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Ömer Toprak hat in seiner Karriere 30 Pflichtspiele für den SC Freiburg absolviert © getty

Der 19-Jährige feiert nach sieben Monaten sein Comeback. Während der Pause sei er kurz davor gewesen "alles hinzuschmeißen".

Elche - Ömer Toprak strahlte, als sei gerade nachträgliche Bescherung gewesen.

"Ich bin happy", sagte der U-19-Europameister und lieferte die wichtigste Erkenntnis gleich mit: "Ich habe keine Schmerzen."

Sieben Monate nach seinem schweren Kart-Unfall hat der Deutsch-Türke Toprak sein Comeback auf dem Platz gefeiert und den Härtetest bestanden.

Dass Toprak mit Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg mit 0:1 (0:0) beim spanischen Zweitligisten FC Elche verlor, geriet beinahe zur Nebensache.

Der Innenverteidiger war wieder in seinem Element und durfte 45 Minuten lang spielen - die lange Leidenszeit hatte endlich ein Ende.

Bundesliga-Premiere in der Rückrunde

Allmählich kann sich Toprak gedanklich auf seine Premiere in der ersten Liga zum Rückrundenauftakt am 16. Januar beim Hamburger SV einstellen.

Trotz der geglückten Rückkehr äußerte sich der 20 Jahre alte Verteidiger aber noch zurückhaltend. "Ich bin bisher gut damit gefahren, keine Ziele auszurufen", sagte Toprak.

Am 9. Juni 2009 hatte die Nachwuchshoffnung bei einem Unfall auf einer Kartbahn in Umkirch bei Freiburg schwere Verbrennungen erlitten.

Es folgten zwei Monate im Krankenhaus in Tübingen und eine Tortur mit insgesamt sieben Operationen, bei denen unter anderem Hauttransplantationen vorgenommen wurden.

Große Schwierigkeiten verursachte auch das rechte Sprunggelenk, das durch die lange Zeit im Krankenhaus und die vielen Narben nicht so beweglich war.

Karriere stand in Frage

Der Innenverteidiger zweifelte zwischenzeitlich sogar an der Fortsetzung seiner so hoffnungsvoll gestarteten Karriere.

"Da hatte ich einen schweren Alptraum und war an dem Punkt, alles hinzuschmeißen", sagte Toprak:

"Aber meine Eltern und Freunde, der ganze Klub und die vielen Fans haben mir unglaublich viel Kraft gegeben."

Pünktlich zu Beginn des neuen Jahrzehnts ist Toprak, der sich ein Jahr lang keinem starken Sonnenlicht aussetzen darf, aber wieder voll belastbar.

"Ich versuche auch, in den Zweikämpfen nicht zurückzuziehen. Ich will schließlich wissen, wie das Sprunggelenk reagiert", erklärte der Sohn türkischer Immigranten.

Große Fortschritte

SC-Trainer Robin Dutt bescheinigte Toprak bei den Einheiten im Trainingslager in Andalusien sowie dem Comeback große Fortschritte.

"Bislang sind keine Probleme ersichtlich", sagte der Coach dem "kicker" und machte dem "internen Neuzugang" weitere Hoffnung:

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Ömer in Kürze wieder ein Pflichtspiel bestreitet, liegt bei 90 Prozent."

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