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Miroslav Klose erzielte gegen Hoffenheim seinen ersten Ligatreffer © imago

Er hat sich einiges vorgenommen für das WM-Jahr: Der Bayern-Stürmer startet durch und drückt mit Vehemenz in die Startelf.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Von überschwänglicher Euphorie war bei Miroslav Klose in den vergangenen Tagen keine Spur.

Ein Verbalakrobat war der Nationalstürmer ohnehin noch nie. Er lässt lieber Tore sprechen - was ihm im letzten Jahr aber selten gelang.

Doch zum Rückrundenaufttakt am Freitag gegen 1899 Hoffenheim sorgte der 31-Jährige nach seiner Einwechslung für den 2:0-Endstand. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Es war sein erster Saisontreffer. 194505(DIASHOW: Die Tops und Flops des Spieltags)

Drei Tage später folgte seine Kampfansage:

"Wenn ich fit bin, bin ich der Beste. Dann spiele ich überall - beim FC Bayern und der Nationalmannschaft", drohte er der Sturm-Konkurrenz.

Jetzt reden wieder alle über ihn. Viel mehr zu sagen braucht Klose da nicht mehr.

"Es soll mein Jahr werden"

Etwas fügt er aber doch noch an: "Ich habe nicht viele Spiele über 90 Minuten gemacht. Weil ich nie richtig fit war. Für das Jahr 2010 habe ich mir ein bisschen was vorgenommen: Es soll mein Jahr werden."

Er weiß: "Wenn ich nur Halbgas gebe, bin ich auch nur ein Durchschnittstürmer."

Doch nun ist er wieder fit und hofft trotz anderer Aussagen von Trainer Louis van Gaal auf eine Rückkehr in die Startelf am Samstag gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen.

Wie auch immer, sein Kampfgeist ist geweckt. "Ich will jetzt zeigen, was in mir steckt - die anderen haben ja schon bewiesen, was sie können."

Erstes Bundesliga-Tor seit März

Mit dem Tor gegen Hoffenheim endete für "Miro" eine Horror-Phase: Seit dem 7. März 2009 hatte er in der Bundesliga auf ein Erfolgserlebnis gewartet.

Zu Saisonbeginn litt er an einer Knochenhaut-Entzündung. Dann an einer Schulterverletzung.

Und nach den September-Länderspielen gegen Südafrika und Aserbaidschan bat er Louis van Gaal, ihn nicht aufzustellen - damit er zusätzlich trainieren könne.

Danach fiel er aber wegen einer Ellbogen-Verletzung aus, so dass er sich in den letzten Wochen mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen musste.

Olic und Gomez vorne

Ausgerechnet in der WM-Saison spielte Klose die schlechteste Halbserie seiner Karriere. Olic und Mario Gomez liefen dem gebürtigen Polen klar den Rang ab.

Doch nun ist er nach einer starken Vorbereitung mit zwei Treffern im einzigen Testspiel gegen Basel auf der Überholspur..

Den Rückhalt der Verantwortlichen hat Klose jedenfalls. Sportdirektor Christian Nerlinger lobte ihn im DSF-Doppelpass in hohem Maße:

"Er muss konstant trainieren, dann ist er auch psychisch stark. Aber er ist erfahren und ein absoluter Teamplayer."

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nahm Kloses Ausrufezeichen ebenfalls mit Wohlwollen wahr.

"Es ist wichtig, dass er sich zurückgemeldet hat. Er hat eine schwere Zeit durchgemacht. Aber jetzt geht es aufwärts für ihn wie für den FC Bayern", sagte der Ex-Nationalstürmer.

Gomez freut sich

Selbst Konkurrent Gomez freute sich für Klose: "Jeder hat ihm das Tor absolut gegönnt. Auch ich. So viele Monate ohne Tor in der Liga sind eine lange Zeit. Wir haben uns alle für ihn gefreut."

So bewertete auch der andere Rivale das Ende der Durststrecke. "Es ist wichtig für ihn, dass er trifft. Er will ja zur WM", erklärte Olic.

Doch bei aller Harmonie: Der Konkurrenzkampf im Angriff bleibt hart. Weder Gomez noch Olic werden ihren Stammplatz gerne hergeben.

"Fairer Konkurrenzkampf"

Doch Klose ist überzeugt, "dass ich mich durchsetzen werde".

"Wir haben einen fairen und guten Konkurrenzkampf im Training und es ist schön für den Trainer, dass er so eine Auswahl hat."

Für die Zukunft sei wichtig, dass "wir alle gut drauf sind. Jeder muss das Gefühl haben, dass jeder das Spiel entscheiden kann. Gegen Hoffenheim war ich es mal".

Im Gegensatz zu dem zu AS Rom abgewanderten Luca Toni kann Klose die Situation als Herausforderer akzeptieren. Aber wie lange?

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