vergrößernverkleinern
Der Einstand für Dieter Hoeneß (2.v.l.) bei Wolfsburg ist gründlich misslungen © getty

Wolfsburg übt sich nach der Pleite in Stuttgart in Selbstkritik. Der neue Geschäftsführer Dieter Hoeneß sucht Verstärkungen.

Stuttgart - Für Dieter Hoeneß war es eine völlig verpatzte Premiere, für Armin Veh eine misslungene Rückkehr.

Der Deutsche Meister VfL Wolfsburg versinkt nach dem 1:3 (0:1) beim VfB Stuttgart, der seinen Aufwärtstrend unter Christian Gross fortsetzen konnte, immer mehr im Mittelmaß (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Nun sollen Verstärkungen in der Defensive die Talfahrt der seit sechs Spielen sieglosen "Wölfe" stoppen. Bis 31. Januar hat der VfL noch Zeit 110436(Die Wechselbörse).

"Wenn Spieler auf dem Markt sind, die uns weiterbringen, werden wir versuchen, das zu realisieren", sagte der neue VfL-Geschäftsführer Hoeneß nach seinem missglückten Einstand.

Zuletzt war schon über die beiden Schalker Benedikt Höwedes und Rafinha spekuliert worden. Wolfsburgs Coach Veh wollte keine Namen kommentieren.

Der ehemalige Meister-Trainer des VfB machte aber die Notwendigkeit von Transfers für die Abwehr einmal mehr deutlich.

"Für einen Trainer tödlich"

"Wir haben jetzt 35 Gegentore bekommen. Das geht nicht und ist für einen Trainer tödlich. Diese Fehler ziehen sich schon durch die ganze Saison. Das ist dilettantisch", schimpfte ein sichtlich bedienter Veh, auf den der Druck immer größer wird.

So profitierten am Samstagabend vor 37.000 Zuschauern Roberto Hilbert (28.), Pavel Pogrebnjak (58.) und Timo Gebhart (87.) bei ihren Treffern von mangelhaftem Abwehrverhalten der Wolfsburger.

"Wir sind fast immer in Überzahl. Das geht nicht und muss sich ändern", meinte Veh, der aber auch mit dem Spiel seiner hoch gelobten Offensive um Edin Dzeko, Grafite und Zvjezdan Misimovic über weite Strecken nicht zufrieden war.

70 Minuten nicht auf dem Platz

"Wir haben bis zum 0:2 überhaupt nicht stattgefunden", monierte der Coach.

Auch Nationalspieler Christian Gentner suchte erst gar nicht nach Ausflüchten, sondern übte vielmehr schonungslose Kritik: "Schwächer als wir 70 Minuten gespielt haben, geht nicht. Wir waren gar nicht richtig auf dem Platz."

Schlussphase besänftigt Hoeneß

Erst nach dem Anschlusstreffer durch Dzeko (66.) wachte der Meister auf, verpasste dann aber bei sehr guten Möglichkeiten den Ausgleich.

Für Hoeneß, der neben Veh auf der Ersatzbank Platz genommen hatte, immerhin Anlass genug, Gnade walten zu lassen. Dies mache ihn optimistisch, "weil die Mannschaft reagieren kann. Das war dann phasenweise richtiger Fußball." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Am kommenden Sonntag ist Wolfsburg zuhause gegen Köln zum Siegen verdammt, um im Kampf um die Europapokalplätze nicht noch weiter zurückzufallen. Noch ist Veh aber "zuversichtlich, dass es möglich ist, unser Ziel zu erreichen - wenn wir es schaffen, die Fehler abzustellen."

Die Formkurve des VfB geht dagegen weiter nach oben. Im vierten Pflichtspiel unter Gross gab es bereits den dritten Sieg. Sportdirektor Horst Heldt sprach von einer "verschworenen Einheit".

Doch sowohl Heldt als auch Gross, der am 7. Dezember 2009 Markus Babbel ablöste, warnten vor zu viel Euphorie.

"Es gibt noch viel zu tun", meinte der Schweizer Coach. Auch Heldt blickte bereits auf die Partie am kommenden Freitag in Freiburg: "Das ist ein absolutes Abstiegsduell. Wir dürfen jetzt nicht denken, dass schon wieder alles in Ordnung ist."

Ulreichs Einsatz in Freiburg fraglich

In Freiburg könnte der VfB allerdings ein Torwartproblem bekommen. Sven Ulreich, der den noch für ein Spiel gesperrten Jens Lehmann in souveräner Manier vertrat, erlitt bei einem Zusammenprall mit Grafite eine Gehirnerschütterung.

Der 21-Jährige konnte am Sonntragfrüh zwar schon wieder das Krankenhaus verlassen, benötigt aber in den nächsten Tagen noch Ruhe. Wann Ulreich wieder ins Mannschaftstraining zurückkehrt, ist noch offen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel