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Jürgen Klopp war von 2001 bis 2008 Trainer beim FSV Mainz 05, ehe er zum BVB ging © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Klopp über die Fußball-Hauptstadt Europas, die Ziele für die Rückrunde und seine BVB-Youngster.

Von Martin Volkmar

München - Für Borussia Dortmund kam die Winterpause äußerst ungelegen.

Denn dank einer Erfolgsserie von zehn Spielen ohne Niederlage hat sich der BVB auf Platz fünf vorgearbeitet - mit nur fünf Punkten Rückstand auf Herbstmeister Bayer Leverkusen.

(DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Trotzdem will Trainer Jürgen Klopp von der Meisterschaft nichts wissen.

Und als Beleg dienen ihm die schwachen Ergebnisse in der Vorbereitung gegen Ahlen (1:1), Mönchengladbach (0:2) und Cottbus (0:1). 189891(DIASHOW: Bundesligisten im Trainingslager)

Vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag in Köln (ab 17.15 Uhr LIVE) spricht Klopp bei Sport1.de über die Fußball-Hauptstadt Europas, die Zielsetzung für die Rückrunde und das Interesse anderer Vereine an den stark aufspielenden BVB-Youngstern.

Sport1.de: Das Ruhrgebiet ist Kultur-Hauptstadt Europas 2010 - ist das Ruhrgebiet auch so etwas wie die Fußball-Hauptstadt bzw. Haupt-Region Europas?

Jürgen Klopp: Das ist ganz bestimmt so. Eine vergleichbare Ballung erstklassiger Vereine ist mir in keiner anderen Region bekannt. Dazu kommt die ungeheuer große Begeisterung der Menschen für den Fußball.

Sport1.de: Was hat sich von Ihrem Bild, das sie vor dem Wechsel zum BVB hatten, bestätigt und was ist anders?

Klopp: Das positive Bild, das ich vom BVB hatte, hat sich vollkommen bestätigt. Es ist eine Ehre für mich, in diesem lebendigen Verein mit seiner 100-jährigen Geschichte, seinem tollen Stadion, seinen großartigen Fans und seinen erstklassigen Führungspersönlichkeiten arbeiten zu dürfen.

Sport1.de: Borussia Dortmund hat nach Problemen zu Beginn der vergangenen Rückrunde einen herausragenden Schlussspurt hingelegt. In der Hinrunde lief es zunächst ebenfalls nicht rund, dann gab es eine Serie. Wie erklären Sie diese Leistungskurven?

Klopp: In unserem Kader stecken viel Qualität und Potenzial und herausragende Talente. Aufgrund der Altersstruktur mit vielen jungen Spielern galt es, zunächst einen eigenen Spielstil zu entwickeln, der Erfolg verspricht. Dazu ist nun mal Geduld nötig.

Sport1.de: Einige Medien schreiben nach den Testspielpleiten ohne Sieg von Alarmstimmung. Wie sehen Sie das?

Klopp: Ich bewerte Ergebnisse nur im Zusammenhang mit dem Verlauf von Spielen. Dabei habe ich eine ganze Menge Positives gesehen. Dass die Spiele nicht gewonnen wurden, ist für meine Spieler wie ein Weckruf zur rechten Zeit.

Sport1.de: Wie lautet Ihre konkrete Zielsetzung für die Rückrunde?

Klopp: Idealerweise wollen wir in jedem der noch ausstehenden 17 Spiele die Qualität auf den Platz bringen, die in unserer Mannschaft steckt. Das heißt, wir wollen das Bestmögliche aus der Saison herausholen. Sie dürfen sicher sein, dass wir dabei strenge Maßstäbe an uns legen.

Sport1.de: Warum wehren Sie sich bei nur fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen so vehement gegen die These, dass der BVB um die Meisterschaft spielen kann?

Klopp: Wir wehren uns gegen gar nichts, aber wir haben eine realistische Einschätzung des Machbaren und überhaupt keinen Grund, von dieser Linie abzugehen.

Sport1.de: Der Erfolg hat auch dafür gesorgt, dass mehrere Ihrer Youngster wie Neven Subotic oder Mats Hummels bei anderen Vereinen gehandelt werden. Haben Sie Sorgen, dass Sie solche Hoffnungsträger nicht halten können?

Klopp: Viel schlimmer wäre es aus meiner Sicht, wenn sie so schlecht spielen würden, dass sich keiner für sie interessieren würde. Wichtig ist, dass alle mit voller Überzeugung und großer Begeisterung für Borussia Dortmund spielen. (Sport1-Interview mit Nuri Sahin)

Sport1.de: Ein Problem sind die anhaltenden Zwangspausen von Leistungsträgern, allen voran Kapitän Sebastian Kehl. Warum verzichten Sie dennoch auf Einkäufe in der Winterpause?

Klopp: Das hängt nicht zuletzt mit den finanziellen Möglichkeiten des BVB zusammen. Dieser Verein wird seriös geführt und gibt nur das Geld aus, das vorher eingenommen wurde.

Sport1.de: Bei der 100-Jahr-Feier des BVB im Dezember wurde der Wunsch der Fans überdeutlich, dass der Klub bald wieder ganz oben mitspielt. Halten Sie das in nächster Zeit für realistisch?

Klopp: Diese Wünsche der Fans decken sich durchaus mit den Wünschen derer, die beim BVB Verantwortung tragen. Aber auch hier sollten wir die schon angesprochene Geduld walten lassen.

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