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Hoffenheim belegt derzeit mit 25 Punkten den siebten Rang © getty

Hoffenheim plagen Personalsorgen, ein extrem schweres Auftaktprogramm steht an. Dennoch will die Rangnick-Elf die Münchner ärgern.

Von Mathias Frohnapfel

München - Am Jammern haben die Hoffenheimer keinen Spaß.

Dabei hätte 1899 allen Grund dafür: Das Team von Ralf Rangnick muss zum Rückrundenstart gegen Bayern, Leverkusen und Schalke antreten. Genau, das sind aktuell die besten drei Mannschaften der Liga.

Zudem fehlen gegen den FC Bayern (ab 20 Uhr LIVE) im Mittelfeld wichtige Facharbeiter wie Isaac Vorsah (Afrika Cup), Luiz Gustavo (gelb-rot gesperrt) und Tobias Weis (Reha nach Knie-OP).

"Wenn wir solche Spiele gewinnen wollen, müssen wir über unsere Grenzen hinaus gehen", erklärt Rangnick vor dem Schlager zum Start in die Rückrunde.

Immerhin: Das Team habe gut gearbeitet. Rangnick steht jedoch erst seit Beginn dieser Woche wieder mit auf dem Platz, er hatte sich zuvor um seinen schwerkranken Vater gekümmert.

Auch Obasi beim Afrika Cup

Peter Zeidler übernahm derweil die Trainingseinheiten und musste dabei auch auf Angreifer Chinedu Obasi verzichten, der ebenfalls beim Afrika Cup spielt. Nun droht sogar noch Carlos Eduardo auszufallen.

Der Brasilianer hat sich eine Entzündung der Patellasehne zugezogen. Laut Mannschaftsarzt Dr. Pieter Beks womöglich eine Folge davon, dass er in der Winterpause "zu viel auf hartem Boden" gelaufen ist.

Ironie des Schicksals: Die Hoffenheimer sind bewusst in Deutschland geblieben, um ihr neues Trainingsgelände in Zuzenhausen zu nutzen.

Für 25 Millionen Euro haben die Kraichgauer in dem nur 2000 Einwohner zählenden Örtchen eine Trainingsanlage vom Allerfeinsten errichtet.

"Haben etwas gut zu machen"

Auf der anderen Seite dürfte es die Hoffenheimer um so mehr freuen, sollten sie ersatzgeschwächt den Rekordmeister ärgern. "In München wird sich zeigen, wie gut wir sind. Wir haben da was gutzumachen", sagte Timo Hildebrand der "Bild".

"Es wäre keine Überraschung, wenn wir gewinnen. Auch die 15 Tore der Bayern in den letzten vier Spielen machen mir keine Angst."

Zu starken Worten greift auch Nationalspieler Andreas Beck: "Es kribbelt. Die Bayern sind in Deutschland das Maß aller Dinge. Es ist eine große Herausforderung, dort Punkte mitzunehmen."

Van Gaal lobt Hoffenheimer Spieler

Die Bayern selbst unterschätzen die Aufgabe keineswegs. "Wir haben Respekt vor ihnen, Hoffenheim hat sehr, sehr gute Spieler", bestätigt Bayern-Trainer Louis van Gaal gegenüber Sport1.de.

Dass "diese sehr, sehr guten Spieler auch bei Bayern München spielen könnten", ist ein Sonderlob, dass van Gaal nur selten verteilt. Die Münchner sprechen indes ohne Umschweife ein Hoffenheimer Problemfeld an: "Viel Potenzial, wenig Teamgeist" titelt das "Bayern-Magazin" vor dem Schlagerspiel.

Tatsächlich musste 1899-Manager Jan Schindelmeiser erst vor kurzem anmahnen: "Wir müssen wieder respektvoller miteinander umgehen."

Im DSF-Doppelpass erklärte er außerdem, dass seine Spieler nun mit einigen Offerten gelockt würden.

Teamgeist gefordert

"Es wurde signalisiert, dass man woanders auch mehr Geld verdienen kann. Da spielen sich in den Köpfen Dinge ab, die vom Eigentlichen ablenken." Auch Kapitän Sejad Salihovic ließ wissen: "Wir müssen wieder eine Mannschaft werden."

Nur so lässt sich aus seiner Sicht ein internationaler Platz überhaupt anstreben.

Dabei bleiben die Hoffenheimer in der Liga ein gefürchteter Gegner. Denn kaum einer schaut auf sie als Aufsteiger im zweiten Bundesliga-Jahr.

Bayern winkt der Platz an der Spitze

"Wir haben keine Zeit, unseren Rhythmus zu finden. Wir müssen von Anfang an gut spielen und die Punkte mitnehmen", fordert Bayern-Stürmer Ivica Olic deshalb vor dem Topspiel.

Sein Teamkollege Bastian Schweinsteiger mahnt gleichfalls jetzt abzurufen, "was wir können". Der Lohn dafür wäre aus Bayern Sicht grandios: ein Tag an der Spitze. "Die Möglichkeit, mit einem Sieg gleich Erster zu sein, wäre nicht so schlecht", meint Schweinsteiger.

1899 wird alles dafür geben, um den Bayern diesen Spaß zu verderben. Sollen sie, finden die Hoffenheimer, doch auch mal in München jammern.

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