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Was viele nicht wissen: Ludovic Magnin ist ausgebildeter Grundschullehrer © getty

Der Schweizer verlässt den VfB und stößt sich am Verhalten des Torhüters. Außerdem nennt er die Gründe für seinen Wechsel.

Von Olaf Mehlhose

Stuttgart - Nach acht Jahren verlässt Ludovic Magnin die Bundesliga und kehrt in sein Heimatland zum FC Zürich zurück.

Vier Jahre lang sorgte der Schweizer beim VfB Stuttgart für gute Laune, zuvor war der Linksfuß schon für Werder Bremen aktiv. Mit beiden Klubs hat er die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Und Magnins Abschied ist kein leiser.

Jens Lehmann wirft er vor, auf seine Privilegien auch bei schlechten Ergebnissen nicht verzichtet zu haben: "Fußball ist ein Mannschaftssport. Wenn der Misserfolg kommt, wird jede Extrawurst als Ursache des Problems ausgemacht", erklärte Magnin gegenüber der "Bild".

Kein Verständnis für Lehmanns Sonderrechte

Außerdem würden Sonderrechte, wie ein freier Tag, Neid bei den Mitspielern auslösen. Dies habe er Jens Lehmann auch in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt:

"Er verlangt sehr viel von seinen Mitspielern. Ich hätte mir gewünscht, dass er am nächsten Tag beim Auslaufen dabei gewesen wäre."

Außerhalb des Platzes sei Lehmann aber keiner, der den Ton angibt. Schon eher Sami Khedira, der nach Magnins Meinung schon jetzt "der wichtigste Spieler für die Mannschaft ist". 144097(DIASHOW: Lehmanns Ausraster)

Wird Khedira der neue Spaßvogel?

Khedira oder Kuzmanovic würde er auch zutrauen, die Rolle des Spaßvogels zu übernehmen, die er in den letzen Jahren ausgefüllt hat.

"Ich hatte im Team den Spitznamen "Papa Jambo", weil ich mich oft wie ein Vater um die Mannschaft gekümmert habe."

Im Gegensatz zu Magnin äußerte sich Khedira im "Mannheimer Morgen" allerdings positiv über Lehmann:

"Jens ist ein Teil unserer Mannschaft. Er ist nach wie vor einer der besten deutschen Torhüter und hat in seiner Karriere viele Erfahrungen gesammelt, von der insbesondere die jungen Spieler profitieren."

WM-Traum war unter Babbel in Gefahr

Den VfB verlässt Magnin, weil er unter Markus Babbel keine Chance mehr gesehen habe, in der Rückrunde regelmäßig zu spielen.

Dadurch sei sein erklärtes Ziel, "bei der WM dabei zu sein", in Gefahr geraten. Allerdings hegt er keinen Groll gegen seinen kürzlich entlassenen Trainer:

"Mit dem Trainer Markus Babbel habe ich zwar Meinungsverschiedenheiten gehabt, doch den Menschen habe ich immer sehr gemocht."

Auch nachdem der Champions-League-Knaller gegen den FC Barcelona feststand, bereute der Schweizer die Entscheidung in seine Heimat zurückzukehren nicht.

"Barcelona ist für mich nichts Neues, ich habe schon im Camp Nou gespielt. Real Madrid hätte mir weh getan."

"Ailton ist manchmal nicht ganz dicht"

Magnin kann sich allerdings nicht vorstellen, so wie sein Ex-Kollege Ailton bei Uerdingen, mal in einer unteren Spielklasse aufzulaufen:

"Der ist manchmal nicht ganz dicht, der Toni. Bei Werder hat er immer Tiger-Slips getragen. Mit ihm war jeder Tag ein Höhepunkt."

Und Magnin ergänzte: "Mit 35 Jahren werde ich aber ganz sicher nicht bei einer unterklassigen deutschen Mannschaft spielen."

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