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In 45 Spielen für das holländische Nationalteam gelangen Arjen Robben 11 Tore © getty

Arjen Robben begeistert die Bundesliga. 2009 war für ihn ein sehr hektisches Jahr. Lobende Worte hat er für seinen Arbeitgeber.

Von Martin van de Flierdt

München ? Der spektakulärste Transfer des sommerlichen Wechselfensters kam spät, aber er hatte es in sich.

Erst Ende August heuerte Arjen Robben bei Bayern München an, für 25 Millionen Euro ausgelöst bei Real Madrid, wo er die vergangenen zwei Jahre nach seinem Abschied vom FC Chelsea verbracht hatte.

"Einige Menschen denken, dass die Bundesliga für mich ein Rückschritt sei. Vielleicht, weil die Ligen in England und Spanien höher angesehen sind", sagt der Niederländer.

"Aber ich finde die Bundesliga großartig. Die Stadien sind groß und immer voll."

"Ein sehr hektisches Jahr"

Im Interview mit dem Fachblatt "Voetbal International" blickt Robben nun auf die vergangenen Monate zurück.

"2009 war ein sehr hektisches Jahr. Wir haben bis jetzt noch nicht einmal eine Küche", berichtet er. "Das sagt schon genug aus, wenn man ein paar Monate nach der Ankunft immer noch damit zu tun hat."

Er habe sich mit seiner Frau Bernadien, dem anderthalbjährigen Sohn Luka und dem nächsten Kind im Anmarsch in der neuen Umgebung erst zurechtfinden müssen, nachdem der Transfer sehr kurzfristig zustande gekommen sei.

Ein tiefgreifender Einschnitt

"Außenstehende nehmen mich nur auf dem Fußballplatz wahr. Sie können nicht in den anderen Teil unseres Lebens schauen, obwohl so ein Wechsel einen tiefgreifenden Einschnitt darstellt", schildert Robben. "Aber jetzt haben wir unser Fleckchen gefunden."

Zum neuen Wohlgefühl habe der FC Bayern wesentlich beigetragen.

"Ich wollte zu einem Klub, der mich als Top-Einkauf betrachten würde. Einem Verein, bei dem ich wichtig sein kann", erzählt der Flügelstürmer. "Mit einer Nebenrolle begnüge ich mich nicht."

Mit viel Respekt behandelt

Die Münchner hätten schon Interesse an ihm gezeigt, bevor er zu Chelsea und nach Madrid gegangen sei: "Man hat mir immer das Gefühl vermittelt, dass ich sehr willkommen bin. Klassefußballern bringen die Münchner enormen Respekt entgegen."

An seinen fußballerischen Qualitäten hat es auch in Deutschland nie Zweifel gegeben. Doch eilte Robben bei seinem Wechsel der Ruf voraus, häufig durch Muskelverletzungen auszufallen.

In München verurteilte ihn schon nach wenigen Einsätzen eine Knieblessur zum Zuschauen. "Das kann jedem passieren, das hat mit meinen Muskeln nichts zu tun", verteidigt sich der 25-Jährige.

Robben als Rennwagen

Zudem glaubt er die Ursache für seine diesbezügliche Anfälligkeit ausgemacht zu haben. "Sobald irgendetwas in meinem Rücken quersitzt, funktioniert der ganze Körper nicht mehr wie er soll", erläutert der 45-malige niederländische Auswahlspieler.

"Ich bin schnell und brauche viel Kraft für meine Aktionen. Spezialisten vergleichen das immer mit einem Rennwagen. Wenn da das kleinste Schräubchen nicht richtig festgezogen ist, zerreißt es den ganzen Motor."

Mit Hilfe eines Osteopathen habe er seine Muskelprobleme nun besser im Griff. Einer bemerkenswerten Rückrunde plus anschließender WM-Teilnahme steht daher aus seiner Sicht nichts im Wege.

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