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Dieter Hoeneß war von 1997 bis 2009 für Hertha BSC Berlin als Manager tätig © getty

Dieter Hoeneß äußert sich zu seinen Zielen mit dem VfL Wolfsburg. Außerdem erklärt er sein Verhältnis zu Trainer Armin Veh.

Von Daniel Rathjen

München - Dieter Hoeneß hat ambitionierte Ziele mit dem VfL Wolfsburg.

Erreichen kann er die nur gemeinsam mit Trainer Armin Veh. Auch deshalb hat sich der neue Vorsitzende der Geschäftsführung genau informiert, bevor er den Niedersachsen seine Zusage gegeben hat.

Schließlich war Veh zuvor Coach, Sportchef und Geschäftsführer in Personalunion.

Veh ist in der Geschäftsführung geblieben, als neuer starker Mann dort ist jedoch zweifellos Hoeneß anzusehen.

"Ich werde die sportliche Verantwortung haben", stellt Hoeneß im Sport1.de-Interview fest. Denn auch der ehemalige Hertha-Manager hat eindeutige Vorstellungen, was den neuen Job, aber auch die künftige Rollenverteilung anbetrifft.

Sport1.de: Herr Hoeneß, wie sehr kribbelt es bei Ihnen?

Dieter Hoeneß: Ich habe wieder richtig Lust auf die Bundesliga. Eigentlich wollte ich erst im März wieder einsteigen, doch das Angebot vom VfL Wolfsburg war so schlüssig und überzeugend, dass ich bereits jetzt diesen Entschluss getroffen habe.

Sport1.de: Was hat den Ausschlag für Ihre Entscheidung gegeben?

Hoeneß: Die Bedingungen sind in Wolfsburg hervorragend. Den Ausschlag haben die Gespräche mit den Verantwortlichen von VW gegeben. Ich habe einfach gemerkt, dass da sehr viel Professionalität und Begeisterung da ist. Das zusammen ergibt eine perfekte Mischung.

Sport1.de: Was reizt Sie?

Hoeneß: Der Verein ist noch nicht fertig. Was die Strukturen anbelangt, da ist noch etwas zu verändern beziehungsweise zu erweitern. Mit dem Partner VW im Rücken sind dann auch die Mittel da, nicht nur gestalten zu wollen, sondern es auch zu können.

Sport1.de: Worin besteht Ihre Hauptaufgabe?

Hoeneß: Ich werde die sportliche Verantwortung haben, natürlich in enger Kooperation mit Armin Veh.

Sport1.de: Viele sprechen in diesem Fall von einer Entmachtung von Armin Veh...

Hoeneß: Das ist Unsinn! Ich habe meine Entscheidung auch erst nach einem ausführlichen Gespräch mit Armin Veh getroffen. Ich wollte, dass nichts zwischen uns im Raum steht, denn ich habe auch gelesen, wie er sich im Vorfeld geäußert hat. Aber unser Gespräch war so gut und unmissverständlich, dass es da überhaupt keine Probleme gibt.

Sport1.de: Wie steht er zu Ihnen?

Hoeneß: Alle Missverständnisse haben wir innerhalb von 30 Minuten ausgeräumt. Dann war für mich klar, dass er meine Verpflichtung begrüßt. Gleichzeitig habe ich erfahren, dass es offenbar schon vor Monaten Gespräche mit Francisco Javier Garcia Sanz (Aufsichtsratvorsitzender, Anm. d. Red.) gegeben hat, in denen - auch von Armin Veh - beschlossen wurde, dass aufgerüstet werden soll.

Sport1.de: Der Zeitpunkt Ihrer Verpflichtung ist aus Vehs Sicht aber nicht optimal...

Hoeneß: Richtig. Das war auch das einzige Problem, das er hatte. Er hätte es natürlich lieber gesehen, wenn ich in einem Moment der Stärke gekommen wäre. Aber möglicherweise wäre ich in drei Monaten gar nicht mehr zur Verfügung gestanden.

Sport1.de: Sie hatten andere Angebote?

Hoeneß: Es gab ein paar Optionen. Ich habe verschiedene Gespräche geführt, mich aber letztlich für Wolfsburg entschieden.

Sport1.de: Wie definieren Sie die Rolle von Armin Veh?

Hoeneß: Fakt ist: Armin Veh ist in erster Linie Trainer. In zweiter Linie ist er eben auch Teil der Geschäftsführung. Aber vor allem Trainer. Und das ist ein Job, der, wenn man ihn wie Armin Veh richtig macht, sehr aufwändig ist. Deswegen bin ich eine Unterstützung.

Sport1.de: Stört Sie das Wort Macht?

Hoeneß: Ja. Es ist irgendwie modern geworden, immer von Macht zu reden. Da ist eine Art "Kult" entstanden, der mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Es geht nicht um Macht, sondern um Verantwortung und darum, dass man etwas bewegt. Klar, um etwas zu bewegen braucht man natürlich Autorität und Entscheidungskraft. Doch es kommt darauf an, das Potenzial zu bündeln.

Sport1.de: Was ist Ihre Vision mit dem VfL Wolfsburg?

Hoeneß: Es muss ganz klar unser Ziel sein, den VfL Wolfsburg mittelfristig in der Spitzengruppe zu etablieren und dafür zu sorgen, dass er nachhaltig dort bleibt. Wir wollen regelmäßig ins internationale Geschäft. Das ist ein ehrgeiziges, aber machbares Ziel. Dafür will ich die Rahmenbedingungen schaffen.

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