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Dieter Hoeneß war als Spieler von 1979 bis 1987 beim FC Bayern aktiv © imago

Bei Sport1.de redet Dieter Hoeneß erstmals über seine neue Aufgabe beim VfL Wolfsburg und die Zusammenarbeit mit Armin Veh.

Von Daniel Rathjen

München - Dieter Hoeneß ist zurück auf der großen Bühne.

Als Vorsitzender der Geschäftsführung ist er künftig der neue starke Mann beim VfL Wolfsburg.

Und der 56-Jährige brennt auf die Herausforderung.

"Klar, ich bin heiß darauf, wieder einzusteigen", sagt er am Dienstag am Telefon zu Sport1.de.

Eigentlich wollte er sich noch eine längere Auszeit gönnen. Er genoss die fußballlose Zeit - unter anderem mit einem Urlaub in Südafrika. Doch die Herausforderung reizt ihn zu sehr.

"Ich habe wieder richtig Lust auf die Bundesliga", stellt er klar.

"Eigentlich wollte ich erst im März wieder einsteigen, doch das Angebot vom VfL Wolfsburg war so schlüssig und überzeugend, dass ich bereits jetzt diesen Entschluss getroffen habe."

Hervorragende Bedingungen

Viele Argumente waren nicht nötig, um ihn überzeugen zu können.

"Natürlich habe ich das ein oder andere Gespräch führen müssen. Aber die Rahmenbedingungen sind in Wolfsburg hervorragend."

Den Ausschlag haben die Gespräche mit den Verantwortlichen von VW gegeben.

"Da habe ich einfach gemerkt, dass sehr viel Professionalität und Begeisterung da ist. Das zusammen ergibt eine perfekte Mischung."

Vorgesetzter von Veh

Für Hoeneß änderte der Deutsche Meister sogar extra die Führungsstruktur. Bei der VfL Wolfsburg Fußball GmbH gab es bislang drei mehr oder weniger gleichberechtigte Geschäftsführer.

Jetzt ist Hoeneß der Vorgesetzte von Armin Veh und Wolfgang Hotze, der für Finanzen und Controlling zuständig ist.

Nicht mehr dabei ist Jürgen Marbach, der seit Juli 2008 für Marketing, Organisation und Stadion verantwortlich war.

Der Grundstein ist somit gelegt. Wenn Hoeneß am 15. Januar seinen Dienst antritt, wird sich noch mehr verändern.

"Natürlich kann man dort noch gestalten - ganz klar. Der Verein ist noch nicht fertig", hat Hoeneß bereits festgestellt.

"Ich kann gestalten"

"Was die Strukturen anbelangt, ist noch etwas zu verändern beziehungsweise zu erweitern." Mehr wolle er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Für ihn ist wichtig: "Mit dem Partner VW im Rücken sind die Mittel da, nicht nur gestalten zu wollen, sondern es auch zu können."

Bei seiner Arbeit setzt der ehemalige Hertha-Manager übrigens auf enge Kooperation mit seinen Kollegen - auch mit Trainer Armin Veh.

Intensiver Austausch folgt

"Ich werde mir alles zunächst einmal von innen anschauen und mich insbesondere mit Armin Veh und den anderen Scouts intensiv austauschen", kündigt er an.

Wird also aus Hoeneß und Veh ein neues Erfolgsduo?

Am Sonntagabend hatten die beiden lange telefoniert und Kompetenzen abgesteckt.

"Ich bin überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Dieter Hoeneß zum Wohle des VfL sein wird", sagte Veh daraufhin, der sich am Montagabend in seiner Heimat Augsburg das Zweitliga-Spiel gegen Kaiserslautern anschaute.

Aus dem Wolfsburger Umfeld heißt es ohnehin, dass Veh vor seinem Amtsantritt im Sommer war davon ausgegangen war, beim VfL "nur" als Trainer zu arbeiten.

Quasi über Nacht wurden ihm noch die weiteren Ämter Sportdirektor und Geschäftsführer nahe gelegt.

Im Laufe der Hinrunde soll der Coach dann in Gesprächen mit dem Aufsichtsrat angeregt haben, einen weiteren Mann zu holen, der ihn im sportlich-organisatorischen Bereich entlastet.

"Sie ergänzen sich perfekt"

Der scheidende Geschäftsführer Marbach kennt Veh und Hoeneß.

Er sagte der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung": "Es kann ein Risiko sein, dass sich zwei starke Persönlichkeiten um Kompetenzen streiten, aber ich denke eher, dass sie sich perfekt ergänzen und gegenseitig entlasten."

Hoeneß werde Veh in der Öffentlichkeit viel Druck abnehmen. Außerdem sei Veh ein absoluter Teamplayer.

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