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Stefan Reinartz (v.l.), Michal Kadlec und Eren Derdiyok bejubeln den Leverkusener Sieg © getty

Leverkusen löst die Aufgabe gegen Mainz und kontert auch verbal im gerade eröffneten Psychoduell mit dem FC Bayern.

Von Mathias Frohnapfel

München/Leverkusen - Jupp Heynckes findet die Frage "wenig originell".

Doch wenn es so weitergeht, dürfte der Trainer von Bayer Leverkusen sie demnächst Woche für Woche gestellt bekommen: Wann kassiert die Werkself die erste Saisonpleite?

Auch am 18. Spieltag blieb Bayer ohne Niederlage, stürmte stattdessen mit einem 4:2-Sieg über den FSV Mainz 05 zurück an die Tabellenspitze.(DATENCENTER: Bundesliga)

Dass sich zuvor der FC Bayern dort für 19 Stunden platziert hatte, beeindruckte Leverkusen nicht.

Genauso wenig wie die frühe Führung der Mainzer durch Tim Hoogland, stattdessen drehten Michal Kadlec und Tranquillo Barnetta in drei Minuten den Spielstand.

"Wir haben uns schwer getan"

"Wir haben uns schwer getan, dann aber nach dem Rückstand sehr gut reagiert", konstatierte nach dem Schlusspfiff auch Heynckes.

Toni Kroos dürfte dem Bayer-Trainer erneut besonders gut gefallen haben. Der 20-Jährige machte nicht nur wegen seines Treffers zum 3:1 ein starkes Spiel.

193825(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags)

Und in Richtung seines ehemaligen und vielleicht auch zukünftigen Arbeitgebers meinte er nach Schlusspfiff: "Da oben gibt es mehrere Mannschaften. Das Titelrennen reduziert sich nicht nur auf Bayern München."

Wirbel um Kroos

Dabei brodelt die Gerüchteküche um Kroos derart, als ob täglich neues Material für eine Seifenoper benötigt würde.

Erst spricht Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ein Machtwort, dass Leihspieler Kroos auf jeden Fall zurück nach München komme müsse.

Dann macht FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den Leverkusenern wenig später Hoffnung, indem er sagte:

"Momentan sehe ich keinen Platz für Kroos. Es macht keinen Sinn, einen Spieler zurückzuholen, wenn er nicht eingesetzt wird."

Erfahrung mit psychologischen Kniffen

Die Personalie Kroos ist im Moment nicht die einzige Verbindung zwischen München und Leverkusen.

Jupp Heynckes hat schließlich noch im Frühjahr 2009 die Bayern als Feuerwehrmann auf einen Champions-League-Platz geführt. Wie die Münchner Psychoduelle führen, weiß er also.

Auf die Ansage von FCB-Coach Louis van Gaal, nun Angst verbreiten zu wollen, reagiert er daher nicht weiter.

Heynckes' Boss, Bayer-Sportchef Rudi Völler, entgegnete auf den Münchner Sieg zum Rückrundenauftakt ganz gelassen:

"Die Bayern haben schon in der letzten Phase der Vorrunde toll gespielt und dass sie gegen ersatzgeschwächte Hoffenheimer gewinnen, war uns auch klar."

Rolfes, Helmes und Augusto zurück

Grund zum Optimismus macht auch die Tatsache, dass die Rheinländer nun mit den wiedergenesenen Simon Rolfes, Patrick Helmes und Renato Augusto ebenso erfolgshungrige wie leistungsstarke Spieler hinzu kommen.

"Es ist gut, dass ein bisschen Druck aufkommt, dass sich keiner sicher ist, dass er von Anfang an spielt, das fördert die Leistung", erklärte Völler.

Heynckes meinte sogar: "Wenn Renato Augusto, Simon Rolfes, Patrick Helmes und Michal Kadlec wieder ihren Rhythmus gefunden haben, werden wir noch besser, noch kompakter."

Heynckes nerven Gegentreffer

Seit dem achten Spieltag steht Bayer auf Platz eins. Gegen Mainz bewahrten die Leverkusener diese Position, obwohl sie nach dem 2:3 von Niko Bungert zwischenzeitlich ins Schwimmen gerieten.

Heynckes nervte das. "Zwei Gegentore sind ein Zeichen, dass noch einige Dinge zu analysieren und zu perfektionieren sind", mäkelte er.

Eren Derdiyok machte dann für Leverkusen aber alles perfekt.

Auch deshalb blickte Routinier Heynckes letztlich zuversichtlich nach vorne:

"Wer ein wenig von Fußball versteht und uns in der Hinrunde gesehen hat, der weiß, dass wir so weiter Erfolg haben werden. Für uns ist klar, dass wir eine Mannschaft haben, die bis zum Ende oben mitspielen wird."

Die Frage nach der ersten Saisonpleite dürfte Heynckes somit weiterhin begleiten.

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