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Hertha BSC gewann das letzte Saisonspiel am ersten Spieltag - gegen Hannover © getty

Nach dem Sieg gegen Hannover keimt bei Hertha BSC die Hoffnung auf den Klassenerhalt. In Hannover steht der Trainer unter Druck.

Hannover - Bei Hertha BSC ist nach dem 3:0-Sieg bei Hannover 96 die Hoffnung auf den Klassenerhalt gewachsen.

Dem ersten Sieg seit gut fünf Monaten folgte eine klare Ansage an die Konkurrenz.

"Das war keine Eintagsfliege. Natürlich ist der Klassenerhalt noch möglich. Das wäre für mich nicht mit einem Wunder gleichzusetzen - auch wenn noch ein sehr langer Weg vor uns liegt", sagte Hertha -Trainer Friedhelm Funkel.

Gegen die Niedersachsen war dem Tabellenschlusslicht am 8. August (1:0) auch der zuvor einzige Dreier der Saison gelungen.

Selbstbewusstsen statt Verunsicherung

Auch Mannschaftskapitän Arne Friedrich gab sich zuversichtlich, dass der Hauptstadtklub am Ende mindestens zwei Teams hinter sich lassen kann:

"Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei uns glaubt jeder daran, dass wir den Abstieg noch verhindern können."

Die Verunsicherung der Hinrunde ist bei der Hertha wieder Selbstbewusstsein gewichen. Die Körpersprache auf und abseits des Platzes hat sich grundlegend geändert.

"Ein geiles Gefühl"

"So muss es weitergehen. Es ist einfach ein geiles Gefühl, den Platz mal wieder als Sieger zu verlassen", meinte Mittelfeldspieler Florian Kringe, der wegen eines Mittelfußbruchs zuletzt monatelang ausgefallen war und von Funkel als "weiterer Zugang" bezeichnet wurde.

Überhaupt hatten es die Neuen dem Coach besonders angetan.

"Man hat gesehen, dass sie uns im Abstiegskampf sehr helfen werden. Es war wichtig, dass sie gleich eine tadellose Leistung gezeigt haben", lobte Funkel den Ex-Dortmunder Kringe sowie die Wintereinkäufe Levan Kobiashvili und Theofanis Gekas.

Da war es auch zu verschmerzen, dass in Roman Hubnik ein weiterer Zugang kurzfristig wegen Oberschenkelproblemen passen musste.

"Wir sind im Trainingslager noch enger zusammengewachsen. Jetzt ist ein neuer Geist in der Mannschaft", schwärmte Funkel.

Couragiert wie lange nicht

In Hannover war dies von Beginn an zu spüren. Couragiert, motiviert und engagiert präsentierte sich die in den vergangenen Monaten oft so desolate Hertha.

Die Tore von Lukasz Pisczcek (30.), Raffael (33.) und Gekas (80.) fielen vor 28.712 Zuschauern somit fast zwangsläufig. (Die Torjäger-Liste)

"Für eine Mannschaft, die vor dem Spiel nur sechs Punkte auf dem Konto hatte, sind wir von Beginn an sehr selbstbewusst aufgetreten", schwärmte Funkel nach zuvor 16 Spielen in Folge ohne Sieg.

Friedrich ergänzte: "Uns ist nach den zurückliegenden Knüppelmonaten ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Aber es war nur ein Spiel. Wir dürfen die Euphorie gar nicht erst aufkommen lassen."

Bergmann unter Druck

Zumal Hannovers Vorstellung über weite Strecken ein Abbild der Berliner Hinrundenleistungen war und die Niedersachsen für die Hertha als perfekter Aufbaugegner taugten.

Seit sieben Spielen wartet 96 nun schon auf einen Dreier. Der Abstiegskampf hat längst begonnen und auch Trainer Andreas Bergmann gerät zunehmend unter Druck.

"Ich habe eine schwierige Phase zu überstehen, aber da komme ich durch", meinte der Coach, der das Team erst im vergangenen August übernommen hatte.

Verantwortliche kurz angebunden

Die frustrierten 96-Verantwortlichen gaben sich nach dem Debakel gegen die Hertha kurz angebunden.

"Wir werden die Situation analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen", sagte Hannovers Manager Jörg Schmadtke sichtlich angefressen und verschwand.

Sollte Bergmann aus den anstehenden Spielen beim FSV Mainz 05 und gegen den 1. FC Nürnberg nichts Zählbares holen, dürfte es eng für ihn werden.

Da helfen auch die Treueschwüre der Mannschaft nichts. "

Wir stehen voll hinter dem Trainer", meinte Torhüter Florian Fromlowitz, der sechs Minuten vor dem Ende einen Foulelfmeter von Cicero parierte und somit das mögliche 0:4 verhinderte.

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