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Udo Lattek bestreitet am Sonntag seine 725. Sendung als DSF-Experte © imago

Trainer-Legende und DSF-Experte Udo Lattek wird 75 Jahre alt. Im Sport1.de-Interview erinnert er sich an seine bewegte Karriere.

Von Martin Volkmar

München - Bis heute ist er der erfolgreichste Trainer der Bundesliga-Geschichte.

Acht Meistertitel mit Bayern München und Borussia Mönchengladbach - der Rekord steht auch über zwei Jahrzehnte nach Udo Latteks letztem Triumph im Jahr 1987 noch.

Jetzt ist der einstige Starcoach und noch aktive DSF-Fachmann 75 Jahre alt. Der Geburtstag wird am Sonntag um 13 Uhr in einem Doppelpass-Spezial gebührend gefeiert: Uli Hoeneß, Paul Breitner, Bernd Schuster und Matthias Sammer werden ihren Weggefährten dort würdigen.

Vorher blickt Lattek aber im Interview mit Sport1.de auf eine bewegte Laufbahn zurück 193513(DIASHOW: Latteks Karriere in Bildern).

Lattek erinnert sich an seine Anfänge als Spieler, seine Glanzzeiten als Coach, an seine Querelen mit Diego Maradona - und erklärt, warum seine Zweitkarriere als Manager zum Scheitern verurteilt war (Direkt zum zweiten Teil).

Sport1: Herr Lattek, freuen Sie sich über Ihren 75. Geburtstag oder ist Ihnen der Trubel ein bisschen zu groß?

Udo Lattek: Mit 75 ist die Freude am Geburtstag nicht mehr ganz so groß. Aber ich freue mich darauf, am Sonntag beim DSF einige alte Mitarbeiter und Spieler wieder zu sehen. Ich habe keine große Feier geplant. Ich habe einfach zu den Leuten gesagt: Wenn ihr meint, dass ihr was machen müsst, macht es einfach. Aber lasst mich außen vor. Ich bin selber mal gespannt, was passiert.

Sport1: Haben Sie zuletzt überhaupt Zeit gehabt, auf die 75 Jahre zurückzublicken?

Lattek: Natürlich ist es an der Zeit, dass man mal drüber nachdenkt, was man aus seinem Leben gemacht hat. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich mehr richtig als falsch gemacht habe.

Sport1: Das gilt vor allem für Ihre berufliche Laufbahn, oder?

Lattek: Absolut. Ich bin als einfacher Sohn eines Bauern hoch gekommen, habe mir alles erarbeitet. Von daher könnte ich mir schon ein wenig selber auf die Schulter schlagen und sagen: Junge, das war ganz okay.

Sport1: Vom Spieler Udo Lattek weiß man nicht mehr sehr viel...

Lattek: Dabei habe ich für Bayer Leverkusen und den VfL Osnabrück in der damals höchsten Klasse gespielt, der Regionalliga. Ich habe auch in der norddeutschen Auswahl und der Niedersachsenauswahl gespielt und war hinter Uwe Seeler bester Torschütze.

Sport1: Wie kam der Wechsel auf die Trainerbank?

Lattek: Das war ein reiner Zufall. Ich habe meine Prüfung an der Sporthochschule Köln mit 30 Jahren gemacht. Der damalige Bundestrainer Helmut Schön war Prüfungsleiter und suchte einen Assistenten. Der Lehrgangsleiter Hennes Weisweiler hat mich Schön empfohlen und dann habe ich bis 1970 beim DFB gearbeitet und war bei zwei Weltmeisterschaften dabei.

Sport1: Danach sind Sie mit erst 35 Jahren zu Bayern München gegangen.

Lattek: Eines Tages kam Franz Beckenbauer zu mir und sagte: Ich habe den Auftrag von Präsident Neudecker und Manager Schwan zu fragen, ob Sie nicht nach München kommen wollen. Wir haben Probleme mit Branko Zebec und alle Nationalspieler wollen, dass sie kommen. Dann habe ich einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Daraus wurden fünf Jahre. Damit begann das große Theater, das Trainergeschäft.

Sport1: War das die Feuertaufe, direkt bei Bayern in der Verantwortung zu stehen?

Lattek: Ja, natürlich. Aber ich hatte den Vorteil, dass die Mannschaft mich wollte. Ich habe noch Uli Hoeneß und Paul Breitner mitgebracht. Das waren praktisch meine Söhne. Da hatte ich schon eine Hausmacht. Und dann haben wir das Ding schön hingebogen.

Sport1: War das die beste Mannschaft, die Sie jemals trainiert haben?

Lattek: Das war sie sicherlich. Mit Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Paul Breitner, "Bulle" Roth... das war schon eine tolle Truppe. Wir haben dreimal die Meisterschaft und einmal den Europacup der Landesmeister gewonnen.

Sport1: Danach sind Sie im "fliegenden Wechsel" zum großen Rivalen aus Mönchengladbach gewechselt.

Lattek: In Gladbach lief es wunderbar, obwohl es als Nachfolger von Hennes Weisweiler nicht einfach war. Wir sind zweimal Meister geworden und haben zum Abschluss 1979 den UEFA-Pokal geholt.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Lattek von seinen Problemen mit Diego Maradona in Barcelona, seinen Comebacks in Schalke und Dortmund und erklärt, warum seine Manager-Karriere scheiterte

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