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Christian Gross übernahm das Traineramt in Stuttgart am 6. Dezember © imago

Im Tabellenkeller geht das Licht zuerst an: Stuttgart, Nürnberg, Freiburg und Hannover starten die Rückrundenvorbereitung.

München - Start der "Mission Klassenerhalt" in Stuttgart, Hoffnung auf ein Ende des Enke-Traumas in Hannover, frischer Wind in Nürnberg und nachträgliche Bescherung in Freiburg:

Vier abstiegsbedrohte Bundesligisten nahmen am Montag mit unterschiedlichen Vorzeichen das Training auf, um sich in der ungewohnt kurzen Zeit bis Mitte Januar auf den Start der Rückrunde vorzubereiten.

Gross: Barca nur "ein Dessert"

Ohne den verletzten Kapitän Matthieu Delpierre, aber mit einer klaren Ansage von Trainer Christian Gross eröffnete der VfB Stuttgart den Kampf gegen den sportlichen Super-GAU.

"Den Abstieg zu verhindern ist das einzige Ziel, nur das zählt. Dafür müssen wir alle unsere Kräfte bündeln. Unentschieden bringen uns nicht weiter", sagte der erst seit rund drei Wochen amtierende Coach Gross und bat zu einem 50-minütigen Lauf.

Die Champions League, in der der große FC Barcelona im Achtelfinale wartet, sei "nur ein Dessert".

Boka beim Afrika Cup

Neben Delpierre vermisste Gross auch Linksverteidiger Arthur Boka, der mit der Elfenbeinküste ab dem 10. Januar beim Afrika Cup aktiv ist.

Auch Rekonvaleszent Martin Lanig machte den Lauf im Gegensatz zu Sportvorstand Horst Heldt und Gross selbst, der das Ziel hinter Heldt als Letzter erreichte, nicht mit.

Hannover will Trauma abschütteln

Hannover 96 hofft, dass die emotionale Krise nach dem Selbstmord Robert Enkes nicht im sportlichen Fiasko endet.

"Wir haben bei den Spielern Rücksicht auf die Situation genommen und auf einige Dinge sensibler reagiert, als das sonst der Fall gewesen wäre. Jetzt werden wir die Zügel aber wieder anziehen", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke und kündigte an:

"Wir werden klare Vorgaben machen, an die sich jeder zu halten hat."

Psychologische Hilfe für 96-Profis?

Der psychischen Belastung für die Profis, die nach Enkes Selbstmord am 10. November kein Spiel mehr gewonnen haben, ist er sich aber weiterhin bewusst. Möglicherweise soll nun professionelle psychologische Hilfe zu Rate eingeholt werden.

Die Lage ist brenzlig. Nach sechs Spielen ohne Sieg in Folge hat 96 nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Hecking sortiert in Nürnberg um

Dieter Hecking musste bei seinem ersten Training als Coach des 1. FC Nürnberg auf vier Spieler verzichten.

Javier Pinola weilt aus familiären Gründen noch in Argentinien, Isaac Boakye hat Probleme mit seinem Rückflug aus Ghana, und die Australier Matthew Spiranovic und Dario Vidosic stehen im Kader ihrer Nationalteams für das Asien-Cup-Qualifikationsspiel gegen Kuwait am 6. Januar.

Vor rund 1500 Fans verzichtete Hecking am Montag auf Peter Perchtold, Güngör Kaya und Tomasz Welnicki, die der Nachfolger Michael Oennings zur zweiten Mannschaft in die Regionalliga schickte.

Von dort holte Hecking den 20 Jahre alten Abwehrspieler Philipp Wollscheid zu den Profis. Wollscheid soll auch am 2. Januar mit ins Trainingslager ins türkische Belek fliegen.

Toprak-Rückkehr in Freiburg

Der SC Freiburg verkündete zum Trainingsstart die Verpflichtung des senegalesischen Nationalstürmers Pappis Demba Cisse. Der 24-Jährige wechselt vom französischen Zweitligisten FC Metz zum Aufsteiger.

Cisse soll nach Angaben der französischen Sportzeitung "L'Equipe" eine Ablöse von 1,6 Millionen Euro kosten. Der Angreifer wird am Samstag in Freiburg eintreffen.

Zum Trainingsauftakt begrüßen konnte SC-Trainer Robin Dutt am Nachmittag schon Neuzugang Hamed Namouchi. Der 17-malige tunesische Nationalspieler nahm an der Laufeinheit ebenso teil wie der nach einem Kart-Unfall lange verletzte U19-Europameister Ömer Toprak.

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