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Startelf-Rückkehrer Arjen Robben (r.) umarmt Thomas Müller © getty

Die anhaltende Siegesserie der Bayern verdrängt die Erinnerung an die Turbulenzen davor. Für Hertha sieht es immer düsterer aus.

Vom FC Bayern berichten Martin Hoffmann und Martin van de Flierdt

München - Mario Gomez ist bisher als vieles aufgefallen, nicht jedoch als Festtagshasser.

An diesem Abend aber bekannte der Bayern-Stürmer: "Ich ärgere mich, dass Weihnachten jetzt ansteht."

Nicht wegen einer Aversion gegen Lichterketten, Plätzchen und Kitschdekorationen: Die Weihnachtspause kommt ihm sportlich ungelegen - so gut, wie es für ihn und seinen Klub gerade läuft.

Die Bayern-Welt ist in Ordnung nach dem ungefährdeten 5:2 gegen Hertha BSC186162(DIASHOW: Bilder des Spieltags).

So weit weg wie Hoeneß' Amtsantritt

Es regiert freudige Besinnlichkeit bei einem Klub, der vor wenigen Wochen noch tief in der Sinnkrise steckte.

Die wirkt nach den Erfolgserlebnissen der vergangenen Wochen mittlerweile ähnlich weit weg wie Uli Hoeneß' Amtsantritt an Manager.

Der schwache Saisonstart, das zwischenzeitlich drohende Champions-League-Aus, die Diskussion um Trainer Louis van Gaal - alles vergessen nach sechs Pflichtspielsiegen in Folge und dem erneut dominanten Auftritt.

Lob für den "Fels in der Brandung"

Nur noch unbestimmt spricht Hoeneß' Nachfolger Christian Nerlinger von einer "intensiven Hinrunde mit Höhen und Tiefen".

Der Sportdirektor sieht sein Team nun in einer "hervorragenden Ausgangsposition in allen drei Wettbewerben" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nerlinger pries speziell den vor einiger Zeit noch so umstrittenen van Gaal: "Es hat gewaltigen Druck von außen gegeben. Aber Louis van Gaal war wie ein Fels in der Brandung."

Der "Prozess", von dem van Gaal so oft sprach, er ist aus Nerlingers Sicht in Gang gekommen. Van Gaal sei "sich in der schweren Situation treu geblieben, das hat sich gelohnt. Jetzt sieht man Automatismen."

Vorfreude auf Ribery

Van Gaal selbst befand: "So wollen wir als Bayern München immer auftreten."

Und er glaubt, dass das nach der Winterpause auch zumindest öfter passieren wird - zumal dann auch der Regisseur der Bayern zurück sein wird.

"Mit Franck Ribery können wir wahrscheinlich noch Besseres leisten", glaubt van Gaal: "Und wenn wir Besseres leisten als in den letzten Wochen, dann haben wir auch große Chancen einen Titel zu holen."

"Nicht auf die Art und Weise"

Während Bayerns Coach sich auf "ruhige Weihnachten" freut, kann die Hertha mittlerweile nur noch auf ein weit bis ins neue Jahr ausgedehntes Festtagswunder hoffen, will sie sich in der Liga halten.

Auch wenn die Berliner mit der Niederlage rechnen mussten, hatten sie nicht mit dem Charakter der Niederlage gerechnet.

"Man kann bei Bayern verlieren, aber nicht auf die Art und Weise", hielt Sportchef Michael Preetz frustriert fest.

Tasmanische Verhältnisse

Die zarte Aufbruchstimmung nach den Erfolgserlebnissen in der Europa League und in Leverkusen: Dahin nach einem Auftritt, an dem annähernd nichts stimmte.

Besonders nicht in der Defensive, wo der Plan, den Bayern eine kompakte Hintermannschaft entgegenzusetzen, hinfällig wurde durch die erschreckende Leichtigkeit, mit der sich Hertha immer wieder überrennen ließ.

Mit sechs Punkten aus 17 Spielen hat Hertha die schlechteste Hinrundenbilanz hinter dem legendär konkurrenzunfähigen Lokalrivalen Tasmania im Jahr 1966.

Alle Hoffnung auf die Neuzugänge

Alle Hoffnungen konzentrieren der Hertha sich darauf, dass ihr Team im neuen Jahr "ein anderes Gesicht" (Preetz) haben soll. Mit Theofanis Gekas und wohl auch mit Levan Kobiashvili.

Doch selbst wenn Hertha noch Franck Ribery dazuverpflichten würde, sähe es immer noch düster aus.

"Wir brauchen in der Rückrunde eine Serie von 25 Punkten aufwärts", weiß Preetz. Wie die zu schaffen sein soll, überfordert jede Vorstellungskraft.

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