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Miroslav Klose (r.) führte das Team gegen Basel in der zweiten Hälfte als Kapitän an © getty

Bayern-Stürmer Miro Klose betreibt im Test gegen Basel Eigenwerbung. Sein Weg zurück in die Startelf dürfte jedoch lang sein.

Von Mathias Frohnapfel

München - Für Selbstvertrauen gibt es im Fußball keine Maßeinheit. Stattdessen werden Tore, Assists, Pässe und gewonnene Zweikämpfe gezählt.

Für Miroslav Klose sieht es aktuell deshalb düster aus. Denn der Stürmer traf in der Vorrunde für den FC Bayern gerade zweimal - und das im DFB-Pokal.

Seine beiden Konkurrenten Mario Gomez und Ivica Olic (acht bzw. sechs Tore) sind ihm weit voraus. Seit Ende November sind die beiden im Sturm gesetzt und der erfolgreiche Bayern-Endspurt in Liga und Champions League knüpfte sich eng an den Lauf der beiden Angreifer.

Da hilft auch Kloses Doppelpack beim 3:1-Testspielsieg beim FC Basel kaum.

"Tore zählen immer"

"Gomez und Olic haben vor der Winterpause Tore gemacht, das zählt immer", stellte Louis van Gaal vor dem Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim (Fr., ab 20 Uhr LIVE) sachlich fest.

Die gute Entwicklung beim WM-Torschützenkönig von 2006 sieht der Bayern-Coach, doch er schränkt auch ein und sagt: "Wenn es nach dem Selbstvertrauen geht, kann ich im Sturm nicht wechseln."

Keine Lust auf Reservistenrolle

Klose selbst will - selbstverständlich - auf schnellstem Weg zurück in die Startelf. Zumal er mit Blick auf die Tage in Dubai als ein Gewinner der Vorbereitung gelten dürfte.

Dass er nun im Training quasi mit Turbo-Antrieb laufe und Extraschichten einlege, streitet der 31-Jährige allerdings ab.

"Ich gebe immer hundert Prozent, in jedem Training, in jedem Spiel. So bin und war ich immer?, sagte der Nationalspieler der "Abendzeitung".

Olic freut sich für Klose

Immerhin macht Klose mit seinen Leistungen den Trainer auf sich aufmerksam - genauso wie die Konkurrenz. Die nimmt die Ansagen gelassen zur Kenntnis.

Er freue sich für Klose, teilte Olic ganz relaxt mit.

"Er muss auf seine Chance warten. Aber er geht den richtigen Weg. Nur durch Tore und gute Trainingsleistungen kommst du zurück in die Mannschaft", erklärte der Kroate in der "tz".

Und Kollege Mario Gomez bekannte respektvoll, Kloses Atem zu spüren. Allerdings wissen beide Spieler, dass sie gegenüber Klose einen Vorteil besitzen: Sie sind ein mittlerweile eingespieltes Duo.

Duo Gomez/Klose mit Schwächen

Die Variante Gomez/Klose funktionierte bisher auch in der Nationalmannschaft nicht, da sich beide Spieler im Zentrum zumeist blockierten.

Und Olic an der Seite von Klose? Das wäre eine Variante.

Doch auch hier erscheint die Rollenverteilung schwierig, schließlich gehen sowohl Olic als auch Klose gerne weite Wege, um sich Bälle noch vorm Strafraum abzuholen. Wer dann vollstrecken soll, müsste sich noch zeigen.

Van Gaal verweigert Sonderlob

Van Gaal bewertet Kloses Treffer gegen den FC Basel zurückhaltend. "Tore", meinte er, "fallen immer auch durch Fehler des Gegners. Wir sind in der Vorbereitung weiter, deshalb war es in der zweiten Halbzeit leichter, Tore zu machen."

Allerdings krittelte van Gaal auch an der "viel zu lockeren" Einstellung der A-Elf - ohne Klose. Dessen Leistungsanstieg ist somit zugleich als Warnung an die Stammkräfte zu interpretieren.

Unruhe im Team ist jedoch nicht zu befürchten. Dauermeckerer Luca Toni ist bekanntlich in der Rückrunde an den AS Rom ausgeliehen.

Erleichterung über Tonis Abschied

"Es ist für ihn und die Mannschaft gut. Weil er nicht einfach ist, wenn er nicht spielt", sagte Kapitän Mark van Bommel dem "kicker".

Und auch aus der Sicht von Bastian Schweinsteiger dürfte der Dreikampf um die beiden Plätze im Sturm keine allzu großen Schwierigkeiten bergen.

"Miro ist gut drauf. Es ist wichtig, dass alle motiviert sind, selbst wenn sie nicht von Beginn an spielen."

Klose wird am Freitag gegen Hoffenheim Ersatzmann sein. Genügen wird dem vermeintlichen Gewinner der Vorbereitung das auf Dauer nicht.

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