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Huub Stevens gewann als Spieler mit der PSV Eindhoven 1978 den UEFA-Pokal © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Huub Stevens über Meisterschafts- und Abstiegskampf und seinen Favoriten auf die Torjäger-Krone.

Von Olaf Mehlhose

München/Salzburg - Sport1.de-Kolumnist Huub Stevens ist ein ausgesprochener Kenner der Bundesliga. Vier deutsche Vereine hat der Niederländer in seiner Karriere betreut: Schalke 04, Hertha BSC Berlin, 1. FC Köln und den Hamburger SV.

Fast überall, wo er war, hatte er auch Erfolg: Mit den Schalkern gewann er 1997 den UEFA-Cup, 2001 und 2002 den DFB-Pokal und wurde 2001 "Meister der Herzen".

Die Kölner führte er aus der Zweiten Liga in die höchste Spielklasse zurück und den Hamburger SV machte er vom Abstiegskandidaten zum UEFA-Cup-Teilnehmer.

Mittlerweile ist der 56-Jährige bei Red Bull Salzburg in Österreich gelandet. Mit sechs Siegen in sechs Spielen führte er das Team unter die letzten 32 Mannschaften der Europa League.

Im Sport1.de-Interview nennt Stevens seinen Meisterschaftsfavoriten und sagt, für welche Mannschaften es schwierig wird die Klasse zu halten 192448(DIASHOW: Das Bundesliga-Formbarometer).

Sport1.de: Herr Stevens, die Bundesliga geht wieder los. Was erwarten Sie von der Rückrunde?

Stevens: Ich erwarte vor allem viel Kampf um die ersten drei bis vier Plätze. Da ist noch gar nichts entschieden.

Sport1.de: Ihr Ex-Club Hertha BSC Berlin hat in der Winterpause Levan Kobiashvili, Theofanis Gekas und Roman Hubnik verpflichtet. Ist mit den Neuzugängen der drohende Abstieg noch zu verhindern?

Stevens: Es wird schwierig, aber die Chance ist da. Sie haben sich in jedem Mannschaftsteil verstärkt und die neuen Spieler besitzen Qualität. Auch wenn es nicht einfach wird, ich traue es Friedhelm Funkel zu.

Sport1.de: Wer steigt ab?

Stevens: Da will ich mich nicht festlegen. Berlin hat mit Sicherheit die schwerste Aufgabe.

Sport1.de: Für welche Mannschaften wird es in Ihren Augen noch eng?

Stevens: Der VfL Bochum ist ein auf jeden Fall ein Kandidat.

Sport1.de: Schalke 04 hat eine gute Hinrunde gespielt. Jetzt ist noch Alexander Baumjohann vom FC Bayern München gekommen. Wie sehen Sie seine Verpflichtung?

Stevens: Ich bin gespannt, ob er die gleiche Leistung bringen kann, wie bei Borussia Mönchengladbach. Ich denke schon, dass er sich unter Felix Magath besser entwickeln kann als bei Bayern München.

Sport1.de: Was ist für Schalke 04 in der Rückrunde drin?

Stevens: Wenn die so gut spielen wie in der Hinrunde, ziehe ich den Hut, dann ist einiges drin. Ich glaube aber nicht, dass sie Meister werden.

Sport1.de: Was erwarten Sie vom FC Bayern München, wenn Franck Ribery und Arjen Robben gesund bleiben?

Stevens: Ich erwarte nur eins: Dass Bayern Deutscher Meister wird.

Sport1.de: Welche Auswirkungen wird die WM - abgesehen vom terminlichen Einfluss - auf die Rückrunde haben?

Stevens: Das ist eine Herausforderung für jeden Spieler: Alle wollen bei der WM dabei sein. Ich glaube, es wird eine tolle Rückrunde, weil die Spieler versuchen werden, sich ihren Trainern zu präsentieren.

Sport1.de: In der Hinrunde fielen rund 50 Tore weniger als in der Hinrunde im letzten Jahr. Ist daran ein Trend festzumachen?

Stevens: Nein, das kann sich ganz schnell wieder ändern. Aber es ist erstmal einfacher zu verteidigen als Tore zu schießen. Deswegen ist eine gute Defensive immer der erste Schritt zum Erfolg.

Sport1.de: Wo landen ihre Ex-Klubs?

Stevens: Schalke landet unter den ersten vier, Hamburg unter den ersten fünf, Köln bleibt in der Bundesliga und Hertha, na ja, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es Friedhelm Funkel noch schafft.

Sport1.de: Wer wird Torschützenkönig?

Stevens: Mario Gomez, ich denke er wird auf 17 oder 18 Tore kommen.

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