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Eljero Elia wechselte von Twente Enschede zum Hamburger SV © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Elia über seinen Status als neuer HSV-Publikumsliebling und seine langwierige Knöchelverletzung.

Von Daniel Rathjen

München - Eljero Elia war der Hinrunden-Shootingstar des Hamburger SV. Zumindest bis zu seiner Verletzung. Er erzielte in 17 Spielen fünf Tore und gab sieben Vorlagen. Bis Nikolce Noveski von Mainz 05 kam und mit einem Tritt Elias Verletzungsmisere einleitete.

Der Niederländer zog sich bei dem brutalen Foul eine schwere Prellung im linken Knöchel zu. Zwar lief der 22-Jährige eine Woche später gegen Hoffenheim wieder auf, doch ausgestanden war die Verletzung damals noch nicht.

Bei einer Untersuchung in seiner Heimat wurde ein Haarriss diagnostiziert und Elia war gezwungen, über die Weihnachtstage mit einem Stützverband herumzulaufen. Auch die Vorbereitung der Hamburger konnte Elia nur sehr eingeschränkt mitmachen, absolvierte meist bloß Individualtraining. 192448(DIASHOW: Bundesliga-Formbarometer)

Einsatz sehr fraglich

Ein Einsatz gegen Freiburg (Sa., ab 15 Uhr LIVE) kommt wohl noch zu früh. Auch weil der Offensivakteur das Training am Donnerstag wieder abbrechen musste.

Im Interview mit Sport1.de spricht Elia über schmerzhafte Weihnachten, die erste Saison in der Bundesliga, seinen Status als neuer HSV-Publikumsliebling und die Ziele für die Rückrunde.

Sport1.de: Herr Elia, war das Weihnachtsfest 2009 das schmerzhafteste Ihres Lebens?

Eljero Elia: Sie fragen wahrscheinlich wegen dem Gipsverband an meinem Fuß. Das war natürlich ärgerlich, man kann solche Dinge aber nicht ändern. Ansonsten kann ich aber auf ein tolles, rasantes Jahr zurückblicken. Ich habe sehr, sehr viel gelernt und der Schritt zum HSV war extrem wichtig für meine Entwicklung. Zudem bin ich Vater geworden.

Sport1.de: Haben Sie noch mal mit Nikolce Noveski gesprochen beziehungsweise hat er sich bei Ihnen entschuldigt?

Elia: Er hat sich nach dem Spiel bei mir in der Kabine nochmal für das Foul entschuldigt. Danach hatten wir keinen Kontakt mehr.

Sport1.de: Die Hinrunde war insgesamt geprägt von Verletzungspech. Inwiefern schlägt sich das auf die Moral nieder?

Elia: Es ist natürlich nicht einfach, wenn immer wieder Spieler langfristig ausfallen. Doch wir haben zu keinem Zeitpunkt lamentiert. Ich denke, dass wir als Mannschaft in dieser Phase auch weiter zusammengewachsen sind. Dass die Moral stimmt, haben wir auch gezeigt, als wir nach sieben sieglosen Spielen die Wende geschafft haben.

Sport1.de: Wie schwer war es für Sie als Vollblutfußballer zuschauen zu müssen, während das Team normal trainiert?

Elia: Das ist nie einfach. Ich habe jüngst im Trainingslager ja auch meine Einheiten individuell absolviert. Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn ich komplett bei der Mannschaft bin. Anfang dieser Woche habe ich schon einzelne Übungen mitgemacht.

Sport1.de: Kommt das Spiel gegen Freiburg dennoch zu früh?

Elia: Ich bin Fußballer und möchte natürlich immer spielen. Ich bin mit den Trainern und der medizinischen Abteilung in ständigem Austausch. Fest steht, dass wir nichts machen werden, was meinem Fuß nicht gut tun würde.

Sport1.de: Fühlen Sie sich wohl in der Bundesliga?

Elia: Ja. Ich weiß zwar, dass ich noch besser spielen kann. Doch ich bin selber überrascht, wie gut mir die Umstellung gelungen ist. Ich habe vorher gesagt, dass die Bundesliga mir hilft, ein kompletter Spieler zu werden. Aber es ist nicht nur die andere Liga. Auch unser Trainerteam mit Bruno Labbadia fördert mich und ich kann immer zu ihnen gehen, wenn ich ein Problem habe. Dass die Fans zudem immer wieder meinen Namen rufen, ist wunderbar. Ich liebe unsere Anhänger. So schnell gefeiert zu werden, ist etwas Besonderes.

Sport1.de: Was haben Sie gelernt?

Elia: Dass man als Spieler flexibel sein muss. Am Anfang hatte ich etwas Probleme damit, mal links, mal rechts oder im Sturm zu spielen. Doch die Wechsel sind gut für mich. Wenn ich ein großer Spieler werden will, muss ich überall spielen können.

Sport1.de: Was nehmen Sie sich für die Rückrunde vor?

Elia: Ich möchte natürlich so gut wie möglich spielen und der Mannschaft so helfen. Grundsätzlich möchte ich mit dem HSV so hoch hinaus wie möglich. Ich weiß nach meinem ersten halben Jahr in Hamburg, dass in dieser Liga alles möglich ist. Natürlich muss vieles passen für einen Titel. Doch ein Titel würde alles noch viel größer machen. Und es wäre auch für andere Spieler noch attraktiver, wenn der Verein in der Champions League spielt. 110436(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

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