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Die widrigen Wetterverhältnisse machten den Kölnern nichts aus © getty

Die Geißböcke sorgen mit ihrem 3:0 gegen Nürnberg für ein kleines Wintermärchen. Beim FCN steht Trainer Oenning vor dem Aus.

Köln - Mit dem höchsten Saisonsieg hat der 1. FC Köln für Ruhe unterm Tannenbaum gesorgt, aber die Ära Michael Oenning beim 1. FC Nürnberg möglicherweise beendet.

Die Mannschaft des ebenfalls zuletzt in die Kritik geratenen FC-Trainers Zvonimir Soldo kam am Sonntag im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres zu einem 3:0 (1:0) gegen den Club und rückte mit nunmehr 18 Punkten nach dem ersten Sieg gegen die Franken seit 16 Jahren auf den zwölften Tabellenplatz vor.

Nach der vierten Pleite in Folge überwintert Nürnberg (12 Punkte), das zuvor sechsmal in Folge gegen Köln gewonnen hatte, auf dem vorletzten Platz.

"Wir haben noch eine komplette Rückrunde vor uns. Alles ist möglich. Was der Verein macht - da bin ich der falsche Ansprechpartner. Bislang habe ich die Rückendeckung des Vereins verspürt", sagte Oenning.

"Köpfe freibekommen"

"Fakt ist aber, dass die Mannschaft wieder drei Gegentore bekommen hat. Die Pause wird guttun, die Köpfe freizubekommen."

Präsident Franz Schäfer sprach von einer katastrophalen Lage.

"12 Punkte nach der Vorrunde sind selbst für einen Neuling zu wenig. Wir müssen jetzt die Hinrunde analysieren und nichts außen vor lassen. Wir haben Oennings Vertrag im Januar verlängert. Natürlich ist auch seine Position zu diskutieren, das werden wir am Montag machen", meinte der FCN-Chef.

Hecking Nachfolge-Kandidat

Nach Informationen der "Bild" ist Dieter Hecking erster Kandidat auf das mögliche Erbe Oennings.

Der Club gab keinen einzigen Schuss aufs Kölner Tor ab und verlor zudem Juri Judt in der 84. Minute nach wiederholtem Foulspiel durch eine Gelb-Rote Karte. Trotz aller Treuebekundungen im Vorfeld dürfte die Luft für Oenning dünn werden.

Schäfer sieht das "Kernproblem" aber woanders: "Normalerweise müssten wir 10 bis 12 Spieler abgeben. Sie zeigen immer wieder, dass sie nicht bundesligatauglich sind."

Hochstimmung in Köln

Dagegen herrschte auf der Gegenseite kölsche Hochstimmung.

"Wir wollten einen würdigen Abschluss schaffen. Mit diesem 3:0 war es eine ordentliche Hinrunde, auch, weil wir noch im Pokal-Viertelfinale stehen. Am Anfang der Saison haben wir auch gut gespielt, aber die Punkte liegen lassen, die wir jetzt geholt haben", sagte Podolski

Er warnte aber auch: "Nach einem Spiel darf man jetzt nicht alles schönreden. Wir hatten auch Heimspiele, die waren grottenschlecht."

Innenverteidiger Pedro Geromel hatte in der 37. Minute per Kopf das 1:0 und das erste FC-Tor nach 407 Minuten erzielt, für die Entscheidung sorgte Angreifer Milivoje Novakovic mit einem

Doppelpack (70. und 77.). Die Kölner zogen mit den Saisontoren 8 bis 10 doch noch an der Tasmania aus Berlin vorbei, die 1965/66 in der Hinserie mit nur 8 Treffern einen Minusrekord aufgestellt hatte.

Podolski, Vorlagengeber zum 2:0 und seit seiner Rückkehr im Sommer nur einmal in der Liga erfolgreich, musste aber einen weiteren persönlichen Wermutstropfen nehmen.

Traurige "Poldi"-Marke

Kölns Publikumsliebling rückte in den Klub der Bundesliga-Angreifer auf, die 1000 oder mehr Minuten am Stück ohne Torerfolg waren.

Seine Marke steht nun bei 1061 Minuten.

Auf dem durch den stundenlangen Schneefall am Sonntag schwierig bespielbaren Platz kam von den Gästen über weite Strecken erschreckend wenig.

In der 62. Minute hatte Oenning genug davon und nahm die Stürmer Isaac Boakye und Marek Mintal vom Feld.

Allerdings war dies auch ein Ergebnis des Kölner Defensivverhaltens, der FC gehört in Bezug auf die Abwehr zur Bundesliga-Spitze. So verdienten sich neben Torschütze Geromel Abräumer Petit und Novakovic ein Sonderlob. Bei Nürnberg ragte lediglich Torhüter Stephan heraus.

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