann mit allen Machtkompetenzen ausstaffiert wurde.

So oder so wirkt der VfL mit seinen Spielern ratlos, vor allem der glück- wie bisweilen disziplinlose Vorjahres-Topshooter Grafite.

Bei Marcel Schäfer wird mittlerweile gar über einen Wechsel nach Schalke spekuliert.

Weg von Veh, zurück zu Ziehvater Magath.

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