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Podolski (r.) klatscht Co-Trainer Michael Henke bei seiner Auswechslung ab © imago

Lukas Podolski ist seit 1121 Minuten ohne Tor. Zudem macht dem Kölner ein Verletzung zu schaffen. Die Lage wird allmählich bedrohlich.

Von Thorsten Mesch

München - Sein Verein steckt wieder mitten im Schlamassel, seine Trefferquote im Verein ist verheerend, und auch um seine Gesundheit ist es nicht gut bestellt.

Lukas Podolski geht mit dem 1. FC Köln schweren Zeiten entgegen und wird den Kölnern möglicherweise wegen seiner anhaltenden Rückenbeschwerden am kommenden Sonntag in Wolfsburg fehlen.

"Ich habe einen kleinen Bandscheibenvorfall. Wer mal einen hatte weiß, wie die Schmerzen sind", sagte Podolski am Sonntag nach der dramatischen 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund.

Starke Rückenschmerzen

Einen Bandscheibenvorfall hat er bereits hinter sich, nun befürchtet er einen weiteren.

"Am Montag muss ich wieder zum Doktor, dann gucken wir weiter Ich will nicht lange ausfallen. Von daher muss ich gucken, wie ich das jetzt angehe", blickte der 24-Jährige alles andere als euphorisch in die Zukunft.

Auch eine längere Zwangspause denkbar, sollte die Rückenverletzung nicht bald ausheilen. Dann wäre sogar die WM in Südafrika in Gefahr.

1121 Minuten ohne Tor

Aus "Prinz Poldi", dem Heilsbringer, der die Kölner mit seinen Toren wieder nach oben schießen sollte, ist "Prinz Frust" ("Express") geworden.

Seit 1121 Minuten ist er ohne Tor, getroffen hat er in der laufenden Bundesliga-Saison nur ein Mal (beim 1:2 gegen Schalke), dazu ein Tor in der ersten Pokalrunde bei Kickers Emden erzielt.

Gegen Dortmund wechselte ihn Trainer Zvonimir Soldo nach seiner erneut schwachen Leistung schon nach einer Stunde aus, die anschließende Aufholjagd von 0:2 auf 2:2 fand ohne den FC-Star statt.

Podolski feuerte seine Handschuhe auf den Boden, anschließend die Trainingsjacke, dann rauschte er wortlos in die Kabine.

"Ich weiß, dass ich besser spielen kann

Wütend sei er aber nicht gewesen, versicherte Podolski hinterher. "Das war kein Frust über die Auswechslung. Ich habe das vorher angezeigt, weil ich verletzt war." Seine Wade habe zugemacht und der Bandscheibenvorfall habe geschmerzt.

Als Entschuldigung für seine schlechte Leistung sollte die Verletzung aber nicht gelten.

"Ich weiß, dass ich besser spielen kann", erklärte der Nationalspieler, der im DFB-Team regelmäßig trifft, in Köln aber nicht einmal einen Bruchteil seines Potenzials abruft.

Manager Meier nimmt den Star in Schutz

"Er ist eben ein Lust-Fußballer mit allen positiven und negativen Dingen, die dazugehören", nahm FC-Manager Michael Meier das Kölner Eigengewächs, das er im Sommer vom FC Bayern zurückgeholt hatte, in Schutz.

Auch Meier gefiel der Abgang seines Stars nicht. Eine große Sache daraus machen möchte er aber nicht. "Er ist eben nicht hundertprozentig fit", erklärte der Manager: "Und er ist natürlich nicht glücklich mit dieser Situation."

Stevens: "Für Lukas ist es nicht einfach"

Eine enorme Erwartungshaltung, ständiger Medienrummel um seine Person, schwache Leistungen, eine Verletzung, die ihn nicht zu seiner Form finden lässt - Podolski steckt in einer misslichen Lage.

"Für Lukas ist es nicht einfach, weil alle Kölner Hoffnung auf ihn projiziert wird. Jeder hat erwartet, dass er zu Hause sofort wieder funktioniert", sagt seine ehemaliger Trainer Huub Stevens in seiner Sport1.de-Kolumne.

"Aber Lukas sollte sich erinnern, wie er nach oben gekommen ist: Er muss hart an sich arbeiten, um wieder zur alten Stärke zu finden."

Schließlich geht es für Podolski auch darum, sich seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft für die WM in Südafrika zu sichern.

Noch steht Joachim Löw zum besten Nachwuchsspieler der WM 2006, doch weitere schlechte Spiele für den FC dürften auch den Bundestrainer ins Grübeln bringen.

Schwere Spiele vor der Brust

Ein erneuter Abstieg der Kölner wäre für die weitere sportliche Laufbahn des Ausnahmespielers katastrophal.

"Die Saison ist noch lang. Es ist noch nichts passiert, aber jetzt haben wir die schweren Spiele", sagt Podolski.

"Zweimal auswärts, und dann wieder gegen die ersten sechs Mannschaften. Das wird nicht einfach, aber wir müssen die Punkte holen, um da unten rauszukommen."

Kein leichtes Unterfangen ? auch für Zvonimir Soldo. "Ich muss die Mannschaft wieder aufbauen", sagt der Trainer. "Denn es ist schwer, nach so einer Niederlage zurückzukommen."

Mit einem gesunden und glücklichen Podolski wäre es sicher leichter.

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