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Armin Veh wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister © imago

Wolfsburg hinkt den Ansprüchen hinterher. Die Diskussionen um den Coach reißen nicht ab. Verstärkungen lassen auf sich warten.

Von Daniel Rathjen

München - Beim Blick auf die Tabelle herrscht Ernüchterung in Wolfsburg.

Platz neun nach 18 Spieltagen, 24 Punkte, auf Augenhöhe mit Aufsteiger Mainz.

Der Rückstand zu den internationalen Rängen beträgt neun Punkte, lediglich sieben Punkte trennen den Meister vom Relegationsplatz (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Die Verantwortlichen des VfL haben sich die Saison ganz anders vorgestellt.

Sie suchen Ursachen für die immer wieder kehrenden Fehler in der Defensive.

Nur das Schlusslicht ist schlechter

35 Gegentore haben die "Wölfe" kassiert, ebenso viele wie der SC Freiburg, nur Schlusslicht Hertha BSC ist noch schlechter.

"Solche Fehler sind natürlich tödlich für einen Trainer", bemerkte Coach Armin Veh nach dem 1:3 (0:1) beim VfB Stuttgart.

Ein "freud'scher Versprecher"? Weiß er schon, was viele vermuten?

Hoher Druck gegen Köln

Es würde nicht überraschen, wenn der neue starke Mann, Sportchef Dieter Hoeneß, gerade jetzt auch die Leistung des Trainers hinterfragt.

Lokale Medien, wie die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung", spekulieren bereits über eine baldige Trennung.

Es heißt: Gewinnt Wolfsburgs am Sonntag nicht das Heimspiel gegen den 1. FC Köln, muss der Coach gehen.

Stevens dementiert

Gerüchten zufolge wird bereits Huub Stevens von Red Bull Salzburg als Nachfolger gehandelt. "Da ist nichts dran.", hieß es jedoch von Stevens' Seite auf Nachfrage von Sport1.de.

Die Spieler sind jedenfalls alarmiert: "Natürlich vereinfacht es unsere pikante Situation nicht, wenn es im Umfeld unruhiger wird", wird Verteidiger Marcel Schäfer zitiert.

Er fügt an: "Gegen Köln wird es schon ein besonderes Spiel."

Allerdings spiele man weder für noch gegen den Trainer. "Wir müssen für uns alle gewinnen."

Hoeneß sucht Verstärkungen

Eifrig lotet Hoeneß parallel die Optionen in Sachen Neuverpflichtungen aus 110436(Die Wechselbörse).

"Mit einem Transfer allein haben wir natürlich nicht alle Probleme gelöst", betont der neue Geschäftsführer.

Er bemängelt: "Es kann sein, dass der Gewinn der Meisterschaft beim einen oder anderen Spieler ein paar Prozent an Biss gekostet hat. Das kann man sich nicht leisten in der Bundesliga."

Zudem missfalle ihm die Körpersprache und das Zweikampfverhalten.

"Ich frage mich, wie man so in eine Rückrunde starten kann. Um Antworten zu finden, brauche ich Zeit", erklärt der 57-Jährige.

Doch die hat er nicht. Nach den Absagen von Arne Friedrich und Miranda droht dem VfL der nächste Innenverteidiger durch die Lappen zu gehen.

Kjaer? Höwedes? Rever?

Benedikt Höwedes von Schalke 04 weiß noch nicht, ob er Schalke 04 tatsächlich noch im Winter verlassen möchte.

Auch Stuttgart und der Hamburger SV sind an dem 20 Jahre alten Innenverteidiger interessiert.

Kaum machbar ist für Wolfsburg auch der Transfer von Simon Kjaer (US Palermo).

Die Italiener verlangen mehr als zwölf Millionen Euro Ablöse, im Sommer wollen Spitzenklubs aus England den 20 Jahre alten Dänen holen.

Kjaer wartet, so scheint es, lieber auf die Angebote der großen Klubs, statt jetzt zum VfL zu gehen. Für Top-Spieler scheint Wolfsburg einfach nicht "sexy" genug.

Weit fortgeschritten sollen derweil immerhin die Verhandlungen mit Rever von Gremio Porto Alegre sein.

Der Brasilianer dürfte für fünf Millionen Euro Ablöse wechseln. Doch noch ist nichts fixiert.

Wirbel um Costa

Solange muss Wolfsburgs Ricardo Costa auch auf seine Freigabe für den OSC Lille warten.

Die Franzosen wollen den Portugiesen fürs nächste halbe Jahr. Ab Sommer möchte dann der FC Valencia Costa verpflichten. Laut spanischen Medien gibt es eine mündliche Einigung.

Für die rechte Abwehrseite hat der VfL jetzt angeblich Dennis Diekmeier vom 1. FC Nürnberg im Visier, da Riether wohl dauerhaft im Mittelfeld spielen soll.

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