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Jan Schindelmeiser absolvierte 246 Oberligaspiele für den RSV Göttingen 05 und KSV Hessen Kassel © getty

Die verkürzte Winterpause stößt in der Bundesliga auf immer größere Kritik. Englische Verhältnisse wird es aber nicht geben.

Frankfurt/Main - Der Wintereinbruch in Deutschland sorgt in der Bundesliga für große Unruhe.

Nach Bayern-Boss Uli Hoeneß haben nun auch Manager Jan Schindelmeiser von 1899 Hoffenheim und Bremens Trainer Thomas Schaaf die Deutsche Fußball Liga wegen der auch in der kommenden Saison verkürzten Winterpause kritisiert.

"Wenn wie geplant auch in den kommenden Jahren in der Bundesliga bis kurz vor Weihnachten gespielt wird und es Mitte Januar schon wieder weitergeht, in den schönsten Monaten des Jahres, von Mai bis Juli, aber keine Bundesligaspiele stattfinden, ist das nicht im Sinne der Zuschauer", sagte Schindelmeiser der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Hoeneß und Schaaf gegen Verkürzung

Derweil hält Werder Bremens Trainer Schaaf die nach Angaben der DFL in dieser und in der nächsten Saison um zwei Wochen verkürzte Winterpause vor allem mit Blick auf die Regeneration der Profis für gefährlich.

"Wir sind bei der neuen Regelung nicht in der Lage, unseren Spielern die Pausen zu geben, die sie brauchen", sagte Schaaf, der sich Sorgen um das Premium-Produkt Bundesliga macht:

"Wir müssen aufpassen, dass wir es nicht kaputtmachen."

Zuvor hatten bereits der neue Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler skeptisch auf die Entscheidung der DFL reagiert, auch in der kommenden Spielzeit die Winterpause auf dreieinhalb Wochen zu beschränken.

"Solche Entscheidungen werden im August getroffen, wenn es 35 Grad warm ist und keiner daran denkt, wie es im Winter ist", sagte Hoeneß.

Völler meinte: "Das kann im Januar gut gehen, das kann aber auch ein großer Reinfall werden. Es kann mir keiner erzählen, dass es im Januar bei dieser Witterung Spaß macht, im Stadion zu sitzen. Da verstehe ich jeden Zuschauer, der zu Hause bleibt."

Hieronymus verteidigt neues Modell

Der für den Spielbetrieb zuständige DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus verteidigte dagegen die verkürzte Winterpause und wies zudem noch einmal darauf hin, dass das neue Modell in enger Abstimmung mit den Klubs verabschiedet worden war.

"Fakt ist, dass wir uns mit den Vereinen abgestimmt haben und in dieser sowie in der nächsten Spielzeit einen Test laufen lassen", sagte Hieronymus dem "kicker".

"Wir werden danach gemeinsam mit der Uni Saarland, die eine Studie erstellt, eine Bewertung vornehmen, auch und gerade im Hinblick auf die Belastung der Spieler."

Keine Spiele an den Festtagen

Überlegungen, wie in England über Weihnachten durchzuspielen, soll es laut Hieronymus dagegen nicht geben:

"Nein, ein Modell wie in England ist nicht angedacht. In Deutschland gibt es halt nicht die Tradition, an den Festtagen zu spielen. Zudem widerspricht dem das Reiseverhalten der Fans. Mit der verkürzten Winterpause haben wir einen Kompromiss gefunden."

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