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Jos Luhukay wechselte im Januar 2007 nach Mönchengladbach © imago

Vor dem Derby gegen Köln fordert Borussen-Legende Frank Mill von Luhukay mehr Risiko und eine Einsatzgarantie für Marin.

Von Andreas Kloo

Nach sechs Spieltagen steht Trainer Jos Luhukay in Mönchengladbach bereits mit dem Rücken zur Wand. Mit drei Punkten liegt der Aufsteiger auf dem letzten Tabellenplatz.

Vor dem prestigeträchtigen Derby gegen den 1. FC Köln sorgte nun auch noch Kapitän Oliver Neuville für Ärger, indem er Luhukays Spielweise als zu defensiv kritisierte.

"Wir müssen uns wieder auf unsere Stärken besinnen. Und die liegen in der Offensive und nicht in der Defensive. Wir müssen unser Spiel durchziehen, egal wie der Gegner heißt", sagte Neuville im Interview mit der "Rheinischen Post".

Gegen den HSV hatte der Niederländer mit Rob Friend nur eine Sturmspitze aufs Feld geschickt, Neuville kam erst nach der Pause ins Spiel.

"Luhukay muss seinen Hals retten"

Vor dem Spiel gegen Köln pflichtet Gladbachs Stürmerlegende der 80er, Frank Mill, dem Nationalspieler bei und fordert von Luhukay ebenfalls eine offensivere Aufstellung:

"Gegen Köln muss Luhukay mit zwei Stürmern spielen. Da bleibt ihm nichts anderes übrig. Er muss etwas riskieren, um seinen Hals zu retten", stellt der Weltmeister von 1990 im Gespräch mit Sport1.de fest.

"Erst einmal genug Punkte sammeln"

Frank Mill erzielte zwischen 1981 und 1986 71 Bundesliga-Tore für die Borussia. Er weiß also, wie man zum Torerfolg kommt. Auch er sieht die Gladbacher Stärken wie Neuville eher in der Offensive.

Neben der taktischen Ausrichtung wird Luhukay in Gladbach vor allem dessen radikale Rotation vorgeworfen. Nach dem Pokal-Aus in Cottbus hatte der 45-Jährige die Mannschaft auf sechs Positionen verändert.

Mill hat für eine solche Maßnahme kein Verständnis: "Mannschaften, die oben stehen, die können das machen. Aber kleine Mannschaften nicht. Als Trainer würde ich mir erst einmal ein festes Gerüst überlegen aus Spielern, die immer spielen, und erst einmal genug Punkte sammeln. Erst dann darf man rotieren."

Einsatzgarantie für Marin gefordert

Opfer der Rotation war in Hamburg auch Jung-Nationalspieler Marko Marin. Der Youngster konnte die Versetzung auf die Bank hinterher nicht nachvollziehen: "Das hat mich schon überrascht."

Mill kann sich die Maßnahme des Trainers nur durch körperliche Defizite Marins erklären und fordert eine Art Einsatzgarantie für den Dribbelkünstler: "Wenn Marko Marin körperlich fit ist, ist das ein Spieler, der immer spielen muss."

Vielleicht sind aber auch zwischenmenschliche Probleme der Grund dafür, dass Marin zuletzt nicht von Beginn an auflief. Dem Techniker wird in Mönchengladbach ein angespanntes Verhältnis zu Trainer Luhukay nachgesagt.

Marin zum VfB?

Die "Stuttgarter Nachrichten" berichten sogar schon über Abwanderungsgedanken des 19-Jährigen. Der VfB soll schon seit längerer Zeit Interesse bekunden. Für eine Ablösesumme von rund sechs Millionen Euro könnte er zum Saisonende gehen.

Verliert Gladbach aber auch das Derby gegen Köln, wird Luhukay Mönchengladbach wohl noch vor Marin verlassen.

"Bei einer Niederlage wird die Situation für den Trainer sehr schwierig. Wenn ein Trainer vier- bis fünfmal mal fünfmal hintereinander verliert, dann ist er nur noch schwer zu halten", ist sich Mill sicher.

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