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Dieter Hecking hat in Lübeck und Hannover schon mehrfach schwierige Situationen erlebt © imago

Der ehemalige Trainer von Hannover 96 tritt in Nürnberg die Nachfolge des am Montag entlassenen Michael Oenning an.

Nürnberg - Zwei Tage vor Weihnachten hat sich der 1. FC Nürnberg selbst beschenkt und nach 22-stündiger Suche seinen Wunschkandidaten Dieter Hecking als neuen Trainer verpflichtet.

Der frühere Coach von Hannover 96, der von Beginn an der Favorit bei den abstiegsbedrohten Franken war, wurde am Dienstagnachmittag bereits als neuer Übungsleiter vorgestellt - genau einen Tag, nachdem sich der neunmalige Deutsche Meister von Michael Oenning getrennt hatte.

Hecking erhält beim Tabellenvorletzten der Bundesliga, der zuletzt vier Partien in Folge ohne eigenes Tor verloren hatte, einen Vertrag bis zum Saisonende. Im Falle des Klassenerhaltes wird der Kontrakt automatisch um ein Jahr verlängert.(Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Es brennt wieder bei mir. Ich bin heiß auf diese neue Aufgabe", sagte Hecking: "Dass die Situation schwer ist, muss ich nicht noch einmal groß betonen. Das zeigt der Blick auf die Tabelle."

Dort hat der 1. FCN nach der schlechtesten Hinrunde in seiner Bundesliga-Geschichte vier Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16.

"Aber Dieter Hecking ist ein Trainer, der sich vor keiner schweren Aufgabe scheut. Ich denke, wir haben mit ihm eine gute Entscheidung getroffen, um die harte Rückrunde erfolgreich meistern zu können", sagte Präsident Franz Schäfer.

"Klare Vorstellungen" wichtig

Hecking, der im August just vor dem Spiel in Nürnberg bei 96 zurückgetreten war, hatte das Engagement in Franken an Bedingungen geknüpft. "Der Verein muss klare Vorstellungen haben", hatte der 45-Jährige betont.

Präsident Schäfer und Manager Martin Bader haben Hecking bei den gemeinsamen Gesprächen aber offensichtlich von ihrem Konzept überzeugt. Laut Bader gehörte dazu, dass der Neue bereit ist, den unter Oenning eingeschlagenen Jugendkurs weiterzusteuern.

Hecking lobte die Arbeit seines Vorgängers demonstrativ, seinen Spielern kündigte er aber harte Tage an. "Fußball-Profis haben einen Traumjob, diesen gilt es aber auch mit Leben zu füllen", sagte er. Den für 2. Januar geplanten Trainingsauftakt verlegte Hecking auf den 28. Dezember vor.

Vertrag bei 96 aufgelöst

"Diese Woche können wir dann im Sommer noch dranhängen, wenn der Klassenerhalt perfekt ist", meinte er dazu. Um in Nürnberg anzufangen, löste Hecking sein noch laufendes Arbeitspapier bei Hannover, wo er noch bis 30. Juni 2010 auf der Gehaltsliste stand.

Er erfüllt das Anforderungsprofil des Club, das Schäfer so umschrieb: "Du brauchst einen Trainer, der Erfahrung hat, auch im Abstiegskampf." Hecking hat den VfB Lübeck 2003 vor dem Abstieg aus der Zweiten Liga gerettet, Hannover 96 schaffte mit ihm nach seiner Amtsübernahme 2007 den Klassenerhalt in der Bundesliga.

Mit Lübeck ist er jedoch 2004 auch aus der Zweiten Liga abgestiegen. "Ich glaube, dass ich hier die richtige Mischung finden werde", sagte Hecking. Zugänge wollte er zumindest öffentlich nicht fordern, obwohl Schäfer und Bader ihm diese in Ausicht stellten.

Hecking will Kampfgeist wecken

"Unser Kader ist groß genug, ich vertraue den Jungs", sagte Hecking, der vom Club am Montagabend erstmals kontaktiert wurde und am Dienstag mit seiner Frau zu den Vertragsverhandlungen nach Franken gereist war.

"Wir müssen eine Stimmung erzeugen, dass wir die Klasse doch noch halten werden", formulierte Bader die Erwartungen an Hecking. Der will in Nürnberg Kampfgeist wecken. "Es geht nicht um das schöne Spiel, es geht um Kratzen und Beißen. Es muss eine unangenehme Sache sein, gegen den Club zu spielen."

Am 3. Januar reist er mit seiner neuen Mannschaft ins Trainingslager nach Belek (Türkei), am 17. Januar beginnt die Mission Klassenerhalt bei Schalke 04.

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