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Bastian Schweinsteiger und Arjen Robben (v.l.) gehörten zu den auffälligsten Akteuren © imago

Dem FC Bayern glückt der Rückrundenstart mit einem Sieg gegen Hoffenheim. Alle Blicke richten sich schon auf Bremen - und Ribery

Von Daniel Rathjen

München - Es war kein ekstatischer Jubel.

Aber das Siegerlächeln wich ihnen nicht aus dem Gesicht 193825(die Bilder).

Die Profis des FC Bayern stapften zufrieden aus dem Bauch der Allianz Arena ins Freie.

Egal ob Erster, Zweiter oder Dritter - mit dem souveränen 2:0 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim am Freitagabend ist den Münchnern der Start in die Rückrunde geglückt (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Martin Demichelis (35. Minute) und Miroslav Klose (86.) - mit seinem ersten Liga-Tor nach zehn Monaten - hatten die Treffer erzielt.

"Ich denke, das war ein großer Schritt", resümierte Bayern-Coach Louis van Gaal.

Für sein Team war es nach dem starken Endspurt im vergangenen Jahr nun bereits der fünfte Liga-Sieg in Serie.

Die Stars kommen ihrer Topform näher und finden sich als Team immer besser zusammen. Arjen Robben glänzte mit tollen Solos.

Stars finden sich zusammen

Und Bastian Schweinsteiger zeigte nicht nur bei der Vorbereitung des 1:0 eine starke Leistung im zentralen Mittelfeld.

Das dürfte Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne genauso aufgefallen sein wie die einmal mehr starke Leistung von Abwehr-Talent Holger Badstuber.

Die 69.000 Fans sangen jedenfalls euphorisch: "Deutscher Meister wird nur der FCB!"

"Das war ein gelungener Rückrundenstart. Phasenweise haben wir sehr guten Fußball gespielt. Das übt sicherlich jetzt einen gewissen Druck auf die Konkurrenten aus", schmunzelte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Robben macht Tempo

Ein Lob gab es auch von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. "Das ist ein ganz anderer FC Bayern. Da ist Bewegung drin. Zuvor hat sich immer nur der bewegt, der den Ball hat."

Tempo hatten vor allem die Aktionen von Robben.

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Zum fünften Mal in dieser Saison stand der Niederländer bei zehn Einsätzen insgesamt über 90 Minuten auf dem Platz.

Einige Male zündete er den Turbo und sorgte so fast immer für Gefahr bei den personell arg gebeutelten Gästen.

Junges 1899-Mittelfeld überfordert

Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hatte neben den Afrika-Cup-Teilnehmern Chinedu Obasi und Isaac Vorsah sowie dem gesperrten Luis Gustavo auch noch den Ausfall von Carlos Eduardo (Patellasehnen-Probleme) verkraften müssen.

Mit den beiden 19-jährigen Talenten Boris Vukcevic und Franco Zuculini im Mittelfeld versteckten sich die Gäste zwar nicht, doch gegen Robben waren sie dann doch oft machtlos.

"Für die Mannschaft, die auf dem Platz stand, war das absolut in Ordnung. Aber man sieht die Handschrift von Trainer Louis van Gaal. Da muss ich jetzt mein Hütchen ziehen", zeigte sich Rangnick respektvoll.

Gomez fehlt "letzter Tick"

Auch er beobachtete wie Robben, der Mittelfeld-Zauberer, dreimal ausgezeichnet für Mario Gomez auflegte.

Dass dieser allerdings keine der perfekten Vorlagen verwertete, schob der Nationalstürmer auf fehlenden Rhythmus nach der Winterpause.

Nachdem er zuvor in sechs Partien in Folge getroffen hatte, fehlte ihm gegen 1899 die entscheidende Konsequenz und Präzision im Abschluss.

"Es ist schade, dass ich nicht getroffen habe. Aber es kam auch ganz oft noch ein Hoffenheimer mit irgendeinem Körperteil dazwischen. Der letzte Tick hat gefehlt", analysierte er.

Nicht alles Harmonie

Anerkennung für die Leistung von Robben zollte trotzdem: "Der bringt jeden Abwehrspieler zum Verzweifeln. Für einen Stürmer ist das natürlich herrlich."

Eines ist klar: Mit Robben haben die Bayern einen außergewöhnlichen Spieler in den Reihen, der enorm dribbelstark ist, mehrere Spieler an sich bindet und so die Räume für die Angreifer öffnet.

So ganz harmonisch läuft es aber noch nicht. Gerade im ersten Abschnitt wurde deutlich, dass es dem Rekordmeister noch an Abstimmung mangelt.

Ballverluste und Fehlpässe

Mit vielen Ballverlusten und Fehlpässen im Mittelfeld hielten sie die Gäste viel zu lange im Spiel. Zudem verpassten es die Münchner, früh die Entscheidung zu erzwingen.

Das sah auch der Trainer so. "In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut. In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir hätten mehr Tore schießen müssen."

Immerhin: "Ich habe gesagt, wir wollen Angst verbreiten, das hat man sehen können", bilanzierte van Gaal.

Schub durch Ribery

Er und die Spieler richteten die Blicke aber ohnehin schon wieder schnell auf den nächsten Spieltag, wenn die Bayern nach Bremen müssen.

Eine große Herausforderung wird es bis dahin sein, den wieder genesenen Franck Ribery zu integrieren.

"Das wird nicht ganz leicht. Wir haben nicht so oft mit ihm gespielt. Aber theoretisch sind wir mit ihm noch besser", vermutet van Gaal.

"Ribery wird uns noch mal einen Schub geben", ist sich Rummenigge dagegen ganz sicher.

Auf die seit fünf Partien sieglosen Hoffenheimer warten indes Leverkusen und Schalke als nächste Gegner.

"Nächste Woche heißt es neues Spiel, neues Glück. Und dann hoffe ich, dass wir zurückkommen", sagte Keeper Timo Hildebrand.

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