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Jermaine Jones wechselte 2007 von Eintracht Frankfurt zu Schalke 04 © getty

Jermaine Jones spricht im ersten Teil des Sport1.de-Interviews u.a. über seinen Comeback-Plan und angeblichen Ärger mit dem Trainerstab.

Von Christian Paschwitz

München - In den vergangenen beiden Spielzeiten war Jermaine Jones Stammspieler und Leistungsträger bei Schalke 04.

Nach einem Haarriss im linken Schienbein und zwei Operationen hat der 28-Jährige in dieser Saison noch keine Sekunde gespielt.

"Mitte Februar will ich aber wieder angreifen", sagt Jermaine Jones zu Sport1.de.

Im Interview spricht der ehemalige Nationalspieler über seine Arbeit in der Reha, stellt klar, dass er nie Zoff mit Konditionstrainer Werner Leuthard gehabt hat.

Zudem nimmt er Stellung zu den "Dauer-Themen" Finanzlage und Neuer-Wechsel und redet über sein Verhältnis zu Trainer Felix Magath.

Sport1.de: Herr Jones, Ihr Haarriss im linken Schienbein und nunmehr zwei Operationen liegen zwar schon etwas länger hinter Ihnen - doch wie geht's Ihnen momentan eigentlich?

Jermaine Jones: Ich bin immer noch in der Reha, habe noch leichte Probleme am Schienbein, bin aber gut in der Zeit, was mein Comeback angeht. Leider hat es nicht früher geklappt, die Ärzte haben mir geraten, noch länger Pause zu machen.

Sport1.de: Warum? Und wann greifen Sie wieder an?

Jones: Bei jeder Bewegung merkt man halt den Knochen, der noch nicht richtig fest ist. Mitte Februar will ich aber wieder angreifen. Im Moment mache ich noch ein bisschen Urlaub in den USA, aber sonst ackere ich jeden Tag mehrere Stunden in der Reha in Düsseldorf.

Sport1.de: Gespielt haben Sie in dieser Saison noch keine Sekunde. Können Sie da überhaupt ein persönliches Zwischenfazit ziehen?

Jones: Das ist schwierig, weil ich ja eben nicht gespielt habe. Von außen betrachtet läuft es aber sehr gut: Die jungen Kerle, die da reingeworfen wurden in die Mannschaft, machen das alle gut. Man kann nur zufrieden sein.

Sport1.de: War Platz zwei zur Halbserie zu erwarten, auch hinsichtlich des Trainerwechsels?

Jones: Die Truppe war von der Qualität her immer stark. In der Vorsaison aber haben viele Dinge nicht gestimmt, durch Felix Magath nun hat sich viel geändert. Es passt alles zusammen, und das erklärt auch den Erfolg auf Schalke. Deshalb stehen wir zu Recht auf Platz zwei. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de: Dabei gab es einige öffentliche Störfeuer. Zum Beispiel war eine angeblich drohende Insolvenz immer wieder Thema.

Jones: Diese Querschläger haben die Mannschaft aber nicht zu interessieren. Im letzten Jahr haben wir uns leider mit zu vielen anderen Sachen beschäftigt, deshalb konnten wir da auch nicht unsere eigentliche Leistung abrufen. Wenn ich aber jetzt sehe, wie von Magath gearbeitet wird und den Leuten drumherum - da werden wir in Ruhe gelassen, und jeder kann sich wirklich aufs Fußballspielen konzentrieren. Da sieht man, das es auf einmal läuft. Wir müssen nur auf dem Platz Gas geben. Für Dinge wie das mit den Finanzen sind andere Leute zuständig.

Sport1.de: Das Hickhack um einen eventuellen Wechsel von Manuel Neuer hat auch nie belastet?

Jones: Vielleicht ist das eine neue Qualität, eben das ausblenden zu können. Wenn der Wechsel zustande kommt, dann können wir eh nichts dran ändern. Warum also sollten wir uns jetzt damit befassen? Selbst Manuel macht das professionell, er hat wieder ein super Halbjahr gespielt. Aber es ist sowieso egal, um wen es geht: Der Trainer sieht das auch so und sagt immer wieder: Wenn das Geld stimmt, kann man auch immer darüber sprechen. Bis es wirklich soweit ist, sollte man sich aber keine Gedanken machen. Man hat es doch gesehen bei Rafinha im Sommer: Da wurde viel spekuliert, und im Endeffekt ist er dageblieben. Nur haben wir uns im letzten Jahr mit so etwas belastet, da waren die Leute vom Kopf her nicht da.

Sport1.de: Während einer Reha-Einheit soll es kürzlich zwischen Ihnen und Konditions-Trainer Werner Leuthard Zoff gegeben haben...

Jones: Ach was, wir haben nie gestritten, das war nie der Fall, und das Gerücht darüber ist eine Frechheit. Ich habe das selbst jetzt erst im Urlaub gehört und darüber gelacht.

Sport1.de: Es hieß, Sie sollen beim Trainieren Schmerzen gehabt haben und sich dann geweigert haben, mit Leuthard weiterzumachen. Weshalb Sie anschließend angeblich zu Magath zum Rapport mussten, wo es dann noch mal geknallt haben soll.

Jones: Wie gesagt: Da ist nichts dran. Ich habe zum einen ein sehr gutes Verhältnis zu Werner. Zum anderen habe ich zuletzt mit ihm gar nicht trainiert, sondern immer mit Markus Zetlmeisl (weiterer Schalker Reha-Trainer, Anm. d.Red.).

Sport1.de: Zwischen Ihnen und Magath ist also alles okay, und Sie haben Schalke auch nicht mit Abschied gedroht, wie ebenso berichtet wurde?

Jones: Nein. Ich habe mit dem Trainer natürlich schon häufiger über die Situation gesprochen, das ist ja klar, wenn man verletzt ist. Wir haben aber nie gestritten oder diskutiert, das ist purer Quatsch. Zwischen mir und Felix Magath ist alles okay.

>>Hier geht es weiter mit dem zweiten Teil des Interviews.

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