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Christian Eichner (l., gegen Marx) hat in dieser Saison bereits einmal getroffen © getty

Zwei Fehler der Bielefelder nutzt der KSC prompt, fährt seinen zweiten Bundesliga-Sieg in Folge ein und überholt die Bayern.

Bielefeld - Der Karlsruher SC hat erstmals seit elfeinhalb Jahren wieder bei Arminia Bielefeld gewonnen und befindet sich in der Bundesliga weiter auf dem Vormarsch.

Die Mannschaft von Trainer Edmund Becker setzte sich zum Auftakt des 7. Spieltages mit 2:1 (1:0) auf der Alm durch und kletterte mit neun Punkten zumindest vorübergehend am FC Bayern vorbei auf Platz 9.

Bielefeld (6) muss weiter auf seinen zweiten Saisonsieg warten und droht nun auf einen Abstiegsplatz abzurutschen.

Porcello trifft gegen den Ex-Klub

Vor rund 17.000 Zuschauern brachte Massimilian Porcello (16.) den KSC gegen seinen Ex-Klub in Führung, zeigte aber kaum Freude über den Treffer.

"Das ist eine Sache des Respekts", so der Torschütze. "Denn ich habe hier sechs Jahre lang Fußball gespielt und auch einen sehr guten Kontakt zum Verein und zu den Fans gehabt."

Für die Vorentscheidung sorgte dann Sebastian Freis (52.), der nach einem Fehler von Chris Katongo im Mittelfeld bereits sein viertes Saisontor erzielte. Der Anschlusstreffer von Nico Herzig (86.) brachte noch mal neuen Schwung, kam aber letztlich zu spät.

Hektische Schlussphase

"Nach dem Anschlusstor haben die Bielefelder Alles oder Nichts gespielt", sagte Becker zur hektischen Schlussphase des Spiels.

"Und von den vielen langen Bällen hätte noch der ein oder andere reingehen können. Wir hätten einfach das 3:0 machen müssen, dann wäre alles entschieden gewesen."

Tor nach einer Ecke

Dabei hatten die Gastgeber zu Beginn das Heft in die Hand genommen und bereits nach vier Minuten die Chance zur Führung, als Stefano Celozzi in letzter Sekunde vor Chris Katongo klärte.

Auf der Gegenseite stand Stürmer Joshua Kennedy zunächst häufig allein auf weiter Flur. Beim ersten durchdachten Angriff der auf Konter lauernden Karlsruher war es dann aber passiert.

Zunächst glänzte Arminia-Schlussmann Dennis Eilhoff gegen Freis, doch bei der anschließenden Ecke nutzte Porcello den Fehler des herauseilenden Keepers und den Tiefschlaf der Bielefelder Hintermannschaft, so dass ihm der Ball kurz vor der Torlinie vor die Füße fiel.

Sichere KSC-Defensive

In einem munteren Bundesligaspiel drängte die Arminia dann aber auf den Ausgleich.

Allerdings standen sich die Bielefelder häufig selbst im Weg oder scheiterten nach anfänglichen Unaufmerksamkeiten an der insgesamt sehr sicheren KSC-Abwehr vor Keeper Jeff Kornetzky.

Trainer Becker schonte Stamm-Torhüter Markus Miller nach dessen Gehirnerschütterung, zudem kehrte nach Kennedys Genesung Freis wieder ins Mittelfeld zurück.

Ratlose Bielefelder

Der Mut von Bielefelds Trainer Michael Frontzeck zur offensiven Ausrichtung wie beim Heimsieg gegen Köln wurde nicht belohnt.

Während sich das Angriffstrio um Vereins-Rekordtorschütze Artur Wichniarek zunächst noch regelmäßig Chancen erarbeitete, wirkte die Mannschaft nach dem 0:2 etwas ratlos.

Freis staubte beim zweiten Tor ab, als Eilhoff den Ball nur abprallen lassen konnte.

Herzig mit dem Tor

Vor der Pause hatten Robert Tesche und Katongo, der nur den Pfosten traf hochkarätige Chancen. Nach dem Wechsel waren klar herausgespielte Gelegenheiten eher selten.

Ausgerechnet Nico Herzig, der mit zwei Fehlern beinahe für ein weiteres Gegentor gesorgt hätte, vergab in der 78. Minute freistehend den Anschlusstreffer.

Vier Minuten vor Schluss war der Verteidiger dann aber doch zur Stelle.

"Bei uns muss alles passen, um Spiele zu gewinnen und bei uns hat Einiges nicht gepasst", resümierte Frontzeck. "Wenn der Anschluss eher gefallen wäre, dann wäre vielleicht noch her drin gewesen."

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