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Luca Toni (r.) erzielte für Bayern München 38 Tore in 60 Bundesliga-Einsätzen © imago

Luca Toni ist in München nahezu Geschichte. Der Bayern-Präsident verabschiedet sich von dem Weltmeister mit blumigen Worten.

München - Der Wechsel von Weltmeister Luca Toni von Bayern München zum italienischen Erstligisten AS Rom ist offenbar perfekt.

"Ich wünsche Luca alles Gute in Italien", sagte Uli Hoeneß, Präsident des Rekordmeisters, dem "Münchner Merkur". Zwar steht die offizielle Bestätigung des Transfers durch die Bayern noch aus, nach Hoeneß' Aussage ist diese aber nun auch nicht mehr nötig.

Zumal Hoeneß auch gleich mitteilte, wohin Tonis Weg führt.

"Ich hoffe, er spielt beim AS Rom jetzt noch eine super Rückrunde, dass er viele Tore schießt, zur WM darf und danach dort auch einen Anschlussvertrag bekommt", sagte Hoeneß weiter - und nahm damit den für 1. Januar erwarteten Transfer in Italiens Hauptstadt vorweg.

Ab dem Dreikönigstag, wenn die Roma mit dem Serie-A-Spiel bei Cagliari Calcio ins neue Jahr startet, soll Toni sich in Rom sowohl für einen Platz im WM-Kader der Squadra Azzurra als auch für ein langfristiges Engagement bei seinem neuen Arbeitgeber empfehlen.

Er wird spätestens am Freitag in Rom erwartet, wo er die obligatorische sportärztliche Untersuchung im Krankenhaus Gemelli absolvieren wird.

Premiere gegen seinen Ex-Klub

Am Samstag könnte der 32-Jährige dann sein Debüt im Trikot der Roma beim Freundschaftsspiel gegen den römischen Drittligisten Cisco Roma im Flaminio-Stadion geben. Bei Cisco hatte Toni 1998 in der 3. Liga einen neuen Anlauf unternommen, als seine Karriere schon vorbei schien, ehe sie richtig begonnen hatte.

In 31 Spielen traf er für den Klub, der damals noch Lodigiani hieß, 15-mal - und empfahl sich so für höherklassige Klubs. 2007 landete er letztlich in München.

Elf Millionen Euro ließen sich die Bayern Tonis Wechsel vom AC Florenz an die Isar kosten, weitere zehn Millionen wurden seither im Jahr an Brutto-Gehalt für den lebensbejahenden Angestellten fällig.

Starke erste Saison in München

In seiner ersten Saison an der Isar zahlte Toni die Investition mit 39 Pflichtspieltoren zurück, die Herzen der Fans flogen ihm zu.

Doch danach knickte seine Leistungskurve ab. Unter Trainer Louis van Gaal geriet er zuletzt aufs Abstellgleis, mit seiner Flucht zur Halbzeit des Liga-Spiels gegen Schalke 04 und anschließender Kritik an seinem Coach zerschnitt der stolze Beau das Tischtuch dann endgültig.

Hoeneß und die Bayern hatten daraufhin mehrfach signalisiert, "Toni torlos", wie er jetzt vom Boulevard verspottet wurde, keine Steine mehr in den Weg zu legen.

Vor Lippis Nase

Die Roma, in der Serie A auf Rang vier und auch in der Europa League noch im Geschäft, bot sich als neuer Klub an - und Toni nutzte die Chance, sich für die WM bei Nationalcoach Marcello Lippi ortsnah ins Schaufenster zu stellen.

Auch für die Bayern hat der Transfer seinen Charme. Mit Toni verliert der Verein einen ständigen Unruheherd und zugleich einen seiner teuersten Spieler. Die Roma soll bereit sein, einen Großteil des Gehalts des Stürmers zu bezahlen - angeblich 1,8 Millionen Euro netto für sechs Monate.

Sollte Toni, dessen Vertrag in München bis 2011 läuft, überzeugen, winkt ihm ein Anschlussvertrag bis 2012 - und den Bayern ein hübsches, kleines Ablösesümmchen.

In Rom wird Toni schon sehnsüchtig erwartet. "Luca ist ein solider und zuverlässiger Stürmer. Er ist der Weltmeister, den wir brauchen. Der Klub wird uns im Januar ein schönes Geschenk machen", schrieb Kapitän Francesco Totti kürzlich auf seiner Internetseite.

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