Das Sportjahr 2009 hatte es mit Doping- und Eheaffären richtig in sich. Eine Sportlerin wusste durch Leistung zu überzeugen.

München - Auch 2009 führt Tiger Woods die Sport-Geldrangliste mit 67 Millionen Euro Jahresverdienst an. Aber in der Geschwindigkeit des gesellschaftlichen Absturzes stellte der Golf-Superstar wohl ebenso einen neuen Rekord auf.

Durch den Ehekrach mit seiner Frau und die zahlreichen Affären, die in diesem Zusammenhang ans Licht kamen, litt das Image des Amerikaners beträchtlich. Mehrere Werbepartner sprangen ab.

[image id="f633c22f-65d2-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Einer der besten Golfer aller Zeiten hatte neben dem Platz eine schwere Niederlage einstecken müssen.

Aber auch andere sportliche Helden fielen 2009 tief.

Die fünffache Olympiasiegerin Claudia Pechstein wurde von Internationalen Eisschnelllauf-Weltverband für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt.

Und das, obwohl keine positiven Dopingproben von ihr vorlagen, nur verdächtige Blutwerte, die auf Blutdoping schließen ließen.

Eine Bestrafung nur aufgrund von Indizien, ein bislang einmaliger Vorgang. Aber wohl ein unverzichtbares Mittel im Kampf gegen Doping.

Pechstein kämpfte: um ihren Ruf, um ihre Karriere, sie kämpfte via Medien, beteuerte ihre Unschuld, sie kämpfte vor Gericht.

Am Ende erreichte sie sogar die Starterlaubnis für den Weltcup in Salt Lake City. Doch dort verpasste die 37-Jährige die Olympia-Qualifikation aufgrund ihres Trainingsrückstands klar.

Der Wettkampf in Salt Lake City war wohl der letzte ihrer Karriere. Alles andere als ein glorreicher Abschied für die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin aller Zeiten.

Auch wenn Pechstein Doping nicht direkt nachgewiesen werden kann - die Indizien sprechen gegen sie. So hat auch ihr Ruf trotz aller Medienkampagnen arg gelitten.

Gleiches gilt für Schwimm-Star Michael Phelps und Ex-Tennisstar Andre Agassi, wenngleich die Öffentlichkeit auf deren Drogenbeichten weit weniger geschockt reagierte.

Die Phrase "Sportler sind auch nur Menschen" wird dann schnell zur Verteidigung der Sünder genutzt.

Doch dieses Argument darf eben für Sportler gerade nicht gelten. Sportler sind vor allem auch Vorbilder, Vorbilder für die Jugend. Man erwartet von ihnen, dass sie gesellschaftliche Werte wie Treue und Ehrlichkeit vorleben.

Eine, die sich in diesem Jahr keine Skandale zu Schulden kommen hat lassen, ist die deutsche Vorzeigefahrerin Maria Riesch.

Mit zwei Kreuzbandrissen in jungen Jahren hatte die 25-Jährige schon einiges durchmachen müssen, verpasste zwei Großereignisse wegen schwerer Verletzungen.

Im Winter 2008/09 war sie dann im Slalom in der Form ihres Lebens, gewann vier Rennen nacheinander. Und dann hat sie wieder Pech.

Bei der WM in Val dÌsere stürzt sie im Abfahrtstraining, zieht sich Prellungen und eine Bänderdehnung im Knie zu. Vom Sturz gehandicapt, verpasst sie in den ersten vier WM-Wettbewerben die ersehnte Medaille.

Im Slalom liegt die Top-Favoritin nach dem ersten Durchgang nur auf Rang sechs. Riesch scheint auf ewig vom Pech verfolgt zu sein.

Doch im zweiten Durchgang kämpft sie gegen das Schicksal an, rast auf Rang eins nach vorne und gewinnt die Goldmedaille.

Jeder, der ihren sportlichen Lebensweg in den Jahren zuvor miterlebt hatte, freute sich mit ihr.

"Niemals aufgeben" - mit dieser Devise taugt zumindest Maria Riesch 2009 zum guten Vorbild.

Sport1 Adventskalender: Preise im Wert von über ? 15.000!

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel