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Ze Roberto (r.) wechselte im Sommer ablösefrei von den Bayern zum HSV © imago

Der zuletzt beim HSV vermisste Brasilianer kontaktiert erstmals Coach Labbadia. Kapitän Jarolim nimmt seinen Kollegen ins Visier.

Von Nikolai Kube

München - Wenn in der Vergangenheit von einem Musterprofi die Rede war, fiel sehr oft der Name von Ze Roberto.

Skandale und Querelen suchte man im Lebenslauf des HSV-Routiniers vergeblich.

Das unentschuldigte Fehlen im Trainingslager der Hamburger im türkischen Belek passt deshalb so gar nicht ins Bild.

Nachdem tagelang überhaupt kein Lebenszeichen des Brasilianers zu vernehmen war, kontaktierte er am Montagabend zumindest seinen Coach Bruno Labbadia.

Ze Roberto entschuldigt sich

Die Begründung für sein Fernbleiben: "Familiäre Probleme", die er "nur vor Ort in Brasilien" lösen könne 190553(DIASHOW: Brasilianische Rituale).

"Es tut mir leid, dass ich nicht ins Trainingslager gekommen bin und den HSV erst so spät über die Gründe in Kenntnis gesetzt habe", entschuldigte sich der 35-Jährige.

Die Vereinsführung bewertete dies als "schlüssig". An der bereits verhängten Geldstrafe für den Ex-Bayern-Spieler änderte die telefonische Kontaktaufnahme aber nichts.

Jarolim nimmt Ze ins Visier

Auch bei seinen Kollegen stößt das Fehlen des Routiniers auf Unverständnis.

"Wir sind doch nicht im Zirkus", schimpfte Kapitän David Jarolim in der "Hamburger Morgenpost".

"Das gefällt keinem und ist schon seltsam. Es kann nicht sein, dass einer am zweiten Tag, am dritten Tag oder gar nicht kommt."

Tabuthema für Labbadia

Der Tscheche zeigte sich völlig überrascht: "Es ist noch nie vorgekommen, dass er zu spät war. Ich habe ihn als absoluten Profi kennengelernt."

Ze Roberto sei immer ein Vorbild gewesen, so Jarolim weiter. Klare Worte.

Labbadia möchte über das Thema am liebsten überhaupt nicht mehr reden. "Für mich sind jetzt erst mal nur die Leute wichtig, die auch hier sind", sagte der Trainer.

Mathijsen bleibt gelassen

Abwehrchef Joris Mathijsen sieht die Sache hingegen gelassen: "Ze ist verletzt, wäre er fit, wäre die Situation anders", ist sich der Niederländer sicher.

In der Tat befindet sich Ze Roberto nach einer Bänderverletzung im Sprunggelenk derzeit im Aufbautraining.

Auf der Suche nach Verstärkungen

Nicht nur auf Grund der Verletzung des Brasilianers ist Labbadia weiter auf der Suche nach Verstärkungen. "Wir sind uns im Klaren, dass unser Kader sehr dünn ist", stellte der Coach fest.

Momentan stehen ihm nur 13 gesunde Feldspieler zur Verfügung.

Die Verletzenliste ist lang: Offensivstar Eljero Elia (Knöchelverletzung) wurde zwar von seinem Gips befreit, der Zeitpunkt seines Comebacks ist jedoch weiter fraglich.

Demel zum AC Mailand?

Zudem wird Stürmer Marcus Berg von Knieproblemen geplagt und kann nur eingeschränkt trainieren.

Guy Demel, der mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht wird, und Jonathan Pitroipa weilen derweil beim Afrika-Cup in Angola.

Nationalspieler Jerome Boateng - zuletzt angeblich beim FC Bayern im Gespräch - wird zum Rückrundenauftakt gegen Freiburg gesperrt fehlen.

Mit Mladen Petric kehrte zumindest ein "Eckpfeiler" kurz vor der Winterpause wieder zurück.

"Klasse statt Masse"

Was Neuzugänge betrifft, bezieht der Kroate klar Stellung.

"Es reicht nicht den Kader mit Spielers aus der Reserve aufzufüllen", forderte Petric im "kicker" Verstärkungen. Sieben Nachwuchsspieler füllen den Kader des HSV in Belek derzeit auf.

"Klasse statt Masse" müsse das Motto für die Zukunft sein. "Vor einem Jahr haben wir uns nicht optimal verstärkt. Die Spieler waren eher Mitläufer", kritisiert der 29-Jährige die Transferpolitik des Vereins vor Jahresfrist.

Vor allem Leistungsträger müssten für die ganz großen Ziele gehalten werden.

Petric lechzt nach einem Titel

Dennoch stellte Petric klar: "Wir haben trotz der Verletzungsflut gezeigt, was mit dieser Mannschaft drin ist."

"Ich spüre diese Sehnsucht nach einem Titelgewinn", so der Stürmer.

Ein Ze Roberto in Topform wäre bei diesem Unternehmen mit Sicherheit ein weiterer "Eckpfeiler".

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