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Präsident Hubert H. Raase (r., mit Trainer Becker) darf wieder kandidieren © getty

Auf der Mitgliederversammlung wurde das befürchtete Führungs-Chaos verhindert. Die Klubführung wieder gewählt werden.

Karlsruhe - Kontinuität statt Krise: Die Mitglieder von Bundesligist Karlsruher SC haben sich bei ihrer Versammlung am Montagabend zwar bis kurz vor Mitternacht Zeit gelassen, dann aber das befürchtete Führungs-Chaos verhindert.

Die Klubführung um Präsident Hubert H. Raase darf bei der nächsten Wahl im kommenden Jahr wieder antreten.

"Die Entscheidung der Mitglieder macht es uns möglich, in Ruhe weiterarbeiten zu können", sagte der erleichterte Raase nach dem Votum der Mitglieder.

Zuvor hatten die Vereinsangehörigen mit der nötigen Zweitdrittel-Mehrheit für eine Satzungänderung gestimmt.

Der Passus, wonach die Klubführung nur zweimal wiedergewählt werden darf, wurde gestrichen.

"Ich bin sehr froh über diese Entscheidung, weil der Weg noch nicht zu Ende ist. Ich bin sicher, dass wir in dieser Konstellation weiter Erfolg haben können und werden", sagte KSC-Trainer Edmund Becker, der mit seiner Mannschaft der Versammlung im Kongresszentrum beiwohnte.

Mehrheit für Satunzgsänderung

Insgesamt stimmten 344 der zu diesem Zeitpunkt anwesenden 510 Mitglieder für die Satzungsänderung. Das Abstimmungs-Ergebnis gilt im Umfeld des Klubs gleichzeitig als Niederlage für den Verwaltungsrats-Vorsitzenden Peter Mayer und Rats-Mitglied Lüppo Cramer.

Sie hatten angeblich darauf gehofft, dass die Satzung in ihrer Form bestehen bleibt, weil sie selbst auf Posten in der Klubführung geschielt haben sollen.

Neben der Abstimmung über die Satzung sorgte ein Auftritt von Rechtehändler und KSC-Mitglied Michael Kölmel für Aufregung.

Großzügiges Angebot

Kölmel, der derzeit einen Rechtsstreit mit dem Klub austrägt, bot dem Verein ein Geldgeschenk in Höhe von einer Million Euro an, falls der KSC den mit ihm im Jahr 2000 ausgehandelten Vertrag erfüllt.

Damals erwarb Kölmel für 15 Millionen Mark das Recht, bei Bundesliga-Zugehörigkeit des KSC in jeder Saison 15 Prozent aus den TV-Einnahmen des Vereins zu kassieren. Mit diesem Vertrag, den die heutige Klubführung für ungültig hält, rettete Kölmel den Klub vor der Pleite.

Im Rechtsstreit bekam Kölmel im Juni in der ersten Instanz Recht, doch der KSC will die geforderten 1,5 Millionen Euro für die zurückliegende Saison nicht zahlen und kündigte einen Gang durch die Instanzen an.

Raase erklärte dazu, dass Kölmel ein Angebot des Klubs, der sich für 16,5 Millionen Euro aus dem Vertrag freikaufen wollte, nicht angenommen habe.

Hängepartie um Stadionbau

Der KSC muss sich aber nicht nur mit dem "Fall Kölmel", sondern auch mit der Hängepartie hinsichtlich des anvisierten Stadionbaus auseinandersetzen.

Raase forderte von der Stadt erneut einen Stadionneubau an der Autobahn für Kosten in Höhe von 90 Millionen Euro. Der Präsident, dessen Klub 3,7 Millionen Euro Miete pro Jahr zahlen will, sprach sich gegen eine Renovierung des Wildparks aus, weil das Stadion am alten Standort nicht zu vermarkten sei.

Der KSC veröffentlichte zudem seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Demnach erwirtschafteten die Badener einen Gewinn in Höhe von 2,4 Millionen Euro und konnten damit ihre Verbindlichkeiten auf 1,5 Millionen Euro senken.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Klub ein finanzielles Plus in Höhe von 464.000 Euro.

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