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Felix Magath trainierte bis Sommer Wolfsburg, ehe er auf Schalke den Job übernahm © getty

Der Schalker Trainer hat ein eigenwilliges Konzept, um auf Erfolgskurs zu bleiben. Spätestens im Sommer soll gespart werden.

Gelsenkirchen - Fast täglich vermeldete in der Winterpause Schalke 04 Neuzugänge - allen Finanznöten zum Trotz.

Sieben Spieler für geschätzte drei Millionen Euro Ablöse, entweder neu verpflichtet oder zurückgeholt, sind für Felix Magath aber "keine Einkaufstour, das ist eine völlige Fehleinschätzung".

Der Trainer und Manager hat eingekauft, um zu sparen.

"Auf Schalke fehlt das Geld, das weiß jeder", sagt Magath vor dem Beginn der Rückrunde am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg (ab 15.15 Uhr LIVE): "Es geht darum, uns in die Lage zu versetzen, uns von teuren Spielern zu trennen."

Neue Kräfte sollen teure Stars ersetzen

Der Plan des Wolfsburger Meistermachers: Die Neuen Peer Kluge, Alexander Baumjohann und Edu oder Perspektivspieler wie der 21-jährige Bogdan Müller oder der 23-jährige Tore Reginiussen sollen in Zukunft millionenschwere Stars, die den Personaletat des Tabellenzweiten enorm belasten, überflüssig machen.

"Ich könnte auch sofort den Rotstift ansetzen und alle rausschmeißen, dann hätten wir zwar Geld, aber keine Mannschaft und keine Perspektive mehr", sagt Magath.

Er muss das Personalbudget von über 50 Millionen Euro deutlich reduzieren.

Mit den Neuen will er "die Gehaltsstruktur nach unten fahren" und gleichzeitig "den Verein in der Spitze der Bundesliga halten".

Nur Kobiaschwili verlässt S04

Das funktioniert nur, wenn Magath im Gegenzug auch Spieler abgibt.

In der Winterpause konnte der Manager und Trainer aber lediglich Lewan Kobiaschwili (zu Hertha BSC Berlin) von der Gehaltsliste streichen.

Möglicherweise kommen aber noch weitere Abgänge hinzu: U21-Europameister Benedikt Höwedes und der Brasilianer Rafinha stehen auf der Wunschliste von Magaths Ex-Klub VfL Wolfsburg, der bereits mit den Beratern der Spieler gesprochen haben soll.

Kein Geld für Kuranyi

"Davon weiß ich nichts", sagt Magath, ein konkretes Angebot liege ihm nicht vor.

Spätestens im Sommer sollen die Winter-Transfers, die Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vorfinanzierte, zu Einsparungen führen.

Dann laufen unter anderem die hochdotierten Verträge von Kevin Kuranyi und Halil Altintop aus, die Magath nach derzeitigem Stand nicht verlängern wird.

"Ich kann Kuranyi kein Angebot machen, weil ich kein Geld habe", sagt er.

Stürmer will bleiben

Magath war sich sogar bereits mit einem Klub - angeblich dem FC Sunderland - einig, der Kuranyi in der Winterpause verpflichten wollte. "Aber Kevin hat gesagt, dass er bleiben will", sagt Magath.

Er sei nicht unglücklich darüber, "aus sportlichen Gründen".

Halten könnten die Schalker ihren Torjäger nur, wenn sie in die Champions League kämen. "Wenn wir Meister oder Zweiter werden, dann haben wir Geld zur Verfügung", sagt Magath: "Dann muss ich mir überlegen, ob ich überhaupt jemanden abgebe."

Der Einzug in die Europa League, das erklärte Saisonziel, würde indes nicht reichen, um den wiedererstarkten Kuranyi weiter an den Klub zu binden.

Hoffen auf Edu und Baumjohann

Bei seinen Winter-Verpflichtungen hatte Magath deshalb vor allem die Offensive im Blick. Der Brasilianer Edu (28), der in Bochum und Mainz schon Bundesliga-Erfahrung sammelte, soll möglichst schnell im Sturm helfen.

Verbandsliga-Angreifer Müller (21) und der Mazedonier Besart Ibrahimi (23) werden langsam herangeführt.

Heimkehrer Baumjohann soll dem Mittelfeld mehr Kreativität verleihen, Kluge mehr Stabilität.

Und der bisher ausgeliehene Ze Roberto könnte auch für die Spielmacherposition in Frage kommen.

Einzige Defensiv-Verpflichtung ist der Norweger Reginiussen, der Rafinha oder Höwedes ersetzen könnte.

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