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HSV-Trainer Bruno Labbadia war als Spieler von 1995-98 für Werder im Einsatz © getty

Der HSV geht nach dem Derby-Sieg gegen Werder zufrieden in die Winterpause. Schaaf sieht sich gut aufgestellt. "Pizza" nörgelt.

Hamburg - Jubel, Trubel und Heiterkeit beim HSV.

Das 19-Tage-Trauma besiegt, eindrucksvoll Revanche genommen und dem Erzrivalen den Rang abgelaufen.

Der Hamburger SV hat eine turbulente Hinrunde mit einem besonderen Derbysieg abgeschlossen (17. SPIELTAG: Ergebnisse und Tabelle).

"Der Stachel hat tief gesessen", sagte Trainer Bruno Labbadia nach dem 2:1 (2:0) gegen Werder Bremen im 91. Nord-Duell - sieben Monate, nachdem die Bremer Hamburgs Titelträume in DFB-Pokal, UEFA-Cup und Bundesliga binnen knapp drei Wochen zerstört hatten.

Auf Platz vier gelandet

"Das war heute ein fantastisches Spiel, das i-Tüpfelchen auf der Hinrunde, die für uns extrem war", sagte Labbadia weiter.

Sein Team schloss die erste Saisonhälfte trotz erheblicher Personalprobleme als Tabellenvierter ab - drei Punkte und zwei Plätze vor dem Nord-Rivalen.

"Absolut verdient gewonnen"

"Bremen ist immer gelobt worden für seine lange Erfolgsserie. Wir haben zwischendurch sieben Spiele in Folge nicht gewonnen, und trotzdem stehen wir jetzt vor ihnen", stellte Labbadia mit Genugtuung fest.

Und Mathijsen ergänzte: "Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Trotz der Roten Karte gegen Jerome Boateng haben wir eine starke Leistung gezeigt und verdient gewonnen.

"Dass wir die Partie für uns entscheiden konnten, war nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Psyche ungemein wichtig. Wir hatten die Partien aus dem Frühjahr natürlich noch im Hinterkopf, jetzt haben wir uns und unseren Fans bewiesen, dass wir das Nordderby unbedingt gewinnen wollten", resümierte David Jarolim.

Bremen rutscht ab

Die Bremer, die zwischenzeitlich 23 Pflichtspiele ohne Niederlage geblieben waren, rutschten durch ihre zweite Pleite in Folge auf den sechsten Platz ab - ein frustrierendes Ende einer eigentlich starken Hinrunde.

Schaaf zufrieden - "Pizza" nicht

"Wir haben nicht zu dem Spiel gefunden, was heute nötig gewesen wäre. Das hat der HSV besser gemacht. Erst zum Schluss hatten wir noch ein paar Möglichkeiten. Das war aber nicht genug. Dennoch haben wir insgesamt eine hervorragende Hinrunde gespielt. Die Mannschaft hat sich schnell gefunden. Wir sind noch in drei Wettbewerben gut vertreten", befand Werders Trainer Thomas Schaaf.

"Wir liegen jetzt schon viele Punkte hinter dem Ersten", sagte Stürmer Claudio Pizarro etwas kritischer und monierte: "Wir hatten heute nicht den nötigen Willen von Anfang an."

Mathijsen mit der Führung - Boateng raus

Schon früh hatte vor 57.000 Zuschauern in Hamburgs ausverkaufter WM-Arena Joris Mathijsen den HSV in Führung gebracht (9.).

Ab der 32. Minute mussten die Hamburger zwar ohne Nationalspieler Jerome Boateng auskommen, der nach einer vermeintlichen Notbremse an Marko Marin von Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf die Rote Karte erhielt.

"Kopflos gespielt"

Doch die Gastgeber konterten geschickt und erhöhten durch Marcell Jansen noch vor der Pause auf 2:0 (36.). Naldo gelang in der Nachspielzeit nur noch der Bremer Anschlusstreffer (90.+3).

"Wir haben zu kopflos gespielt, haben es viel zu kompliziert gestaltet, das ging auf diesem Platz nicht. So sind wir immer angelaufen, ohne Wirkung zu haben. Wir haben das falsche Mittel angewendet", stellte Schaaf fest.

Pech mit dem Aluminium

Allerdings hatten die Bremer mit drei Lattentreffern auch viel Pech: Naldo (27.), Aaron Hunt (84.) und Marin (85.) trafen nur Aluminium.

"Man muss sagen, dass der HSV einen Tick aggressiver war als wir", gestand Bremens Sportdirektor Klaus Allofs.

Özil nicht in Form

Auch im zweiten Durchgang blieben wirklich zwingende Aktionen der nun über Feldvorteile verfügenden Bremer lange Zeit aus.

Regisseur Mesut Özil erreichte nicht annähernd Normalform, auch die Spitzen Marin und Claudio Pizarro blieben den Nachweis ihrer Gefährlichkeit meist schuldig. Erst in der Schlussphase drängte Werder.

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