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Marica, Pogrebnyak und Khedira (v.l.) feiern nach Abpfiff mit dem Fans © getty

Stuttgart ist gegen Wolfsburg lange klar das bessere Team, muss aber nach Dzekos Anschlusstreffer noch einmal zittern.

Stuttgart - Der Deutsche Meister VfL Wolfsburg hat auch unter dem neuen Geschäftsführer Dieter Hoeneß seine Talfahrt fortgesetzt und für eine bittere Rückkehr seines Trainers Armin Veh nach Stuttgart gesorgt.

Die Niedersachsen unterlagen beim VfB Stuttgart nach einer schwachen Leistung in einer insgesamt hektischen sowie zerfahrenen Begegnung mit 1:3 (0:1) und blieben damit auch das sechste Spiel in Folge ohne Sieg.

Der Druck auf Veh, der im November 2008 in Stuttgart entlassen wurde, wird immer größer.

Nach dem Spiel kritisierte Veh seine Abwehrspieler hart und kreidete ihnen den Gegentreffer zum 0:2 durch Pavel Pogrebnyak an.

Veh kritisiert seine Abwehr hart

"Solche Gegentore zu bekommen, ist dilettantisch", schimpfte Veh bei "Sky": "Aber das passiert uns die ganze Saison schon."

Der VfL-Trainer war mit der Leistung seiner Hintermannschaft offenbar ganz und gar ncht zufrieden. "Solche Bälle muss ich einfach gewinnen", ärgert sich Veh weiter.

VfB-Aufwärtsttrend geht weiter

Der VfB hingegen konnte konnte unter dem neuen Trainer Christian Gross seinen Aufwärtstrend fortsetzen.

Die Schwaben landeten im vierten Pflichtspiel seit Amtsantritt des Schweizers am 7. Dezember 2009 bereits den dritten Sieg bei einem Remis.

Für die abstiegsbedrohten Gastgeber war es ein weiterer Schritt nach vorne.

Wolfsburg droht indes immer mehr den Anschluss an die angestrebten Europapokalplätze zu verlieren.

Hilbert erzielt die Führung

Der überlegene VfB war vor 37.000 Zuschauern durch Roberto Hilbert (28.) in Führung gegangen, Pogrebnyak (58.) erzielte das 2:0.

"Die erste Halbzeit hat für uns gar nicht stattgefunden", sagte Armin Veh: "Wir haben kein Fußball gespielt."

Wolfsburgs Torjäger Edin Dzeko (66.) gelang mit einem herrlichen Schuss aus 20 Metern das 1:2, bevor Timo Gebhart (87.) für den VfB alles klar machte.

Verdienter Heimsieg

Der dritte Heimsieg der Schwaben in dieser Saison war verdient.

Der VfB verbreitete zwar keinen Glanz, zeigte sich aber lauffreudiger, zweikampfstärker und entschlossener als die über weite Strecken schwachen und pomadig wirkenden "Wölfe".

"Das war schon ganz gut, aber noch nicht das, wo wir letztlich hinwollen", sagte Sami Khedira.

Hoeneß hofft auf Besserung

Auch die Maßnahme von Hoeneß, neben Veh auf der Ersatzbank Platz zu nehmen, brachte nicht den gewünschten Schub.

Auch Hoeneß zeigte sich enttäuscht, konnte der Partie aber auch Positives abgewinnen.

"Vielleicht hat die Mannschaft einfach eine Halbzeit gebraucht, um zu merken, dass die Bundesliga wieder losgegangen ist", sagte der neue Geschäftsführer: "Mich macht aber optimistisch, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, dass sie reagieren kann."

Grafite lässt frühe Chance aus

Zwar sah der 57-Jährige gleich in der 3. Minute eine sehr gute Chance zur Führung für seine "Wölfe", als Grafite nach einem Fehler von Roberto Hilbert alleine auf das von Sven Ulreich gehütete VfB-Tor zusteuerte, aber viel zu ungenau auf den mitgelaufenen Edin Dzeko passte.

Mehr hatte der VfL in der ersten Hälfte aber nicht zu bieten.

Stuttgart spielte viel druckvoller. In der 6. Minute schoss Hilbert nach einer Flanke des ansonsten unauffälligen Alexander Hleb aus kurzer Distanz über das VfL-Gehäuse, in dem Andre Lenz für Diego Benaglio stand.

Der Schweizer musste wegen Knieproblemen passen.

Beim VfB fehlte neben dem gesperrten Keeper Jens Lehmann und dem verletzten Kapitän Mathieu Delpierre kurzfristig auch der angeschlagene Thomas Hitzlsperger.

Niedermeier scheitert an Lenz

In der 13. Minute scheiterte Georg Niedermeier, der Delpierre in der Innenverteidigung vertrat, am glänzend reagierenden Lenz.

Wenige Minuten später schloss Pogrebnyak einen Alleingang viel zu unkonzentriert ab. Die Bemühungen der Stuttgarter wurden dann aber belohnt:

Nach einer Hereingabe von Ciprian Marica stand Hilbert am langen Pfosten völlig frei und ließ sich diesmal die Möglichkeit nicht entgehen.

Pogrebnyak trifft aus kurzer Distanz

Nach dem Wechsel wurde Wolfsburg etwas aktiver und hatte erneut die erste Gelegenheit: Diesmal köpfte Zvjezdan Misimovic über das Tor (46.).

Zudem scheiterte Dzeko an Sven Ulreich (55.). Doch danach schlug der VfB eiskalt zu: Nach Freistoß des eingewechselten Zdravko Kuzmanovic und Kopfball-Vorlage von Serdar Tasci hatte Pogrebnyak keine Mühe, aus wenigen Zentimetern einzuschieben.

In der Folge ließ Stuttgart den Wolfsburgern im Mittelfeld etwas mehr Platz. Dzeko nutzte dies zum 1:2 und verpasste in der 85. Minute mit einem Pfostenschuss den möglichen Ausgleich.

Ulreich muss ins Krankenhaus

Der Stuttgarter Torwart Ulreich musste gerade in der Schlussphase mehrfach Kopf und Kragen risikieren.

Bei einem Zusammenstoß mit Grafite wurde er am Kopf getroffen. Er spielte die Partie zwar zu Ende, wurde dann aber mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhause gebracht.

"Er wusste nach dem Spiel nicht mehr, wo er war", berichtete VfB-Sportdirektor Horst Heldt: "Die Ärzte meinen aber, dass es nicht problematisch ist. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme."

Ulreich blieb zur Beobachtung im Krankenhaus. Und kassierte immerhin ein Lob von Trainer Gross: "Er hat sehr mutig gespielt."

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