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26 Tore erzielte Daniel Ginczek (l.) für die Dortmunder B-Junioren in der Saison 07/08 © imago

Selten war die Liga so jung wie in der Hinrunde. Und für die Rückserie befinden sich weitere Youngster in Lauerstellung.

Von Nikolai Kube

München - Die Bundesliga geht auf die 50 zu, doch auf der anderen Seite wird sie immer jünger:

25,3 Jahre lautete der Alters-Durchschnitt in der Hinrunde, das sind fast drei weniger als vor zehn Jahren.

Die Liga wird immer jünger - wie zum Beweis belegen die "jungen Wilden" von Bayer Leverkusen und Schalke 04 nach der Hinrunde die ersten beiden Plätze.

Und Herbstmeister-Coach Jupp Heynckes kündigt bereits an: "Sie alle haben das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht."

Magath macht aus Not eine Tugend

Ähnlich sieht es sein Schalker Kollege Felix Magath, der aber auch zugibt:

"Die wirtschaftliche Situation hat natürlich einen großen Einfluss darauf gehabt, dass so viele junge Spieler eingebaut wurden."

Aus ähnlichen Gründen ergab sich auch die Jugend-Philiosophie von Erzrivale Borussia Dortmund.

Aktuell gehören Sven Bender, Neven Subotic, Mats Hummels, Kevin Großkreutz und Nuri Sahin zu den Stammkräften.

Und die Liste könnte schon bald um den ein oder anderen Namen reicher sein.

Viele hoffnungsvolle BVB-Talente

Mit Mario Götze, Marc Hornschuh, Julian Koch oder Marco Stiepermann haben vier weitere hoffnungsvolle Talente bereits Bundesliga-Luft geschnuppert.

Namen wie Lasse Sobiech und Daniel Ginczek, beide 18 Jahre jung, sind bislang nur Insidern ein Begriff.

Doch auch auf sie hat Coach Jürgen Klopp bereits ein Auge geworfen.

Das Dortmunder-Jugenstil-Modell funktionierte in der Vorrunde nahezu perfekt. Da verwundert es kaum, dass sich im BVB-Trainigslager im spanischen Marbella jede Menge Jugendliche auf dem Platz tummelten.

Nur sechs Spieler älter als 23

Nur sechs Spieler, die älter als 23 sind, zählten zum 25-köpfigen Aufgebot der Schwarz-Gelben.

Der Rest befand sich teilweise noch in einem Alter, in dem man eigentlich nicht ohne elterliche Begleitung in fremde Länder reisen sollte.

Das halbjährliche Ritual des Auslosens der Zimmer im Trainingslager wurde somit fast schon überflüssig: "Eigentlich hätten wir uns das auch sparen können", sagte Klopp.

"Denn die ursprüngliche Idee dahinter war ja, dass wie die jungen Spieler so besser integrieren wollten. Aber mittlerweile haben wir ja fast nur noch junge Spieler."

Schaden würde dies dem Trainingsbetrieb jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: "Die Jungs sind richtig belastbar", schwärmte Klopp.

Vor allem der 17-jährige Jungspund Götze hat es ihm angetan: "Wenn er 80 Prozent bei einem Lauf gibt, ist das schon ein Unterschied zu manch anderem."

Auch bei den anderen Klubs scheint sich das Motto "Jugend forscht" herumgesprochen zu haben.

Spitze ist nach einer Statistik des "kicker" der VfB Stuttgart mit einem Anteil von 34,9 Prozent von deutschen U-23-Spielern, gefolgt von Werder Bremen (33,5 Prozent).

Frischer Wind bei den Bayern

Etwas geringer ist die Quote beim FC Bayern, doch auch hier setzt der bekennende Nachwuchs-Förderer Louis van Gaal auf die Jugend, wie er bei Thomas Müller und Holger Bastuber (beide 20) bewies.

Und mit David Alaba (17 Jahre), Mehmet Ekici (19) und Diego Contento (19) durften drei neue Gesichter mit ins Trainingslager nach Dubai reisen.

Das Schleppen von Kisten oder das Entladen des Mannschaftsbusses gehörte freilich auch zu ihren Aufgaben. Aber in erster Linie sorgten sie für ordentlich frischen Wind auf dem Trainingsplatz.

"Sie haben eine große Chance, in die erste Mannschaft von Bayern München zu kommen", sagte Coach Louis van Gaal.

Nerlinger bremst

Manager Christian Nerlinger bremste allerdings die Euphorie und stellte klar: "Bis sie in der Startelf auftauchen werden, wird es noch einige Zeit dauern."

Der Hoeneß-Nachfolger weiß, dass die schwierigste Phase ihrer jungen Karriere jetzt erst beginnt.

Nichtsdestotrotz. Für die drei Youngster ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. "Jedes Kind träumt davon, mit dem großen FC Bayern ins Trainingslager zu fahren", ist sich Alaba bewusst.

19-jähriger Torun als Vorbild

Mit sogar fünf Spielern aus der Regionalliga-Mannschaft schlug der Hamburger SV seine Zelte im türkischen Belek auf - die vielen Verletzen machten es möglich.

Während Hanno Behrens, Maximilian Beister und Christian Groß bereits in der Vergangenheit mit den Profis trainierten, betraten Henrik Dettmann und Gerrit Pressel komplettes Neuland.

"Sie müssen sich noch an die robuste Spielweise gewöhnen, aber wir sind sehr froh, dass sie dabei sind", sagte Coach Bruno Labbadia dem "Hamburger Abendblatt".

Seit dem Durchbruch des 19-jährigen Tunay Torun sind sie motivierte denn je.

Rechtsverteidiger Dettmann könnte der Nächste sein, dem der Sprung zu den Profis gelingt. Im Training testete Labbadia den 19-jährigen Defensivallrounder mehrmals auf der Außenposition.

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