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Mesut Özil wechselte 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © getty

Die Bremer legen sich mächtig ins Zeug, um ihren Mittelfeldstar zu halten. Ein Gespräch hat bereits stattgefunden.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der eine scheint alle Zeit der Welt zu haben, der andere möchte möglichst schnell Fakten schaffen. Doch in den Vertragspoker zwischen Mesut Özil und Werders Sportdirektor Klaus Allofs könnte schon bald Bewegung kommen.

Dabei verwies der Mittelfeldtrickser erst vor kurzem darauf, dass er doch noch "18 Monate Vertrag habe". Die Bremer wollen diese Laufzeit demnächst lieber wieder in Jahren als in Monaten messen.

Laut "Bild" will der Klub Özil eine Vertragsverlängerung bis 2013 anbieten, das Jahresgehalt soll dann im Sommer von 1,2 Millionen Euro auf rund drei Millionen Euro steigen. Das Salär wäre damit mehr als verdoppelt.

Gespräche mit dem Berater

Gespräche dazu sind bereits am Freitag gelaufen. In Werders Teamhotel in Dubai hat sich Klaus Allofs mit Berater Reza Fazeli zusammengesetzt.

"Wir geben keine Bewertung der Gespräche ab", sagte Allofs nach dem Treffen.

Weitere Unterredungen sollen aber folgen.

Bereits im August berieten die beiden Partner über Eckdaten einer Vertragsverlängerung.

Allofs erhofft sich möglichst bald Klarheit. "Wir brauchen eine klare Entscheidung. Jetzt heißt es nur noch: Kann Mesut sich eine Vertragsverlängerung vorstellen oder nicht?"

Allofs drängt

Der Werder-Manager muss derzeit einen schwierigen Balanceakt bestehen: Einerseits gilt es, Özil länger an Bremen zu binden, andererseits soll der Verhandlungsspielraum nicht vorab eingeengt werden. (VIDEO: Klaus Allofs im Interview)

"Im Verlauf des nächsten Vierteljahres müssen wir Gespräche führen. Wir können nicht einfach so ins letzte Vertragsjahr gehen", sagte Allofs daher.

Es klingt nach einem Ultimatum für Özil.

Arsenal und Sevilla interessiert

Der Vertrag des deutschen Nationalspielers endet 2011, dann könnte er Werder ablösefrei verlassen.

Für die Grün-Weißen wäre dies natürlich das schlechteste Szenario. Ein Verkauf im Sommer könnte den Bremern indes zwischen 15 und 20 Millionen Euro einbringen. Unter anderem sollen Arsenal, Sevilla und Juventus interessiert sein.

Der 21-Jährige hat eine starke Hinrunde gespielt, rückt mit seinem klaren, zielgerichteten Spiel immer mehr in den Fokus von europäischen Topklubs.

Özil selbst umgeht das heikle Thema aktuell mit Standardantworten wie: "Ich mache mir über meine Zukunft noch keine Gedanken" und "Ich konzentriere mich nur auf Werder Bremen".

"Özil braucht Zeit, um besser zu werden"

Der Poker ist im vollen Gang.

Auch Werder Bremen positioniert sich. Thomas Schaaf wirbt so für den Klub: "Özil braucht Zeit, um besser zu werden. Die bekommt er am besten bei uns", sagte der Trainer dem "Weser-Kurier".

Und Allofs argumentierte: "Auf Mesut werden immer mehr Dinge wie die WM und das Interesse anderer Klubs einwirken." Auch aus diesem Grund sei eine rasche Entscheidung hilfreich.

Womöglich hat auch noch eine andere Entscheidung Einfluss auf den Bremer Vertragspoker. Sollte Franck Ribery den FC Bayern im Sommer verlassen, dürfte mit den Münchnern ein weiterer mächtiger Bewerber um Mesut Özil auf den Plan treten.

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