vergrößernverkleinern
Arjen Robben (r.) wechselte im Sommer von Real Madrid zum FC Bayern München © imago

Nach einem Trainingszweikampf knallen dem Niederländer die Sicherungen durch. Nur mit Mühe verhindern die Mitspieler eine Keilerei.

Von Martin Volkmar

München - Eigentlich sollte beim FC Bayern eitel Sonnenschein herrschen (NACHBERICHT: Mit Robben wieder spitze: Muss die Liga zittern?).

Beim Training nach dem 2:0 gegen Hoffenheim herrschte auch beste Stimmung, als Mario Gomez Phillip Lahm den Schuh klaute und dieser barfuß durch den nassen Schnee laufen musste.

Am Montag aber war die gute Atmosphäre von einem Moment auf den anderen wie weggeblasen.

Denn Arjen Robben riss nach einem Zusammenprall mit Lahm der Geduldsfaden, nur mit Mühe konnten die Mitspieler eine Keilerei verhindern.

Robben schubst Lahm zu Boden

Lahm war bei der letzten Aktion des Trainingsspiels fünf gegen fünf von hinten gegen den Niederländer eingestiegen, hatte dabei allerdings den Ball gespielt.

Doch Robben rastete aus, brüllte den Nationalspieler zunächst an und schubste ihn dann auf den Boden zurück.

Erst nach dem Eingreifen von Thomas Müller und Ivica Olic beruhigte sich der Flügelflitzer wieder.

Van Gaal bekommt nichts mit

Vermutlich dürfte Robben aber keine Bestrafung erhalten, zumal Trainer und Landsmann Louis van Gaal bei der zweiten Mannschaft zuschaute und nichts mitbekam.

Gut möglich, dass Robbens Ausraster mit seiner langen Krankenakte zusammenhängt. Der 25-Millionen-Einkauf von Real Madrid hatte wegen einer Knieoperation in der Hinrunde nur neun Bundesligaspiele für den FC Bayern bestritten.

Auch die Vorbereitung lief nicht reibungslos, dennoch hatte er gegen Hoffenheim 90 Minuten durchgespielt und eine überzeugende Leistung gezeigt (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Robben reagiert empfindlich

Da der 25-Jährige schon häufig in seiner Karriere verletzt ausfiel, reagiert er teilweise sehr empfindlich auf hartes Einsteigen.

So hatte Robben beim 1:1 im November gegen Schalke seinen Gegenspieler Lukas Schmitz umgerannt, nachdem dieser ihn von hinten gefoult hatte, dafür aber lediglich die Gelbe Karte gesehen.

Auch beim Spiel gegen Hoffenheim beschwerte sich der Nationalspieler mehrfach über das harte Einsteigen der Gegenspieler.

"Die Schiedsrichter müssen mich schützen"

"Ich habe den Schiedsrichter darum gebeten, etwas aufzupassen", sagte Robben danach.

"Ich glaube, vielleicht sagen auch die Trainer der anderen Mannschaften ihren Spielern, dass sie beim ersten Mal ein Foul machen sollen, um zu sehen, wie weit sie gehen können."

"Und da müssen die Schiedsrichter mich und die anderen Spieler besser vor harten Fouls zu schützen."

Auseinandersetzungen auf dem Trainingsplatz sind beim FCB keine Seltenheit. Im August 1999 hatte Bixente Lizarazu Lothar Matthäus zunächst eine Ohrfeige verpasst, ehe sich beide fast prügelten.

"Die Sache ist ein Indiz dafür, dass unsere Mannschaft lebt", sagte der damalige Trainer Ottmar Hitzfeld - und verhängte gegen Lizarazu eine Geldstrafe von 10.000 Mark.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel