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Christian Gross trainierte von 1999 bis 2009 den FC Basel © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Gross über den anstehenden Abstiegskampf, sowie den Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg.

Von Christian Paschwitz

München - Christian Gross hat sich beim VfB Stuttgart auf keine leichte Aufgabe eingelassen.

"Es geht einzig und allein darum, die Klasse zu halten", sagte der frühere Coach des FC Basel im Gespräch mit Sport1.de.

Am Ende seiner ersten Saison in der höchsten deutschen Spielklasse soll für Gross, der schon öfter als Trainer in der Bundesliga im Gespräch war, nicht der Gang in die Zweite Liga stehen.

Hleb in der Pflicht

In den ersten Pflichtspielen unter Gross' Leitung lief es durchaus gut für die Schwaben: Vier Punkte aus zwei Bundesliga-Spielen und das Weiterkommen in der Champions League stehen bisher auf der Habenseite des 55-Jährigen.

Auch die Vorbereitung auf die Rückrunde des derzeitigen Tabellen-15. kann sich sehen lassen: In drei Freundschaftsspielen fuhr der VfB drei Siege ein, zuletzt ein 2:1 gegen den Linzer ASK.192448(DIASHOW: Bundesliga-Formbarometer)

Trainingshärte wie Magath

Alexander Hleb adelte Gross sogar, indem er das jetzige Vorbereitungsprogramm des Schweizers mit dem unter Felix Magath verglich. Vor allem vom Weißrussen erwartet Gross eine deutliche Steigerung. "Seine halbjährliche Bilanz ist ungenügend", hatte er in der "Welt" geäußert.

Den Aufwärtstrend wollen die Schwaben nun beim Rückrundenauftakt gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg (Sa., ab 18.15 Uhr LIVE) bestätigen.

Im Sport1.de-Interview spricht Gross über den anstehenden Abstiegskampf, seine Sorgenkinder Jens Lehmann und Thomas Hitzlsperger, sowie die Partie gegen den amtierenden Champion.

Sport1.de: Wie sehr freuen Sie sich persönlich auf die Rückrunde, geht für Sie das "Abenteuer" Bundesliga eigentlich erst jetzt so richtig los?

Christian Gross: Nach einer Vorbereitungsphase blickt man dem ersten Pflichtspiel immer mit einer gewissen Spannung entgegen. Das ist jetzt nicht anders als zu Beginn meiner Trainerkarriere. Dazu kommt, dass wir uns mit dem VfB in einer äußerst schwierigen Situation befinden, in der es einzig und allein darum geht, die Klasse zu halten. Die Ergebnisse gegen Mainz und Hoffenheim zum Abschluss der Vorrunde waren ein Anfang, der größte Teil der Arbeit liegt aber noch vor uns.

Sport1.de: Die Testspielresultate klingen vielversprechend, ebenso der erste Eindruck von Neuzugang Cristian Molinaro. Wie gut ist der VfB in Schuss vor dem Rückrundenstart?

Gross: Die Vorbereitung ist bislang fast nach Plan verlaufen, wir hatten trotz der zum Teil nicht optimalen Wetterverhältnisse sowohl im Trainingslager in La Manga als auch in Stuttgart ordentliche Bedingungen. Obwohl uns der kurzfristige Ausfall von Sebastian Rudy etwas weh tut, ist es wichtig, dass sich bislang kein Spieler während der Vorbereitungshase ernsthaft verletzt hat und uns deshalb keine größeren Personalsorgen plagen. Den Resultaten der Testspiele messe ich keine besondere Bedeutung bei, dafür kann man sich nichts kaufen.

Sport1.de: Was ist nötig, damit der VfB die Abstiegsgefahr möglichst rasch bannt?

Gross: Entscheidend ist, dass alle Beteiligten Tag für Tag mit dem gleichen Engagement und der gleichen Leidenschaft bei der Sache sind und so geschlossen auftreten wie zum Ende der Vorrunde. Das ist die Grundvoraussetzung für positive Resultate.

Sport1.de: Wie sehr steht dabei Jens Lehmann in der Pflicht, vor allem nach den Ereignissen der Vergangenheit?

Gross: In den vergangenen Monaten ist einiges auf Jens zugekommen. Ich habe mit ihm gesprochen und bin davon überzeugt, dass er alles daran setzen wird, um seiner großartigen Karriere einen würdigen Abschluss zu verschaffen.

Sport1.de: Mit der Verpflichtung von Christian Gentner dürfte sich der Konkurrenzkampf im Mittelfeld noch mehr verschärfen. Was bedeutet das für Thomas Hitzlsperger, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft? 110436(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Gross: Unsere gesamte Aufmerksamkeit gilt der aktuellen Saison. Es geht darum, mit dem VfB aus einer sehr schwierigen Situation herauszukommen. Das erfordert die gesamte Konzentration jedes einzelnen. Es wäre deshalb nicht sinnvoll, schon jetzt über die kommende Spielzeit zu sprechen.

Sport1.de: Im ersten Liga-Spiel nach der Winterpause gilt es gleich gegen Wolfsburg. Kommt der Meister mit dem Stuttgarter Ex-Coach Armin Veh jetzt gerade Recht?

Gross: In unserer Tabellensituation ist ohnehin jedes Spiel eine große Herausforderung, ganz unabhängig vom Namen des Gegners. Darüber hinaus zählt der VfL Wolfsburg als amtierender Deutscher Meister und mit seinem hochwertig besetzten Kader ohne Frage zu den besten Teams der Liga. Wir wissen, dass wir eine Topleistung abrufen müssen, um mit einem positiven Resultat in die Rückrunde starten zu können.

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