vergrößernverkleinern
Simon Rolfes (l.) absolvierte vor seiner Verlet- zung 108 Bundesligaspiele am Stück - Rekord © getty

Der Herbstmeister bereitet sich vollzählig auf die Titeljagd vor. Ein Quartett ermöglicht Heynckes, späte Trümpfe zu ziehen.

Leverkusen - Die Bayern schwitzen in Dubai, die Schalker schleppen Medizinbälle in Spanien und der HSV ist in der Türkei unterwegs - der Herbstmeister bleibt indes lieber zu Hause.

Im "Kühlschrank" Leverkusen härtet Jupp Heynckes derzeit seine Bayer-Elf bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt für die Rückrunde ab.

"Ich habe nichts gegen Schnee. Die Voraussetzungen in Leverkusen sind sehr gut. Außerdem müssen wir in den ersten Wochen mit den gleichen Bedingungen klarkommen", sagt Heynckes.

Wenn am 16. Januar die noch ungeschlagenen Leverkusener zum Auftakt gegen den FSV Mainz 05 ranmüssen, soll der Nachteil zum Vorteil werden.

Ein Absturz in der Rückrunde wie in den vergangenen beiden Spielzeiten unter Michael Skibbe bzw. Bruno Labbadia soll und darf es diesmal nicht geben.

Internationaler Wettbewerb Pflicht

"International dabei zu sein ist für uns eine absolute Pflicht. Wenn wir das zum dritten Mal in Folge verpassen würden, müssten wir hier die Zügel nicht nur anziehen, sondern ernsthaft anziehen, dann müssten wir uns überlegen, wie es hier weiter geht", sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Eine erneute Talfahrt befürchtet man unterm Bayer-Kreuz jedenfalls nicht. Dafür sei die Mannschaft zu stabil, sagt Sportchef Rudi Völler und auch Heynckes will Vergleiche mit den letzten Jahren nicht ziehen.

Vielmehr haben die Leverkusener Großes vor. "Die anderen Klub tun gut daran, uns weiter auf der Rechnung zu haben", sagt der 64 Jahre alte Erfolgscoach: "Einige verletzte Stammspieler kehren zurück. Nun haben wir noch mehr Qualität."

Rolfes und Renato Augusto wieder da

In der Tat darf Heynckes in diesen Tagen wieder seinen kompletten Kader begrüßen. Auch Kapitän Simon Rolfes und der brasilianische Superstar Renato Augusto sind nach langer Verletzungspause wieder im Mannschaftstraining.

Außerdem sind Torjäger Patrick Helmes und der tschechische Nationalspieler Michal Kadlec, die fast die gesamte Hinrunde ausgefallen waren, wieder voll einsatzfähig. Hatte sich die Mannschaft in der Hinrunde fast von selbst aufgestellt, herrscht nun ein harter Konkurrenzkampf um die Stammplätze, was Heynckes begrüßt.

Nun könne man auch mal Spiele von der Bank aus gewinnen. Und die Bayer-Elf ist offenbar gewillt, das Image von "Vizekusen" abzulegen.

Charaktertest bestanden

"Die Auswertungen haben gezeigt, dass das individuelle Trainingsprogramm über die freien Tage von jedem Einzelnen zu hundert Prozent durchgezogen wurde. Das zeigt noch mal den Charakter der Mannschaft und dass sie gewillt ist, Großes zu erreichen", berichtet Nationaltorhüter Rene Adler.

Dass die Leverkusener in der Rückrunde die Gejagten sind, sei kein Problem, betont Heynckes. Damit könne die Mannschaft umgehen. Zumal Bayer seit dem 8. Spieltag ununterbrochen die Tabelle der -Bundesliga anführt.

Die letzte Bundesliga-Niederlage datiert vom Saisonfinale am 23. Mai 2009 (0:3 in Cottbus). Heynckes ist sogar schon seit 23 Ligaspiele ungeschlagen. Dem Coach fehlen damit nur noch vier Partien um seinen persönlichen Rekord aus seiner ersten Bayern-Zeit (27 Spiele vom 3. Mai 1988 bis zum 1. April 1989) einzustellen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel