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Peer Kluge (M.) wird Teamkollege von Kevin Kuranyi (l.) und Ivan Rakitic © getty

Mit Peer Kluge hat Schalke schon fünf Spieler in der Winterpause geholt. Trainer Felix Magath will mit neuen Männern zum Titel.

Von Thorsten Mesch

München/Chiclana - Vier neue Spieler hatte Schalke 04 bis zum Sonntag in der Winterpause verpflichtet, und ein fünfter kommt dazu: Peer Kluge wechselt vom 1. FC Nürnberg zu den Knappen.

"Wir sind uns einig", bestätigte Club-Sportdirektor Martin Bader am Montag im Trainingslager der Franken im türkischen Belek.

Die Ablösesumme für den 29-Jährigen soll bei 1,5 Millionen Euro liegen. Spätestens am Dienstag soll Kluge im Trainingslager der Schalker im spanischen Chiclana de la Frontera eintreffen.

Kluge hatte am Montag nicht mehr am Training in Belek teilgenommen, nachdem er dort die ersten Einheiten am Sonntag noch absolviert hatte.

Volz will wieder angreifen

Ablösefrei wäre ein anderer potenzieller Schalker Zugang: Moritz Volz.

Der Außenverteidiger, der seit dem Wochenende im Trainingslager in Spanien vorspielt, würde gern nach Gelsenkirchen zurückkehren und noch einmal angreifen.

Bis 1999 spielte er in Schalkes Jugend und wechselte dann nach England zum FC Arsenal.

In der Premier League war der 26-Jährige zuletzt beim FC Fulham aktiv, der ihn an den ehemaligen UEFA-Cupsieger Ipswich Town auslieh.

Seinen letzten Kurzeinsatz für den Zweitligisten absolvierte Volz im April, seit Sommer ist er ohne Verein.

Magath: "Alles offen"

"Ich habe jetzt fast ein Jahr kein richtiges Spiel bestritten. Ich bin richtig froh, im Trainingslager dabei zu sein", sagte Volz dem "kicker".

Magath ist für sein hartes Training berüchtigt - Volz ("Ich bin gespannt, wie ich diese anstrengende Woche verkrafte") muss sich also strecken.

Hinsichtlich einer möglichen Verpflichtung des früheren U-21-Nationalspielers sagte Magath, es sei "alles offen".

Zweiter Anlauf für Baumjohann

Perfekt ist bereits der Transfer von Alexander Baumjohann vom FC Bayern. Der ehemalige Schalker erhält eine zweite Chance und unterschrieb am Sonntag einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013.

Der 22-Jährige hatte von 2000 bis Ende 2006 für die Königsblauen gespielt und schon als 17-Jähriger den Sprung zu den Profis geschafft.

Nach nur zwei Einsätzen in der Bundesliga wechselte er Anfang 2007 nach Mönchengladbach, wo ihm der Durchbruch gelang. Im Sommer 2009 zog er zum FC Bayern weiter, für den er aber nur auf drei Einsätze kam.

Mit Erfahrung zum Titel

Magath hat dem Mittelfeldspieler mehr als nur eine Reservistenrolle zugedacht. "Wir haben das Ziel, die Meisterschaft zu holen. Dabei soll er uns helfen", sagte der Trainier.

"Wir haben in der Hinrunde in der Offensive nicht so gut gespielt wie wir wollten, deshalb ist Alexander Baumjohann eine sehr gute Verpflichtung für uns, nicht zuletzt, weil er bei Schalke 04 groß geworden ist."

Baumjohann, der bis 2013 an die Knappen gebunden ist und dessen Ablöse auf 1,5 Millionen Euro geschätzt wird, habe "schon eine gute Entwicklung hinter sich und soll bei uns noch viel besser werden."

Sinnvoll investiertes Geld

Dass die finanziell angeschlagenen Gelsenkirchener sich Ausgaben für Spieler leisten, mag einige verwundern. Es erscheint allerdings durchaus sinnvoll.

"Eigentlich wollten wir ja erst Spieler verkaufen, bevor wir neue holen. Aber ich habe an Neujahr mit Clemens Tönnies telefoniert, und er hat mir ein wenig Geld für Zugänge zur Verfügung gestellt", erklärte Magath die Schalker Transfer-Offensive.

"Schließlich waren wir in der Hinrunde erfolgreich und haben die Chance, unter die ersten Fünf in der Tabelle zu kommen und dann zusätzliche Einnahmen im internationalen Wettbewerb erzielen zu können." (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Ex-Bochumer Edu kommt ablösefrei

Vor Baumjohann waren bereits der brasilianische Stürmer Edu (ehemals Bochum und Mainz) sowie der Norweger Tore Reginiussen (Tromsö IL) und Bogdan Müller (SpVgg Neckarelz) als Neuverpflichtungen vorgestellt worden.

Die drei kommen für wenig Geld, respektive ablösefrei. Als klassische Ergänzungsspieler werden sie wohl kaum eigene Ansprüche stellen.

Konkurrenzkampf wird gesteigert

Kluge oder Volz sind als Alternativen für als nicht gerade pflegeleicht geltende Spieler wie Rafinha oder Jermaine Jones vorstellbar und könnten den Konkurrenzkampf anheizen - und das wäre sicher ganz nach Magaths Geschmack.

Wenig erfreut ist der Coach hingegen darüber, dass Kameruns Verband Joel Matip für den Afrika-Cup (10. bis 31. Januar) nominiert hat. "Die Einladung ist unnötig und der Zeitpunkt ungünstig", findet Magath.

Der 18-jährige Matip, der mit sechs Einsätzen und einem Tor zu den Entdeckungen der Hinrunde gehörte, ist mit der Mannschaft im Trainingslager und soll angeblich auch bis zum Ende dort bleiben.

Dort trifft er spätestens am Dienstag auf Peer Kluge.

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