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Als "Mutter" das Ausraster gilt Rudi Völler. Der damalige Bundestrainer flippt im September 2003 im Fernsehstudio aus
Rudi Völler war von 2000 bis 2004 Teamchef der deutschen Nationalmannschaft © getty

Im DSF-Doppelpass äußert sich Rudi Völler zu den Terroranschlägen in Angola. Jan Schindelmeiser spricht über die Ziele mit 1899.

München - Afrika befindet sich nach dem Terror-Anschlag auf das togolesische Nationalteam noch immer im Schockzustand.

Mit Assimiou Toure geriet auch ein Spieler von Bayer Leverkusen in den Kugelhagel, überlebte das Attentat aber unverletzt.

Im DSF-Doppelpass äußert sich Bayer-Sportdirektor Rudi Völler zu den dramatischen Vorfällen in Angola.

Zudem spricht der 49-Jährige über die sportlichen Ziele des Herbstmeisters, sowie die Zukunft von Toni Kroos (DATENCENTER: Die Tabelle).

Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser will mit 1899 zurück zu alter Klasse und spricht über die Saisonziele. Von Felix Magaths Arbeit auf Schalke ist er "beeindruckt".

Rudi Völler über...:

zum Anschlag in Angola und dem Kontakt zu Leverkusens Assimiou Toure:

"Wir hatten gestern Kontakt mit Assimiou Toure.

Wir waren über die Meldung verwirrt, dass die Mannschaft beschlossen hätte, doch beim Africa Cup zu spielen. Davon war gestern nicht die Rede. Assimiou wollte auf jeden Fall zurückkommen. Der Vorschlag kann nicht von der Mannschaft gekommen sein. Das ist unvorstellbar, bei dem, was die Jungs da erleben mussten, wenn man dann zur Tagesordnung übergeht.

Aber man sollte das jetzt nicht alles zusammen schmeißen und Südafrika unrecht tun. Das ist weiter weg und ein ganz anders organisiertes Land. Die FIFA-Verantwortlichen vor Ort werden für die Sicherheit sorgen. Südafrika kann man nicht mit Angola vergleichen."

die Zielsetzungen von Bayer Leverkusen:

"Wir wollen uns vorne festbeißen und das nicht kampflos weggeben. Wir sind im Vergleich zum letzten Jahr stabiler.

Vieles an Erfolg hier im Fußball in Deutschland hängt letzten Endes von Bayern München ab. Bayern hat mit Abstand den besten Kader aufgrund der mit Abstand besten finanziellen Möglichkeiten.

Wir möchten international spielen und natürlich auch in die Champions League kommen. Es ist vorn alles eng zusammen. Wir sind aber selbstbewusst genug und wollen vorn bleiben."

die Personalie Toni Kroos:

"Es gibt im Grunde keinen neuen Stand. Bayern München hat das letzte Wort. Alle haben davon profitiert, dass wir ihn eineinhalb Jahre ausgeliehen haben.

Es wird noch Gespräche geben. Wir werden alles dafür tun, Toni noch ein Jahr bei uns behalten zu können."

die neue Winterpausen-Regelung:

"Man kann es sich nicht aussuchen und wird immer Vor- und Nachteile finden. Ich finde es Wahnsinn, dass irgendwelche Menschen bei der UEFA beschlossen haben, dass das Champions League-Finale samstags stattfindet.

Das ist sicher das wichtigste Spiel, dass es im Fußballbereich neben dem WM-Finale gibt. Aber dass man wegen zwei Mannschaften für ganz Europa einen ganzen Spieltag wegradieren muss?

Da kann die DFL gar nichts dafür.

Dass wir deshalb so früh im Mai aufhören müssen ? das muss man sich mal vorstellen, im schönsten Fußballmonat ? bedeutet eben, dass wir auch früher anfangen müssen."

Jan Schindelmeiser über...:

die Zielsetzungen von 1899 Hoffenheim:

"Wir sind jetzt das zweite Jahr in der Bundesliga. Insgesamt war die Leistung nicht mehr ganz so souverän. Den Fußball, den wir letztes Jahr gespielt haben, kann man nicht einfach so wiederholen.

Wir müssen korrigierend eingreifen, um dem Gebilde weiter Stabilität zu verleihen. Wir ziehen akribisch Stück für die Schlüsse aus den letzten Monaten, um wieder an die sehr guten Leistungen anzuknüpfen."

den Leistungsabfall gegenüber der Vorsaison:

"Die Spieler werden inzwischen immer wieder auch von anderen Klubs angesprochen und es wurde signalisiert, dass man bei anderen Vereinen mehr Geld verdienen kann. Da spielen sich in den Köpfen Dinge ab, die vom Eigentlichen ablenken.

Es gab auch Entwicklungen gerade bei den Protagonisten unseres Offensivspiels, die nicht mehr an ihre Leistungsfähigkeit von 2008 herangereicht haben. Dann ist das gesamte Gebilde sehr fragil und dafür war ein siebter Platz am Saisonende ein guter Platz.

Das Ganze kann nur funktionieren, wenn ein Rad ins andere greift. Uns ist bekannt, dass es etwas schwierig für uns ist, wenn ein oder zwei Spieler ausscheren."

das System von Felix Magath auf Schalke

"Es ist schon beeindruckend, was da passiert. Man hat den Eindruck, Magath kann da in den Kader rein schmeißen, wen er will und es funktioniert.

Die Mannschaft ist gefestigt und die Spieler sind wahrscheinlich in der besten Verfassung ihrer Karriere. Das gibt natürlich Selbstbewusstsein.

Schalke kann es schaffen, Meister zu werden. Jetzt gilt es aber das erste Mal, etwas zu verlieren. Diese psychologische Komponente kann man nicht wegdiskutieren."

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