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Manuel Neuer spielt seit 2005 bei Schalke 04 im Profi-Kader © getty

Der Schalke-Coach sieht in dem Keeper den Matchwinner. Die Neulinge bleiben blass. Einer von ihnen fällt mehrere Wochen aus.

Gelsenkrichen - Am Ende eines mühsamen Rückrundenstarts freute sich Felix Magath vor allem über die Transfers, die er in der Winterpause nicht gemacht hatte.

Torwart Manuel Neuer und Torjäger Kevin Kuranyi, zwei seiner am meisten umworbenen Stars, bewiesen beim 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg einmal mehr ihren Wert für Schalke 04. (DATENCENTER: Bundesliga)

Von den sieben Neuen war (noch) wenig zu sehen. Einzig Peer Kluge sorgte für Aufsehen - und das durch eine Verletzung.

Bänderverletzung bei Kluge

Der aus Nürnberg gekommene Mittelfeldspieler zog sich gegen seinen ehemaligen Verein eine Verletzung am Innen- und Außenband an seinem rechten Knöchel zu.

Zunächst war eine Knochenabsplitterung vermutet worden, was sich aber bei einer Untersuchung am Montag nicht bestätigte. Kluge wird den Königsblauen voraussichtlich mehrere Wochen fehlen.

Neuer soll bleiben

Von Verletzungen blieb Manuel Neuer in dieser Saison verschont, nicht aber von Abwerbungsversuchen.

"Manuel ist in herausragender Verfassung", lobte Magath seinen Schlussmann, um den der FC Bayern und Englands Meister Manchester United seit Monaten buhlen.

"Ich bin froh, dass wir ihn zwischen den Pfosten haben und möchten ihn noch viel länger behalten."

Keeper bleibt bescheiden

Seit seinem Dienstantritt auf Schalke betont Magath, dass Neuer unverkäuflich ist.

Der U-21-Europameister, der mit zwei sensationellen Paraden den Sieg nach Kuranyis neuntem Saisontor (48.) festhielt, macht seinen Verbleib bei den Königsblauen allerdings vom Einzug in den Europapokal abhängig.

Seine Bedeutung beim erfolgreichen Rückrundenstart spielte der 23-Jährige herunter: "Ich habe ja nicht das Tor gemacht, das hat Kevin gemacht. Sonst hätten wir auch nicht gewonnen."

Magath übt Druck auf Kuranyi aus

Magath sah das anders.

"Den Sieg haben wir einzig und allein Manuel Neuer zu verdanken", urteilte er und betonte damit noch einmal den Wert seines Torhüters.

Beim Torschützen Kuranyi, den er im Winter eigentlich verkaufen wollte, wählte er deutlich vorsichtigere Worte: "Wenn er jedes Spiel ein Tor schießt, bin ich froh, dass wir ihn behalten haben und er noch dieses halbe Jahr hier spielt.

Kein Geld bei Schalke, kein Angebot für Kuranyi

Dass der Torjäger über die Saison hinaus zu halten ist, glaubt Magath nicht.

"Ich kann ihm kein Angebot machen, weil ich kein Geld habe", sagte er mit Blick auf den im Sommer auslaufenden Vertrag des 27-Jährigen.

Nur der Einzug in die Champions League könnte die Situation ändern. Dazu kann Kuranyi, wenn er weiter so regelmäßig trifft, selbst beitragen. Dass er gerne bleiben möchte, betonte er mehrfach, auch über Gehaltsabstriche könne man reden.

Kluge fällt wohl länger aus

Noch nicht richtig zum Zuge kamen Magaths Neue.

Kluge musste wegen seiner Verletzung schon nach 35 Minuten ausgewechselt werden. Der Brasilianer Edu mühte sich im Sturm neben Kuranyi zwar, strahlte aber überhaupt keine Torgefahr aus.

"Er war viel unterwegs, musste aber feststellen, dass die Bundesliga schwieriger zu spielen ist als die Liga, in der er zuletzt war", sagte Magath über den 28-Jährigen, der von den Suwon Blue Wings aus Südkorea in die Bundesliga zurückgekehrt war.

Höwedes sieht "keinen Grund zu wechseln"

Die anderen fünf Neuen oder Rückkehrer, die Magath in seinen nun 36-köpfigen Kader holte, waren noch Zuschauer.

Ein deutliches Signal, den Klub möglichst schnell zu verlassen, erhielt Halil Altintop, der nicht mal auf der Ersatzbank saß. Der Stürmer, der schon mit Eintracht Frankfurt verhandelte, soll bei Borussia Mönchengladbach im Gespräch sein.

Verteidiger Benedikt Höwedes, bei VfL Wolfsburg auf der Wunschliste, bestätigte zwar Kontakte zum amtierenden Meister, sagte aber auch: "Derzeit gibt es für mich keinen Grund zu wechseln." Gegen Nürnberg war der 21-Jährige bester Abwehrspieler.

Moritz wird vom Amateur zum Profi

Wie Höwedes gehört auch Christoph Moritz zu den aufstrebenden jungen Spielern.

Der Mittelfeldspieler, bisher als Vertragsamateur bis 2012 an die Königsblauen gebunden, bekam nun seinen ersten Profivertrag. Dieser gilt bis zum 30. Juni 2013.

Der 19-Jährige war im vergangenen Sommer als A- Jugendlicher von Alemannia Aachen zu Schalke gewechselt und schaffte unter Magath sofort den Sprung in den Profikader.

"Die Mannschaft lebt"

Beim FCN hatten die Neuen deutlich mehr Wirkung. Breno und Andreas Ottl, die beiden Leihgaben von Bayern München, gaben den Franken mehr Stabilität.

"Sie haben sich gut eingebracht in eine gute Mannschaft", urteilte der neue Trainer Dieter Hecking. Und Manager Martin Bader befand: "Die Struktur ist wieder da."

So nahm der Tabellenvorletzte zwar keine Punkte, aber neuen Mut mit aus Gelsenkirchen.

"Die Mannschaft lebt", stellte Torhüter Raphael Schäfer fest.

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