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Norbert Dickel bestritt von 1986 bis 1990 insgesamt 90 Bundesliga-Spiele für den BVB © imago

Stadionsprecher Norbert Dickel ist die Kultfigur bei Borussia Dortmund. Zum 100. Geburtstag des BVB spricht er mit Sport1.de.

Von Matthias Becker

München - Er ist die Kultfigur von Borusssia Dortmund: Norbert Dickel.

1989 schoss er den BVB mit zwei Treffern zum DFB-Pokalsieg und damit zum ersten Titel nach 23 Jahren.

Trotz einer Knieverletzung, die letztlich kurz darauf sein Karriere-Ende bedeutete.

Seitdem ist Dickel als Stadionsprecher und Kommentator des BVB-Internet-Radios die Stimme der Borussia, die am Samstag ihren 100. Geburtstag feiert.

Sport1.de sprach mit Dickel zum BVB-Geburtstag über Karriere-Highlights, Existenzängste, die Faszination Borussia und die "Jungen Wilden" von Jürgen Klopp.

Sport1.de: Herr Dickel, Sie haben jetzt fast die Hälfte ihres Lebens bei Borussia Dortmund verbracht. Bestand die Liebe schon, bevor Sie 1986 dorthin gewechselt sind.?

Norbert Dickel: Ich bin gebürtiger Sauerländer, da gibt es nur die Blauen und die Schwarz-Gelben. Und da hatte ich mich schon recht frühzeitig festgelegt.

Sport1.de: Sie wurden mitten in die erste goldene Phase des BVB hineingeboren. Haben sie den Europapokalsieg 1966 schon mitbekommen?

Dickel: Wenn ich ehrlich bin nicht. Stan Libuda kam noch einen Tick zu früh.

Sport1.de: Hatten Sie denn als Kind schon die Chance, den BVB mal live zu erleben?

Dickel: Das ging damals leider noch nicht. Es war noch unerreichbar, mal ins Stadion zu gehen. Deshalb habe ich das nur im Fernsehen erleben können.

Sport1.de: Dem Europapokalsieg von 1966 folgte eine lange erfolglose Phase. 1986 blieb man erst durch die Relegation gegen Fortuna Köln in der Bundesliga. Haben Sie bei der Relegation schon kräftig mitgezittert?

Dickel: Da saß ich auf der Tribüne und hatte für die folgende Saison kurz vorher für die erste und zweite Liga unterschrieben. Ich sah mich schon in der Zweiten Liga. Ich habe noch nie so viele Menschen heulen sehen wie beim zweiten Spiel, als Jürgen Wegmann das Tor (das ein Entscheidungsspiel herbeiführte, Anm. d. Red.) geschossen hat.

Sport1.de: 1989 holte der BVB auch dank ihrer Tore mit dem Pokalsieg endlich wieder einen Titel. Sie werden heute noch von den Fans mit einem eigenen Lied als Held von Berlin gefeiert. War das ihr größter sportlicher Moment?

Dickel: Na, klar. Vor allem, wenn man die Vorgeschichte bedenkt. Ich war vorher sechseinhalb Wochen im Reha-Zentrum (nach einer Knieverletzung, Anm. d. Red.), bin dann zur Mannschaft gestoßen, habe einmal mittrainiert und stand in der Startelf. Das war natürlich das absolute Highlight. Mehr geht nicht.

Sport1.de: Wie lang ging eigentlich die Party nach dem Pokalsieg 1989?

Dickel (lacht): Die läuft bis heute noch.

Sport1.de: Auf der anderen Seite war das Pokalfinale der Anfang vom Ende ihrer Karriere. Herrscht da nicht auch Wehmut?

Dickel: Das Spiel hat unmittelbar nichts mit dem weiteren Krankheitsverlauf zu tun. Ich habe danach noch sechs Spiele gemacht und es wäre ohnehin nicht weitergegangen. Von daher habe ich alles richtig gemacht und auf dem Höhepunkt meiner Karriere aufgehört. Das schaffen die Wenigsten.

Sport1.de: Zumal Sie als Stadionsprecher und Kommentator für das Internet-Radio Kultstatus genießen. Sie haben so auch die zweite goldene Phase des BVB in den 90ern hautnah miterlebt. Wer war der beste Spieler, den Sie in dieser Epoche in Dortmund gesehen haben?

Dickel: Mit Andi Möller, Matthias Sammer und Karl-Heinz Riedle hatten wir einige außergewöhnliche Fußballer dabei. Michael Zorc hat gefühlte 238 Jahre für den Verein gespielt. Der BVB hat immer wieder herausragende Persönlichkeiten hervorgebracht.

Sport1.de: Hätte der Absturz nach dem Champions-League-Triumph von 1997 vermieden werden können, wäre Ottmar Hitzfeld nicht gegangen?

Dickel: Das ist sehr hypothetisch. Das kann man so gar nicht beantworten. Viele Mannschaften in Europa sind zwei, drei Jahre unglaublich erfolgreich und dann läuft es wieder ein paar Jahre nicht so gut. Das war bei uns genauso.>> HIER geht's weiter zum zweiten Teil

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