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Andreas Görlitz (vorne links) und Franck Ribery bei einer Medizinball-Übung © getty

Die Bayern haben die Zelte in der Wüste abgebrochen. Sport1.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Trainingslager in Dubai.

Von Martin Hoffmann

München - Sechs Tage haben sie unter der Wüstensonne gerackert, jetzt muss der FC Bayern sich wieder an den rauen europäischen Winter gewöhnen.

Der Rekordmeister ist aus dem Trainingslager in Dubai abgereist.

Am Dienstag folgt nun das einzige Testspiel vor dem Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim am Freitagabend (ab 20 Uhr LIVE): Es geht zum FC Basel mit seinem dem FC Bayern wohlbekannten Trainer Thorsten Fink.

Was aber hat die Schinderei bei den Scheichs den Bayern nun gebracht? Sport1.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Erkenntnissen aus Dubai 191384(DIASHOW: Die Bayern in Dubai).

Wie fällt van Gaals Bilanz aus?

Überwiegend positiv. Über die - nicht von ihm organisierte - Sommervorbereitung hatte der Coach noch gegrollt: Zu viel zeitraubendes Hin- und Herreisen, zu viele - sportlich teils wertlose - Testspiele.

Über Dubai sagt van Gaal: "So muss eine Vorbereitung aussehen."

Der Coach konnte sich aufs Training konzentrieren und zeigte sich hochzufrieden mit dem Leistungsstand seiner Mannschaft: "Ich denke, dass wir sehr weit sind."

Wer hat sich in den Vordergrund gespielt?

Van Gaals etatmäßige Formation ist in Dubai nicht durcheinandergewirbelt worden.

Die A-Elf, die in den 11-gegen-11-Trainingsspielen auf dem Platz stand, war fast identisch mit dem Aufgebot vom 5:2-Sieg gegen Hertha BSC am letzten Hinrunden-Spieltag.

Einzige Ausnahme: Der in Berlin gelbgesperrte Kapitän Mark van Bommel spielte anstelle von Danijel Pranjic im Mittelfeld.

Die etablierten Kräfte haben sich unter der Wüstensonne also keine Blöße gegeben.

Auch wenn van Gaal pflichtschuldig versichert hat, dass sich im Training jeder aufdrängen könne.

Die Außen-vor-Gebliebenen - allen voran Nationalstürmer Miroslav Klose - müssen sich weiter in Geduld üben.

Wie steht es um die Sorgenkinder?

Es waren nur zwei kleine Dinge, die van Gaal das Trainingslager vermiest haben: Der linke und der rechte große Zeh von Franck Ribery.

Gerade weil das Trainingslager sonst so gut lief, ärgerte sich van Gaal umso mehr, dass Ribery trotz der jüngsten Genesungsfortschritte nur bedingt etwas davon hatte.

Die Zehenprobleme haben verhindert, dass Ribery in Dubai mit der Mannschaft trainieren und so den Anschluss an die Startelf finden konnte.

Schlucken mussten die Bayern auch beim Trainingsabbruch von Arjen Robben wegen seines Sprunggelenks.

Die Kapsel- und Bandzerrung hat den Niederländer aber nur ein kleines Stück zurückgeworfen: Er soll beim Test beim FC Basel spielen und - anders als Ribery - folglich auch gegen Hoffenheim.

Wie haben sich die neuen Youngster geschlagen?

David Alaba, Mehmet Ekici und Diego Contento. Namen, die man sich merken muss?

Es bleibt abzuwarten. Die drei Teenie-Talente aus dem Drittliga-Team bekamen in Dubai die Gelegenheit, sich an die erste Mannschaft heranzutasten.

Einen Senkrechtstart wie im Sommer Holger Badstuber hat aber keiner von ihnen hingelegt.

"Bis sie in der Mannschaft auftauchen werden, wird es noch einige Zeit dauern", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger. Zugleich verkündet er aber auch, dass sie in der Rückrunde mit den Profis trainieren werden.

Van Gaal prophezeit allen Dreien mittelfristig "eine große Chance", sich in der "Ersten" zu etablieren: "Bei mir ist das immer möglich."

Der 17-jährige Mittelfeldspieler Alaba, dem die größten Anlagen beschieden werden und Arjen Robben einmal frech mit einem Haken ausspielte, dürfte die besten Chancen haben.

Wie verkraften die Spieler den Temperatur-Unterschied?

Sich dem deutschen Winter auszusetzen oder unter die Sonne zu flüchten, war die Frage, mit der sich in der Winterpause jeder Klub befassen musste.

Bayern hat sich für letzteres entschieden - die richtige Wahl? Da ist die Fachwelt uneins.

Der Vorteil: Im warmen Dubai konnten die Bayern sich eine größere Intensität steigern als die Daheimgebliebenen wie Tabellenführer Leverkusen.

Das Risiko ist der heftige Temperatursturz von bis zu 40 Grad, dem sich die Bayern bei der Rückreise aussetzen.

Das könnte Probleme geben, wenn van Gaal in Dubai zu intensiv hat trainieren lassen.

Das, so warnt Trainingswissenschaftler Heinz Kleinöder in der "Süddeutschen Zeitung", könne "sehr wohl zu Erkrankungen und Spielerausfällen führen".

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