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Der BVB verlängerte den Vertrag von Nuri Sahin vorzeitig bis zum 30. Juni 2013 © getty

Nuri Sahin ist in Dortmund zum Leistungsträger geworden. Im Interview spricht er über seine Rolle im Team und Ziele mit dem BVB.

Von Mathias Frohnapfel

München/Dortmund - Mit 21 Jahren hat Nuri Sahin mehr erlebt als mancher Berufskollege Mitte 20: Gerade einmal 16 Jahre alt, absolvierte er als jüngster Spieler sein Bundesliga-Debüt für Dortmund, Arsenals Trainer Arsene Wenger schwärmte von seinem Talent.

Doch danach gab es in Dortmund Höhen und Tiefen und nach dem Umweg über Feyernoord Rotterdam war unklar, wie sich Sahin überhaupt bei den Schwarzgelben weiterentwickeln würde. Doch mittlerweile ist er zu einem ganz wichtigen Stützpfeiler beim BVB geworden.

Nach der bärenstarken Hinrunde gehört er zum Kreis der begehrtesten Spezialisten im defensiven Mittelfeld. 189891(DIASHOW: Bundesligisten im Trainingslager)

Im sonnigen Spanien hat er sich mit dem BVB auf die Rückrunde vorbereitet.

"Es ist schön von der Kälte wegzukommen", berichtet Sahin vom Trainingslager in Marbella. Auch die Testspielniederlagen gegen Mönchengladbach (0:2) und Cottbus (0:1) haben nicht allzu sehr auf die Stimmung geschlagen. Was zählt, ist der Rückrundenstart.

Im Sport1.de-Interview spricht Nuri Sahin auch über einen letztlich förderlichen Karriere-Knick, nachrückende BVB-Talente und die Dortmunder Ansprüche.

Sport1.de: Herr Sahin, der BVB hat sich zum Ende der Hinrunde bis auf den fünften Platz hochgearbeitet. Unter solchen Voraussetzungen lässt sich das Training in der Winterpause bestimmt besser bewältigen, oder?

Nuri Sahin: Es ist weniger der Platz, auf dem wir stehen, der uns Selbstvertrauen gibt, als die Art, wie wir spielen. Daraus schöpfen wir Kraft.

Sport1.de: Im Dortmunder Team haben ja neben Ihnen auch Neven Subotic und Mats Hummels weitere junge Spieler wichtige Aufgaben haben. Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle?

Sahin: Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Natürlich versuche ich da ich meine Erfahrung mit einzubringen.

Sport1.de: Ihr Trainer Jürgen Klopp hat Sie zuletzt für die professionelle Einstellung gelobt. Als sie 2008 nach der Zeit in Rotterdam zurück zum BVB kamen, hatten Sie trotz sechs freier Wochen noch eine Verletzung "im Gepäck". Haben Sie sich verändert?

Sahin: Ich bin mit meiner ersten Verletzung, die ich damals hatte, etwas fahrlässig umgegangen. Danach hat es bei mir noch mal Klick gemacht, dass ich darauf achten muss. Der Trainer hat mir damals gesagt, dass er es nicht gut fand, wie ich aus der Verletzung kam. Seitdem achte ich noch mehr auf meinen Körper. Die Einstellung zum Fußball war aber immer da.

Sport1.de: War es ein Zeichen, dass es nicht nur immer aufwärts geht?

Sahin: Im Nachhinein muss ich sagen, dass es für mich gut war, dass ich diesen Knick hatte. Ich habe mit dem Trainer darüber gesprochen, der meinte: Wer da rauskommt, ist richtig stark. Das ist mir gut gelungen, ich bin aber noch in meiner Entwicklung, bin noch nicht komplett.

Sport1.de: Wie haben Sie sich denn in den Zeiten motiviert, als es nicht nach Wunsch lief?

Sahin: Ich wusste, dass ich die Qualität besitze, um mich durchsetzen zu können. Ich wusste, wenn ich die Chance bekommen würde, wieder in der Bundesliga zu spielen, dann würde ich sie nutzen. Darauf habe ich hin gearbeitet. Es waren keine leichten Tage, aber der Trainer hat mir die Chance gegeben und ich wollte ihm das zurückzahlen.

Sport1.de: Sie müssen viel Verantwortung im Mittelfeld übernehmen: Schauen Sie auf die Aufgabe mit Respekt oder macht das im Moment einfach nur Spaß?

Sahin: Ich scheue mich nicht vor Aufgaben. Ich bin zuversichtlich, dass mir das gut gelingt, ich habe einfach Lust auf Fußball spielen und freue mich riesig auf den Rückrundenstart in Köln.

Sport1.de: Wie wichtig ist es, in Köln und gegen den HSV die Rückrunde gut zu beginnen?

Sahin: Wir wollen gut starten - nicht so wie in der Hinrunde. Gegen Köln wollen wir unbedingt gewinnen und gegen Hamburg haben wir sowieso was gutzumachen. Wir wollen unbedingt sechs Punkte holen.

Sport1.de: Im Trainingslager in Marbella waren viele junge Spieler wie Mario Götze (17) oder Marc Hornschuh (18) dabei. Geben Sie den Jungspunden Tipps? Oder ist doch jeder seines eigenen Glückes Schmied?

Sahin: Im Fußball geht jeder seinen eigenen Weg, aber ich versuche natürlich zu helfen, wenn sie Fragen haben. Aber ich gehe nicht hin und spiele den großen Vater. Die Jungs kommen auch. Es ist auch einfacher, zu einem 21-Jährigen zu gehen als zu einem 30-Jährigen.

Sport1.de: Welches Saisonziel haben Sie sich gesteckt?

Sahin: Das werden wir sehen, wir wollen das Maximale aus unserer Leistungsfähigkeit rausholen. Mal abwarten, was dabei rauskommt.

Sport1.de: Ein internationaler Platz reizt gewiss, oder?

Sahin: Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr in Europa spiele, aber wir nennen öffentlich keine Ziele.

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