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Felix Magath wurde als Spieler zweimal Vize-Weltmeister © SPORT1

Schalkes Trainer kritisiert im Audi Star Talk die Entwicklung des Nationalspielers und macht sich für Stürmer Kevin Kuranyi stark.

Von Matthias Becker

München - Felix Magath befindet sich in einer Luxussituation.

Meister mit dem VfL Wolfsburg, aktuell Platz zwei mit dem FC Schalke: Magath ist als Trainer des Jahres 2009 nahezu unangreifbar.

Das weiß der schlaue Trainerfuchs - und nutzt seine starke Position, um selbst in die Verbaloffensive zu gehen.

Im Audi Star Talk (Montag, ab 22.45 Uhr im DSF) nimmt der Meistercoach dabei vor allem seinen Ex-Schützling Lukas Podolski ins Visier und kritisiert Bundestrainer Joachim Löw wegen dessen Haltung zu S04-Stürmer Kevin Kuranyi.

"Das kostet Zeit und Energie"

Podolski sei selbst Schuld an seiner stagnierenden Leistungsentwicklung, stellt Magath fest, der den Nationalspieler in der Saison 2006/07 beim FC Bayern trainierte.

"Lukas hat das Problem, dass er in frühen Jahren auch andere Arbeit gefunden hat. Er ist ja sehr medienträchtig, Industrie und Wirtschaft haben ihn für die Werbung entdeckt. Das kostet alles Zeit und Energie", sagte Magath.

Sport1.de hat die wichtigsten Aussagen von Felix Magath im Audi Star Talk zusammengefasst.

Magath über:

...die Entwicklung von Lukas Podolski:

"Lukas hat das Problem, dass er in frühen Jahren auch andere Arbeit gefunden hat. Er ist ja sehr medienträchtig, Industrie und Wirtschaft haben ihn für die Werbung entdeckt. Das kostet alles Zeit und Energie. Das ist etwas, was einem heutigen Spieler die Möglichkeit nimmt an sich zu arbeiten und sich sportlich weiterzuentwickeln. Und das hat bei ihm schon in jungen Jahren eingesetzt. Von daher hat er es schwerer als andere sich sportlich in Szene zu setzen.

"Es kommt immer darauf an, was der Mensch erreichen will. Wenn er sportlich noch weiter kommen wollte, hat er anscheinend die falschen Prioritäten gesetzt. Dann hat er eben mehr Zeit mit anderen Maßnahmen verbracht als mit Training. Und ohne Training geht es halt bei allem Talent nun einmal nicht."

...über ein mögliches DFB-Elf-Comeback von Kevin Kuranyi:

"Ich versuche mich als Trainer auch so selten wie möglich festzulegen, weil man nie weiß, was kommt. Und weil man halt schon oft erlebt hat, dass das, was man früher einmal gesagt hat, hinterher revidiert werden muss. Ich denke, je nachdem um welchen Fall es sich handelt, dass es manchmal eben auch von Größe zeugt, wenn jemand etwas vergisst, was man eigentlich nicht vergessen kann."

...über Schalkes Transferaktivitäten in der Winterpause:

"Bis auf Manuel Neuer bin ich bereit mich von jedem Spieler zu trennen, der weg will und der eine entsprechende Transferentschädigung einbringt."

...über Manuel Neuer:

"Ich habe gesagt, Manuel Neuer wird jetzt im Winter nicht verkauft. Und im Sommer auch nicht!"

...über Zweifel an der Schalker Stärke:

"Es ist bisher wunderbar gelaufen. Solch eine Vorrunde hätte ich nie und nimmer erwartet. Ich bin überglücklich, dass wir jetzt so weit oben stehen. Allerdings bezweifle ich, dass die Mannschaft, so wie sie jetzt zusammen ist, sich in der Rückrunde noch steigern kann, was die Punkteausbeute angeht."

...über das Traumziel Meisterschaft:

"Insofern kann ich unseren Fans leider nicht die Freude machen und kann jetzt vom Titel sprechen. Daran glaube ich diese Saison nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen, dass wir auch am Ende so weit vorne sind. Wir müssen realistischerweise davon ausgehen, dass wir, wenn wir auch eine erfolgreiche Rückrunde spielen, uns international qualifizieren. Dann haben wir aber schon mehr erreicht, als ich zu Beginn meiner Tätigkeit hier auf Schalke gehofft habe."

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