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Marko Marin (l.) zählte noch zu den besten Bremern in Frankfurt © getty

Nach dem Fehlstart in die Rückrunde in Frankfurt geht bei Bremen die Angst um, durchgereicht zu werden. Allofs übt harte Kritik.

Frankfurt - Nach einem Blick auf die Bundesliga-Tabelle hakte der sichtlich frustrierte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs das Thema Meisterschaft bis auf Weiteres ab und kündigte zugleich das Ende des Bremer Zauberfußballs an.

Ausgerechnet eine Woche vor dem Prestigeduell gegen Bayern München verschärfte sich die Krise beim Pokalsieger durch die bittere 0:1 (0:0)-Niederlage bei Eintracht Frankfurt weiter.

"Das war gar nichts, so geht das nicht. Wenn wir so weiterspielen, dann ist Platz acht möglich", schimpfte Allofs. Nach der dritten Niederlage und dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg sieht auch Trainer Thomas Schaaf ob der schwindenden Titelchancen Redebedarf.

Zehn Punkte Rückstand auf die Spitze

"Wir werden nachfragen, warum die Spieler nicht so bissig waren", meinte der 48 Jahre alte Coach.

Der Rückstand der Norddeutschen, die zwischen dem zweiten und 16. Spieltag unbesiegt geblieben waren, auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen beträgt bereits zehn Punkte.

Grund genug für Allofs, die schon zuletzt so ineffektive Spielweise der Werder-Elf zu kritisieren und die Rückkehr zu alten Tugenden zu fordern.

"Weiterer Dämpfer"

"Wenn man nicht diesen bedingungslosen Einsatz zeigt, kann man keine Spiele gewinnen. Ich habe gedacht, wir haben unsere Lehren aus den letzten Niederlagen gezogen", sagte ein zerknirschter Allofs und sprach von einem "weiteren Dämpfer".

Dinge wie den Vertragspoker um Nationalspieler Mesut Özil betrachtet der Sportdirektor offenbar als große Störfeuer. Der Vertrag des 21-Jährigen läuft erst 2011 aus, doch offenbar liebäugelt Özil im Sommer mit einem Wechsel.

Allofs: "Es ist nicht wichtig, wer von wem umworben wird. Wir müssen auf dem Platz wieder Gas geben."

Bezeichnenderweise personifizierte Özil, der angeblich bei Topklubs wie dem FC Chelsea und Juventus Turin auf der Einkaufsliste steht, in Frankfurt das Bremer Dilemma.

Fritz fordert Steigerung

Der Spielmacher ließ seine technische Klasse aufblitzen, konnte aber kein Kapital daraus schlagen.

"Wir müssen uns klar steigern. Ansonsten wird es in der nächsten Saison nichts mit dem internationalen Geschäft", mahnte Nationalspieler Clemens Fritz.

Zwar zeigten die überlegenen Bremer am Main schönen Kombinationsfußball, doch nichts war mehr zu sehen von der Effektivität der Hinrunde.

"Wir wissen, dass wir die Qualität haben und werden wieder zurückkommen", kündigte Mittelfeldspieler Marko Marin an.

Doch bereits in der vergangenen Saison hatte Werder in der Bundesliga-Rückrunde einen Einbruch erlebt. Zumindest ein Bremer Profi konnte gegen die Hessen dann doch positiv auf sich aufmerksam machen.

Nur einen Tag nach seiner Verpflichtung stand der tunesische Außenverteidiger Aymen Abdennour in der Startelf und konnte überzeugen.

Strahlende Gesichter bei der Eintracht

Strahlende Gesichter dagegen bei der Eintracht, die nur noch einen Punkt hinter Bremen liegt.

Und das nach den Unruhen der letzten Wochen, die nach einem Burgfrieden zwischen Trainer Michael Skibbe und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen offiziell kein Thema mehr sind.

Bezeichnend war aber für die Personalnot der Hessen im Angriff, dass in Marco Russ ein Verteidiger das Siegtor erzielte (57.).

Doch Skibbe hielt sich diesmal mit Forderungen nach Neuzugängen zurück.

"Wir suchen weiter nach einem Angreifer. Und zwar zusammen. Wir werden sehen, was möglich ist und was die Finanzen zulassen", sagte Skibbe und übte den Schulterschluss mit Bruchhagen.

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